Posaunenchor Oberdreis unter der Gesamtleitung von Martin Blum
„Posaunenchor Oberdreis trifft Europa“
Als Gast wirkte die Chorgemeinschaft ProVoKant aus Puderbach mit
Oberdreis/Puderbach. Der Posaunenchor Oberdreis besteht derzeit aus 28 aktiven Bläsern im Alter zwischen neun und neunundsiebzig und ist einer der seltenen kirchlichen Gruppen, deren Mitglieder beiderlei Geschlechts generationenübergreifend unterwegs sind. Einige Familien stellen sogar drei aktive Bläser aus verschiedenen Generationen. Die wöchentlichen Proben finden innerhalb von drei leistungsgerechten Gruppen statt, wobei die Übergänge fließend sind.
ProVoKant sieht sich als Chorgemeinschaft, die sowohl in der Kirche als auch im Konzert und zu den verschiedensten Anlässen ihre Mitmenschen erfreuen möchte. Das Presbyterium der Kirchengemeinde Oberdreis sorgte bestens für die Bewirtung der Gäste mit Speisen und Getränken sowohl in der Pause als auch im Anschluss an das Konzert. Als Moderator und musikalischer Reiseführer durch Europa führte Martin Blum souverän durch das Programm. Amüsant und humorvoll brachte er den Zuhörern Informationen zur Historie und zum Text der einzelnen Musikstücke nahe, die er außerdem gekonnt mit allerlei Anekdoten zum Schmunzeln würzte. Den musikalischen Reigen eröffneten temperamentvoll die jungen Bläser. Sie tobten sich gleich zu Beginn mit „Käpt’n Blaubär“ ordentlich aus. Anschließend traten alle Bläser gemeinsam zunächst vor die eigene Haustür mit dem Stück „Westerwald, du bist so schön“. Musikalisch führte die Reise anschließend in die Niederlande mit „Tulpen aus Amsterdam“.
Für den Sprung nach Schweden wurden wiederum die Jungbläser von der Leine gelassen: „Pipi Langstrumpf“ gaben sie zum Besten und sorgten gleich anschließend für Begeisterung mit „Michel aus Lönneberga“. In Dänemark verwöhnte der Posaunenchor die Zuhörer mit „Gabriella’s Song“.
Irland, Schottland, Frankreich...
Irland wurde ausschließlich von ProVoKant bereist, die sich mit zwei wunderbaren Musikstücken im Gepäck perfekt auf ihr Publikum vorbereitet hatten. Die großartig vorgetragenen Beiträge „I am Sailing“ und „An Irish Blessing“ klangen anrührend und äußerst gänsehautverdächtig. Großes Kompliment dem Gastchor aus Puderbach! Dann Schottland: „High Cathedral“ hieß die Musik, eindrucksvoll dargeboten von den beiden Jungbläsergruppen des Posaunenchors Oberdreis, den Blasebälgern und dem Jungen Blech. Weiter ging es nach England mit „Rule Britannia“ und einem Stück mit Garantie für feuchte Augen: „Land of Hope and Glory“. Musikalisch Abschied genommen wurde mit „Streets of London“. Nach der Pause gab es in Frankreich ein Rendezvous mit echten Legenden auf vier Rädern: „R4“, „2CV“ und „11CV“. Musik mit einem Augenzwinkern! Als unerlässlich für „2CV“ wurde sogar erstmals ein besonderes Instrument eingesetzt, nämlich das Hupo-Klingelphon. Das Stück „11CV“ wurde als „Lied der Chorleiter“ mit viel Freude von den Leitern befreundeter Posaunenchöre gespielt. In Spanien beeindruckten zunächst die Jungbläser das Publikum mit dem Orchesterstück „Kleiner Bolèro“, es schloss sich an der Tango „Afferado“, geblasen vom gesamten Chor. In Italien wurde es dann hochklassisch mit dem Stück „La Donna e Mobile“ aus Verdi’s Oper Rigoletto. Nun ging es nach Österreich, wo erneut nur ProVoKant Station machte: ProVoKant’s wunderbarer Klassiker „Ode an die Freude“ korrespondierte mit einem modernen Gegenstück. Sehr eindrucksvoll vorgetragen wurde „Weit, weit weg“, ein Filetstück des österreichischen Alpenrock.
Es folgte musikalisch der ganz große Schritt nach Osten. Zunächst „Moskauer Nächte“ unter Zuhilfenahme der neu eingeführten Posaunenchorbalaleika und im Anschluss daran „Moskau, Moskau“, mitreißend dargeboten vom Posaunenchor Oberdreis.
"Streng geheim"
Anschließend gab es DIE Überraschung des Abends: Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war so streng geheim gehalten worden, dass dieser selbst über die unmittelbar Betroffenen völlig unvermutet hereinbrechen sollte. Es handelte sich nämlich um die Ehrung der langjährigen Bläser des Posaunenchors, die vorzunehmen Dr. Frank Beekmann, Schatzmeister des Evangelischen Posaunenwerkes Rheinland e.V., in Oberdreis angereist war. Dieses Highlight wurde musikalisch einfühlsam untermalt von ProVoKant mit dem Lied „An Tagen wie diesen“. Gleichsam als Smiley hinter die stattgefundene feierliche Einlage wurde - wieder mit fröhlichem Augenzwinkern - auf die beiden „neuen“ und erstmals zum Einsatz gekommenen Instrumente offiziell eingegangen, da diese für bestimmte Musikstücke charakteristisch und daher unverzichtbar gewesen seien: Zum einen das innovative „Hupo-Klingelphon“ für die Musik zu „2CV“, an dessen endgültiger Form noch eifrig getüftelt werde, zum anderen die „Posaunenchorbalaleika“ zu den „Moskauer Nächten“. Zum Abschluss - wieder im heimatlichen Deutschland angelangt - endeten die Bläser das Konzert mit einem getragenen „La-Le-Lu, nur der Mann im Mond schaut zu“. Die von stürmischem Beifall erzwungene Zugabe stellte sich als eines der Lieblingsstücke des Posaunenchors Oberdreis heraus: „What a wonderful World“.
Bei dieser Gelegenheit verriet Martin Blum, dass ein künftiges Konzert wohl über den Großen Teich führen werde… Ein hingerissenes Publikum feierte die Musikanten am Schluss mit stehenden Ovationen. Die Begeisterung der Menschen war für die Mitwirkenden die allerschönste Belohnung für den vollen Einsatz, den jeder Einzelne zum Zustandekommen des Konzerts beigetragen hatte. Im Nachhinein sollte auch der alle Erwartungen weit übertreffende Inhalt der „Spendentuba“ bestätigen, wie sehr die Zuhörer die musikalische Reise durch Europa genossen hatten. Martin Blum verabschiedete sich im Namen aller Beteiligten mit herzlichem Dank für die deutlich gezeigte Anerkennung und Wertschätzung.
Er betonte, dass es ein sehr schönes Gefühl sei, in einer vollen Kirche musiziert zu haben, obwohl zuvor keine Einladungen verschickt worden seien. Er schloss daraus, dass dies als Signal zum „Weiter so!“ zu verstehen sei. Und ein Postskriptum fügte er scherzhaft noch an: Wer seinen Kindern und Enkeln etwas richtig Gutes gönnen wolle, solle bitte bedenken, dass diese im Posaunenchor Oberdreis gut aufgehoben seien.
Amüsant und humorvoll brachte Martin Blum den Zuhörern Informationen zur Historie und zum Text der einzelnen Musikstücke nahe. Fotos: privat
Ein hingerissenes Publikum feierte die Musikanten am Schluss mit stehenden Ovationen.
Allerhand originelle Einlagen sorgten für kurzweiliges Konzert.
