Ehrenabend bei der Freiwilligen Feuerwehr Winningen
35 Jahre Einsatz für Wehr und Gemeinde
Oberlöschmeister Klaus Lehnigk wurde für seine Verdienste ausgezeichnet
Winningen. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren riskieren ihr Leben, wenn sie im Einsatz sind, beim Retten, Löschen und Bergen. Darüber hinaus opfern sie viele Stunden für Aus- und Weiterbildung, für die Wartung der Gerätschaften, organisieren von Festen und, und, und … Und wenn einer das über drei Jahrzehnte ehrenamtlich bewerkstelligt, ist das eine außerordentliche Leistung, die eine gebührende Beachtung finden sollte.
Die Wehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Winningen haben einen Kameraden in ihren Reihen, der seinen ehrenamtlichen Dienst seit 35 Jahren mit großem Engagement und Idealismus ausübt: Oberlöschmeister Klaus Lehnigk. Ein Anlass, der gefeiert werden musste. Und so trafen sich Mitglieder und Angehörige im Gerätehaus am Marktplatz zu einem Ehrenabend, dem auch Landrat Dr. Alexander Saftig, Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld und Ortsbürgermeister Hans-Joachim Schu-Knapp beiwohnten.
Wehrführer Thomas Pelzer eröffnete den Kameradschaftsabend, in dessen Rahmen außer der Ehrung Klaus Lehnigks auch Beförderungen stattfanden. Er begrüßte die Anwesenden und freute sich ganz besonders, dass zwei Vertreter der Westerburger Feuerwehr gekommen waren. Die Feuerwehr Winningen nutzt seit zweiundzwanzig Jahren die Atemschutzstrecke in Westerburg, mittlerweile hat sich eine Freundschaft zwischen den Wehren entwickelt. Noch einen Tag zuvor traf man sich dort zur Übung. „Da kommt doch och morje Abend, hab‘ ich zu ihnen gesagt“, erzählte Thomas Pelzer: „Und da sitzen se!“
Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld führte die anstehenden Beförderungen durch, unterstützt von ausführlichen Kommentaren über den Werdegang jeder Person von Thomas Pelzer. Janina Balz, Jan Philipp Jungwirth und Peter Pelzer erhielten die Beförderung zu Feuerwehrmann bzw. -frau, Natascha Dumont, Sebastian Brost zu Oberfeuerwehrmann bzw. -frau, Stefan Kröber, Thomas Brost und Julian Steinhardt zum Hauptfeuerwehrmann und der stellvertretende Wehrführer Jens Mölich zum Oberbrandmeister. „Jeder hat seinen Platz im Team“, sagte der Wehrführer und fügte mit Blick auf die Feuerwehrfrauen hinzu: „Frauenpower in der Feuerwehr ist eine gute Sache.“
Der restliche offizielle Teil des Abends war ganz Oberlöschmeister Klaus Lehnigk gewidmet. Es waren sehr persönliche Worte, die Thomas Pelzer für seinen Kameraden fand, eine fast familiäre Atmosphäre entstand. Launig und witzig erzählte Pelzer Anekdoten aus dreißig gemeinsamen Jahren, die für Gelächter sorgten. Die ausgelassene Stimmung brachte schließlich Landrat Dr. Alexander Saftig dazu, seine vorgefertigte Rede zusammenzufalten und spontane Worte an Klaus Lehnigk und die übrigen Wehrleute zu richten: „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht zuzuhören, weil die Seele dieses Verbands, dieser Feuerwehr so deutlich zum Tragen kam. Wobei die beiden Elemente, auf der einen Seite die Kameradschaft, auf der anderen die Verantwortung für die Heimat, besonders herauskamen.“ Er hob die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehren hervor: „Das Ganze ist nur zu bewältigen, wenn es in Kameradschaft geschieht. Und wenn einer das 35 Jahre gerne und freiwillig tut, so muss man ‚Danke‘ sagen!“ Er bezeichnete Klaus Lehnigk als „Feuerwehrmann durch und durch“. Landrat Dr. Alexander Saftig überreichte ihm das „Goldene Feuerwehr-Ehrenzeichen“ des Landes Rheinland-Pfalz, eine Auszeichnung für Verdienste von außerordentlicher Bedeutung um das Feuerwehrwesen. Auch Pia Lehnigk wurde geehrt. Die Frau an der Seite des Oberlöschmeisters wartete die vergangenen fünfunddreißig Jahre viele Stunden auf ihren Mann, oft in der Sorge, ob er gesund wieder kommt. Das war für Thomas Pelzer ein triftiger Grund, diese Geduld mit einem großen Blumenstrauß besonders zu würdigen. Abschließend erläuterte Klaus Lehnigk seine Ziele für die Zukunft: „Ich möchte meine Enkelkinder in spe zur Jugendfeuerwehr führen.“
Im weiteren Verlauf des emotionalen Abends wurde noch viel erzählt und gefeiert. Dieser Kameradschaftsabend gab ein wunderbares Zeugnis über das familiäre Klima und den Zusammenhalt in der Freiwilligen Feuerwehr Winningen, bei der es offensichtlich leicht fällt, fünfunddreißig Jahre dabei zu bleiben.
Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld sprach die Beförderungen aus, persönlich kommentiert von Wehrführer Thomas Pelzer. Fotos: EP
