Allgemeine Berichte | 01.10.2013

Farfarello im Alten Bahnhof Puderbach

Dreißigjährige Bühnenerfahrung und ungebrochene Spielfreude

Das Duo steht seit 30 Jahren auf der Bühne.  WT

Puderbach. In den Alten Bahnhof kamen am vergangenen Wochenende alte Bekannte: Farfarello in der Gründungs-Formation Mani Neumann und Ulli Brand spielten zum vierten Mal im Puderbacher „Wohnzimmer“ auf. Das Duo steht seit 30 Jahren ununterbrochen auf der Bühne. „Wir feiern deshalb ein Jahr lang Party, bis zum 30. Oktober 2013.“, erläuterte Neumann gut gelaunt. Temperamentvoll wirbelte der Geiger über die Bühne beim Spielen, während sein Partner mit der akustischen Gitarre den ruhenden Gegenpol bildete. Nach einem furiosen Auftaktlied demonstrierte der Violinist, selbst ernannter Spezialist für Glück, seine emotionale Empathie: „Damit die Männer mal etwas mitnehmen, werden wir euch vorspielen, wie es sich anhört, wenn ihr Mal wieder Zigaretten holen seid.“ Tatsächlich gab die Geige eine klagende, lang gezogene, ins Wimmern verfallende und dann langsam verstummende Melodie von sich.

Dem Bezug zur Zigeunermusik folgten orchestrale Stücke mit sattem Gitarrensound und klassisch geführter Geige. Ein Stück von Mendelson Bartholdy hatten die beiden für sich adaptiert, „kompaktiert“ und umbenannt in den Vornamen „Felix“. Bisweilen schlich sich Neumann ins Publikum und wieder zurück auf die Bühne. Um dann zu erklären: „Das war Kammermusik.“ Zur Eigenkomposition „Sur Seine“ erläuterte er die Entstehung. Als die Musiker eine Woche in Paris verbrachten, direkt hinter Notre Dame auf der Ile de la Cite Paris mit Blick auf das Büro von Herrn Chirac, „der war damals noch Bürgermeister“, stand in dessen Büro ein Flügel, gestimmt. Dadurch sei ihnen das Stück eingefallen. Ulli Brand setzte sich romantisch klimpernd in die erste Publikumsreihe, das gab dem Teufelsgeiger noch mehr Bühnen- und Bewegungs-Raum. Er stampfte, zupfte und strapazierte die Saiten so wild mit seinem Bogen, dass dieser ständig Haare lassen musste. Da war es gut, dass Neumann zwischendurch die Geige an den Ständer hängte und zur Flöte griff. In der Komposition „Am See“ kamen außer Gitarre und Violine auch C- und F-Flöte zum Einsatz. Während Ulli Brands fulminantem Gitarrensolo konnte sich der Geiger eine Pause in der Garderobe gönnen. Beide Musiker zeigten bei Herausforderungen wie den „Hummelflug“-Variationen, welche Meister sie auf ihren Instrumenten sind. Ihre dreißigjährige Bühnenerfahrung kombiniert mit ungebrochener Spielfreude begeisterte das Puderbacher Publikum. Der Aufforderung. „Ihr dürft tanzen!“ konnte jedoch niemand Folge leisten, weil dafür kein Platz im voll besetzten Alten Bahnhof war. Soviel Zuspruch wünschen sich die Kulturveranstalter auch am 12. Oktober, wenn Konstantin Schmidt auftreten wird mit „Schmidternacht - Listige Lieder“.

Das Duo steht seit 30 Jahren auf der Bühne. Foto: WT

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