Allgemeine Berichte | 17.06.2019

Datzerother hatten zum 800-jährigen Bestehen des Ortes ein zweitägiges Event vorbereitet

Das ganze Dorf arbeitete Hand in Hand

Originelles Programm unterhielt große und kleine Gäste – Jubiläumstorte ließ Kinder in Engers mitfeiern

Die jungen Leute schauten interessiert dem Kettensäge-Schnitzer zu. Fotos: HEP

Datzeroth. Es war im tiefsten Mittelalter, als 1219 Dietrich von Wied, Kurfürst von Trier, Grenzstreitigkeiten beendete und dabei auch die Einwohner von „Dazinrod“ erwähnte. Das war für die Datzerother der Grund, jetzt das 800-jährige Bestehen ihres Ortes zu feiern, und zwar in Form eines tollen zweitägigen Events.

So gab es auf der Wiese am Dorfgemeinschaftshaus mit dem Projekt Tempora Nostra mittelalterliche Handwerks- und Handarbeitstechniken auch zum Mitmachen sowie Spiele und andere interessante Dinge.

Aber auch das übrige Programm war für den kleinen Ort enorm: Es reichte von Dorfführungen und Familienolympiade über einige Musikdarbietungen bis hin zu einem Festkommers mit dem Chor Lied-Gut Niederbreitbach und den Sangesfreunden Altwied-Segendorf.

Für das riesige Kuchenbüffet im Dorfgemeinschaftshaus hatten Frauen aus Datzeroth eifrig gebacken. Draußen gab es dann Pommes und Würstchen, während nebenan ein Kettensäge-Künstler mit seinen lärmenden Maschinen beeindruckende Figuren „schnitzte“.

Aufgebaut waren auch Schnaps- und Weinhäuschen, Bierbrunnen, eine große Bühne und im Gemeindehaus eine Ausstellung mit alten und historischen Dingen. Darunter befand sich auch ein vierseitiges Schreiben eines deutschen Soldaten an die Gemeinde. Der entschuldigte sich 14 Jahre später, dass er 1945 die Datzerother Wiedbrücke sprengen musste.

Auf diesen Brief ist Ortsbürgermeisterin Kirsten Hardt besonders stolz, aber auch auf ihre Gemeinde, denn: „Für das Jubiläumsfest hat das ganze Dorf zusammengearbeitet, sonst hätten wir das nicht stemmen können.“

So waren an den beiden Tagen jeweils 40 Datzerother im Einsatz, und bereits rund zwei Wochen vor dem Fest hatten etwa 30 Männer mit dem Aufbau der Bühne, der Häuschen und der Zelte mit Sitzmöglichkeiten begonnen.

Die quirlige Ortsbürgermeisterin verkaufte auch Lose, denn es gab eine große Torte nach Art eines Frankfurter Kranzes zu gewinnen. Die hatte Bianca Rams kreiert mit dem Emblem für das 800-jährige Bestehen und einem farbigen Foto aus der Dorfmitte. „Das wurde mit Lebensmittelfarbe auf Esspapier gedruckt, ist also genießbar“, erläuterte „Konditorin“ Rams.

Schließlich zog Kirsten Hardt das Gewinnerlos. Es fiel auf Marlies Einig, die die große Jubiläumstorte weder essen konnte, noch wollte. „Die nehme ich morgen mit in die Schule, und da wird die Torte von den Kindern sicherlich ganz schnell aufgegessen“, erklärte sie. Einig ist pädagogische Fachkraft an der Christiane-Herzog-Schule in Engers, wo beeinträchtigte Kinder und Jugendliche umfassend gefördert werden.

Und so hatten nicht nur die Datzerother und Gäste aus Nachbarorten Spaß an den Jubiläumsfeiern, sondern auch noch Kinder in Engers. HEP

Für die Jubiläumsfeiern hatte man unter den Bäumen dekorierte Holztische aufgestellt.

Für die Jubiläumsfeiern hatte man unter den Bäumen dekorierte Holztische aufgestellt.

Auch mittelalterliche Handwerks- und Handarbeitstechniken wurden bei der 800-Jahr-Feier in Datzeroth gezeigt.

Auch mittelalterliche Handwerks- und Handarbeitstechniken wurden bei der 800-Jahr-Feier in Datzeroth gezeigt.

Für die Buttons durften die Kinder die Jubiläumsembleme selbst malen.

Für die Buttons durften die Kinder die Jubiläumsembleme selbst malen.

In der kleinen Ausstellung zeigt Ortsbürgermeisterin Kirsten Hardt mit Stolz das Entschuldigungsschreiben des Soldaten.

In der kleinen Ausstellung zeigt Ortsbürgermeisterin Kirsten Hardt mit Stolz das Entschuldigungsschreiben des Soldaten.

Die jungen Leute schauten interessiert dem Kettensäge-Schnitzer zu. Fotos: HEP

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