„Unser Dorf hat Zukunft“
Urbach wurde als Kreissieger geehrt
Urbach. Am Mittwochabend, den 15. Juli wurden der Kreissieger Urbach und die anderen fünf Teilnehmergemeinden geehrt. Die teilnehmenden Gemeinden, Kurtscheid, Neustadt-Rott, Niederhofen, Niederraden, Roßbach und Urbach, konnten in den Kategorien Baugestaltung und -entwicklung, bürgerschaftliches Engagement, Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen sowie Grüngestaltung und -entwicklung punkten.
Die Gemeinde Urbach beeindruckte in besonderem Maße mit ihren zahlreichen und vielschichtigen Bemühungen rund um die Innenentwicklung des Dorfes und wurde somit Kreissieger. Mittlerweile konnte sich Urbach auch auf der Bezirksebene durchsetzen und steht jetzt im kommenden Landeswettbewerb. Achim Hallerbach betonte in seiner Ansprache: „Dies beweist, dass wir Urbach zu recht auf den ersten Platz gesetzt haben.“
Urbach ist ein alter Gerichts- und Marktort mit einer Kirche (Kirchspiel), dem Haus am Hochgericht und einem Dorfmuseum in der Dorfmitte. Die gepflegten gemeindeeigenen Anlagen „Weiher“ mit seinen Rundwegen und dem schattenspenden Baumbestand geben eine große Wohlfühlatmosphäre. Hier sieht man das Wirken des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Mit Gewissheit bilden das attraktive Schwimmbad mit angrenzender Schule und einem Kindergarten im Dorf Zuspruch für neue Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise zum Verbleib der dort Wohnenden.
Traditionsgemäß wurde das Backhaus wieder hergerichtet und bei besonderen Gelegenheiten befeuert, die Obstpresserei wird nach dem Weggang der gewerblichen Anlage durch eine mobile Anlage auch weiterhin aufgebaut. Frauen aus dem Dorf haben sich für die Anlage und Pflege eines Dorfgartens entschieden, andere übernehmen den monatlichen Seniorenkaffee.
Die Steigerung der Einwohnerzahl von 1000 im Jahr 1985 auf 1515 im Jahr 2015 spricht für ein Dorf mit Zukunft. Sanfte Dorfentwicklung mit alten und neuzeitlichen Werten und Inhalten prägen Urbach.
Das Haus am Hochgericht liegt in zentraler Ortslage und bietet Platz für Veranstaltungen, wie ein Seniorenkaffee oder ähnliches und beheimatet ein Dorfmuseum und das Gemeindebüro. Das Gebäude ist im Erdgeschoss behindertengerecht ausgebaut. Neben dem Haus am Hochgericht verfügt die Gemeinde über ein Dorfgemeinschaftshaus, das in nächster Zeit umgebaut und erweitert werden soll. Nach Abschluss der Arbeiten ist dann auch das DGH behindertengerecht nutzbar.
Die Gemeinde Urbach nutzt auf dem Dorfgemeinschaftshaus und auf der Schule Photovoltaik-Anlagen. Vereinzelt sind auch auf den Dächern privater Nutzer PV-Anlagen vorzufinden. Die Nutzung von Windkraftanlagen ist aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.
Eine gute Durchgrünung und Gestaltung mit altem Baumbestand prägen die Straßen des Ortes. Insbesondere im Bereich der Kirche entsteht hierdurch eine bemerkenswerte Torwirkung. Gärten mit typischen Pflanzenarten aus dem Bauerngarten und entsprechende Einfriedungen bereichern das Erscheinungsbild im Dorf.
Die Weiher-Anlage, die in den 70-er Jahren in einem sumpfigen Gelände zwischen den beiden Ortsteilen angelegt wurde, bietet ein wunderbares Naherholungsgebiet und einen grünen Spiel- und Treffpunkt im Dorf an. Obstbaumpflanzungen am Ortsrand und als Ausgleichsmaßnahme binden den Ort in die Landschaft ein und bereichern die Gemarkung. Sehr positiv zu sehen ist auch die Entwicklung und Offenhaltung des Urbacher Tales durch Renaturierung von Teichen und Beweidung.
Niederraden belegt den zweiten Platz
Auf Platz zwei und damit auch beim Gebietsentscheid dabei war der Oberradener Ortsteil Niederraden. Dort beeindruckte die konsequente Umsetzung der Ideen aus der Dorfmoderation durch die Dorfgemeinschaft. Die vorbildlichen Bemühungen zum Erhalt des dörflichen Charakters durch eine schöne Gestaltung der älteren Gebäude sowie der öffentlichen Flächen führte mit zum Erfolg. Der Naturschutz und die Einbeziehung von Jung und Alt in das dörfliche Leben brachten Punkte ein.
Der Sonderpreis geht an Kurtscheid
Der Sonderpreis des Landkreises ging in diesem Jahr für vorbildliche Naturschutzaktivitäten im Außenbereich an die Gemeinde Kurtscheid. Kurtscheid punktete mit dem Beweidungskonzept der Feuchtbachtäler. Sie pflegen Orchideenwiesen und die Wollgrasbestände, die einmalig im Kreis Neuwied sind. Beeindruckt hat auch die Blühwiese am Eingang des Gewerbegebietes. Ein Zukunftsprojekt hatte es der Jury angetan. Der Wasserturm am Ortsrand. Bei dem Zukunftsprojekt sollen Technik und Tourismus erlebbar gemacht werden.
Die anderen drei Orte und wie sie punkteten stellte Achim Hallerbach ebenfalls vor. „Denn man kann immer voneinander lernen.“ Er betonte, dass alle Gemeinden sehr eng beieinander lagen und nur Kleinigkeiten den Unterschied ausmachten. Hallerbach dankte auch den Jurymitgliedern für ihr Engagement. Dies waren Martina Jungbluth als Chefin, Margit Rödder-Rasbach, Achim Braasch und Kurt Milad.
Die Gartenfrauen von Urbach trugen mit ihrem Bauerngarten mit zum Erfolg bei.
