Allgemeine Berichte | 14.05.2013

Sonntagswanderung in Puderbach

Besichtigung der Grube Reichensteiner Berg

Die Teilnehmer genossen den sehr erlebnisreichen, interessanten Tag.privat

Puderbach. Auf Initiative von Siegmar Neitzert und Lothar Holzapfel trafen sich einige Interessierte zu einer kleinen Wanderung, um die Überreste der unmittelbar an die Gemarkung angrenzenden ehemaligen Grube Reichensteiner Berg zu besichtigen.

Siegmar und Lothar gaben einige historische Überlieferungen weiter. Ähnlich wie auf dem Johannisberg (Eichstrunk) zum Daufenbachtal hin wurde hier schon in früher Zeit nach Erz gesucht, was auch an den vielen Vertiefungen - sogenannten Pingen - und Stollenresten zu erkennen ist.

Vor 1915 waren unterschiedliche Grubenbesitzer am Werk, zeitweise war die Grube auch stillgelegt.

Das Eisenerz wurde unter anderem auch in der Raubacher Hütte weiter verarbeitet. 1929 waren 170 Bergleute unter Tage und 58 über Tage beschäftigt sowie sieben weitere Angestellte für die Grube tätig.

1930 wurde eine Röstofenanlage in Betrieb genommen. Es wurden 507.924 Tonnen Spateisenstein, aber auch Bleierze, Kupferkies und Zinkblende gefördert. Am 6. August 1936 wurde der Bergbau eingestellt. Auch aus der Verbandsgemeinde Puderbach haben viele Männer hier ihr Brot für die Familie verdient, in einer schweren und armen Zeit.

Später, so wird sich erinnert, wurde mit Kuhfuhrwerken das sogenannte „taube Gestein“ aus den Röstöfen geholt, um zum Beispiel Hofeinfahrten zu befestigen.

Auf dem Weg zur Grube wurde Rast gemacht an der neuen Buche, die als Ersatz für die im letzten Jahr gefällten Lausbuche gepflanzt wurde. Die alte, ehemals unter Naturschutz stehende „Lausbuche“, seit Jahrzehnten ausgemauert und von starker Fäulnis befallen, wurde in Absprache mit der Naturschutzbehörde des Kreises gefällt.

An den Überresten des Stammes, die noch in der Nähe liegen, konnten alle noch mal den äußerst maroden und damit gefährlichen Zustand des unmittelbar an der Straße stehenden alten Baumes in Augenschein nehmen.

Revierleiter Tobias Kämpf erläuterte kurz die Schwierigkeiten durch die Mauersteine bei der Fällung und man war froh, dass kein Unfall vom alten Baum ausgegangen ist.

Die Teilnehmer genossen den sehr erlebnisreichen, interessanten Tag. Foto: privat

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