Allgemeine Berichte | 22.11.2012, 09:26 Uhr

Gedenktafel für einstige Synagoge in Puderbach enthüllt

Erinnerung hat jetzt ein sichtbares Zeichen

Bernd Schmidt enthüllt die Gedenktafel, um die er Jahre gekämpft hatte.
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Puderbach. Man schrieb den 9. November 1938, als auch in Puderbach schreckliche Dinge passierten. Die Nazis hatten die im Jahre 1911 fertiggestellte Synagoge in Puderbach angezündet und ließen sie bis auf die Grundmauern niederbrennen. Der Puderbacher Bernd Schmidt setzte sich schon seit Längerem dafür ein, dass eine Gedenktafel auf ewig an das Unrecht erinnern soll. Am vergangen Freitag war es aus seiner Sicht endlich soweit. In einer kleinen Feierstunde wurde die Tafel enthüllt. Sie hängt an der Rückseite der örtlichen Sparkasse, dort wo früher die Synagoge stand. Das Kreditinstitut hatte sich bereit erklärt, die Tafel an ihrem Gebäude anbringen zu lassen. Bernd Schmidt präsentierte auf einer Informationstafel zwei Texte. Zum einen war es der Bericht der Neuwieder Zeitung vom 9. August 1911 über die Einweihung der Synagoge. Dort ist nachzulesen, dass das Gotteshaus am 4. und 5. August 1911 mit einem großen Fest seiner Bestimmung übergeben wurde.

Ein anderer Text ist der Bericht von Lotte Wolff, die am 25.6.1929 geboren ist und heute in den USA lebt. Sie hatte 1947 ihre Erinnerungen aufgeschrieben. Sie wohnte 1938 mit ihren Eltern und Großeltern in dem Haus direkt neben der Synagoge. Als neunjährige musste sie die Geschehnisse hautnah erleben. In ihrem Bericht schildert sie sehr anschaulich, wie sie von ihrer Mutter aus der Schule geholt wurde, was auf dem Heimweg passierte und den Schmerz, als ihr Vater nach Dachau transportiert wurde. Der Leser wird in die schweren Wochen des Kindes Lotte und der Familie hineinversetzt. Lotte hatte Glück, ihr Vater kam zurück. Vielen Kindern blieb dieses Glück versagt.

Bernd Schmidt erinnerte in seiner Ansprache an die Vorgänge des schlimmen 9. November 1938. Auch Verbandsbürgermeister Volker Mendel mahnte an, dass unsere und die künftige Generation dies nicht vergessen oder verdrängen dürften. Er freute sich über das Engagement von Bernd Schmidt, der dafür sorgte, dass die Erinnerung jetzt ein sichtbares Zeichen hat.

WT

Bernd Schmidt enthüllt die Gedenktafel, um die er Jahre gekämpft hatte.

Bernd Schmidt enthüllt die Gedenktafel, um die er Jahre gekämpft hatte.

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