Die Bürgerinitiative Stolpersteine Puderbach lud zur Gedenktafel ein
Puderbacher gedenken Reichspogromnacht
Puderbach. Die Bürgerinitiative Stolpersteine Puderbach, die parteiübergreifend besetzt ist, hatte zur Feier an die Gedenktafel der Reichspogromnacht hinter der Sparkasse eingeladen. Sie trugen unter anderem die Erinnerungen von Lotte Wolff vor, die sich mit 18 Jahren an den 10. November 1938 in Puderbach erinnert. In den Erinnerungen werden ausführlich die Geschehnisse geschildert, als die Nazis die Synagoge in Puderbach niederbrannten und die Wohnungen der Juden in Puderbach verwüsteten. Bei dem Vortrag der sechsköpfigen Gruppe war auch das Gedicht gegen das Vergessen „Der Espenbaum“ von Paul Celan dabei. Ergreifend war der Vortrag des Textes „Eine Familie vor der Erschießung“, in der die Gefühle der Familie geschildert wurden, die sich bewaffneten Männern gegenübersahen und einem Fotografen, der die Szenen festhalten sollte. Das entsprechende Bild, das die teils entkleideten Frauen zeigt, hatte die Gruppe mitgebracht. Der Gemeinderat Puderbach fasste am 7. September 1936 eine weitreichende Entschließung. Aus der Erkenntnis „Die Juden sind unser Unglück“ beschloss der damalige Puderbacher Gemeinderat unter Bürgermeister Schäfer unter anderem: Der Zuzug von Juden wird hiermit untersagt; Gemeindeaufträge werden nicht an solche Volksgenossen vergeben, die ihre Einkäufe bei Juden tätigen oder mit diesen Verkehr pflegen; Beamte, Angestellte und Arbeiter, die im Dienst der Gemeinde stehen, dürfen bei Juden nicht kaufen oder mit diesen Verkehr pflegen. Die Bürgerinitiative ging auch noch kurz auf die Ablehnung des letzten Gemeinderates ein, der mehrheitlich eine Verlegung der Stolpersteine abgelehnt hatte. Aus dem jetzigen Gemeinderat wurden Signale ausgesandt, sich mit der Bürgerinitiative zu treffen und das Thema nochmals aufzugreifen.
WT
