Posaunenchor Urbach wird 90 Jahre alt
Melodien der 20er-Jahre
Konzertprogramm als Reminiszenz an die Gründungsjahre des Ensembles
Urbach. Im Jahr 1923 war es der Wunsch einiger Urbacher Männer, doch einen eigenen Posaunenchor zu gründen, wie er kurze Zeit vorher in Oberdreis und schon einige Jahrzehnte zuvor in Puderbach und Niederwambach gegründet worden war. Die Zeit war eigentlich denkbar ungeeignet, es herrschte die Weltwirtschaftskrise und täglich verlor das Geld an Wert. Deshalb wurden im Kirchspiel Urbach Getreide und Kartoffeln zum Zweck der Instrumentenbeschaffung gesammelt. Der Verein hatte dabei Erfolg, und der Posaunenchor konnte seine Arbeit beginnen, nachdem in der Sammelphase schon auf Mundstücken geübt worden war. Die Begeisterung bei den Bläsern war so groß, dass sie schon nach einem Jahr zusammen mit Pastor Becker am 20. September 1924 ein Posaunenfest in Urbach organisieren konnten, zu dem die Bläser aller Nachbarchöre eingeladen wurden und auch erschienen. Mit Unterbrechung während des Zweiten Weltkriegs, weil alle Bläser als Soldaten im Krieg waren, hat der Posaunenchor also die Gemeinde durch acht Jahrzehnte aktiv begleitet und unterstützt.
Der 90. Geburtstag wurde am vergangenen Samstag im Haus der Buchen in Dernbach gefeiert. Es gab ein Konzert mit den Liedern aus den 20er- und 30er-Jahren unter Leitung von Stefan Hausmann, der mit Heilswint Hausmann auch durch das Programm führt. Der große Saal war bis auf den letzten Platz besetzt, so groß war das Interesse an den Darbietungen der 25 Bläserinnen und Bläser im Alter von 14 bis 75 Jahren. Alle bekannten Lieder der Zeit waren natürlich dabei, wie „Wenn die Elisabeth“ oder „Veronika, der Lenz ist da“. Zwei Jungbläser gaben nach der Pause mit „Kumbaya“ ihr Debüt und ernteten großen Applaus.
