Schwerdonnerstag in Oberfell
Ausgelassene Stimmung riss alle mit
Oberfell. Um 14:11 Uhr war Möhnentreffen an der Linde angesagt, und das verlief keineswegs „trocken“, trotz des strahlenden Sonnenscheins. Traditionsgemäß erfolgte von dort der Umzug durchs Dorf und so traf man dann gut gelaunt im Gasthaus „Zur Krone“ ein, wo in der festlich geschmückten Narrhalla ein tolles Programm auf die närrischen Gäste niederprasselte. Das war Karneval nach guter alter Väter - ach was, natürlich nach guter alter Möhnen - Sitte. Kaum hatte die 1. Vorsitzende der Oberfeller Möhnen, Brigitte Lellmann, die närrischen Weiber begrüßt, da ging es schon los: Die kleine Garde eröffnete den bunten Reigen mit 24 Mädchen und einem sehenswerten Tanz.
Zwei Oberfeller „Nachwuchskarnevalisten“ - der Eine, Jonas Mieth, zum ersten Male in der Bütt mit einem gekonnten Vortrag über die väterlichen Bemühungen, die Familie zu versorgen, wenn die Mutter im Krankenhaus ist, und der Andere, Jonas Endris, mit seinen elf Jahren bereits ein erfahrener Büttenredner, mit einem Vortrag über Weihnachtsstress („Stille Nacht, Heilige Nacht, wie hat das wieder Spaß gemacht") machten den Anfang. Und da gab es bei den begeisterten Möhnen bereits die erste Rakete am frühen Nachmittag. Dann ging es Schlag auf Schlag weiter. Der bestens aufgelegte Mann an der Musik, Jürgen Sabel, brachte mit der passenden Musik zu jedem Vortrag und mit gekonnter Moderation den Saal in absolute Hochstimmung. Und so wurden die Akteure auf der Bühne begeistert gefeiert. 50 Jahre verheiratet! Davon wussten Michale Deisen und Nicole Endris, als Goldenes Hochzeitspaar in stilechter Garderobe, einiges zu erzählen. Ihre Gesangseinlagen waren Spitze und wurden dementsprechend auch vom Publikum bejubelt. Die große „alte“ Dame der Oberfeller Faasenacht (wobei sich „alt“ rein auf ihre jahrelange Bühnenpräsenz im Oberfeller Karneval bezieht), Elke Dräger, brillierte als Frau aus Väterchen Russland mit ihrem Vortrag: „Wenn du stirbst, dann hast du zwei Möglichkeiten.....!“ Da durfte ein waschechter Kasatschok zum Abschluss nicht fehlen. Die Gruppe Sammelsurium ließ noch einmal - wie bereits auf der Kappensitzung - die Puppen, wahrlich meisterlich tanzen und erntete dafür frenetischen Applaus. Die Stimmung riss alle dermaßen mit, dass sich Nicole Endris, Michaele Deisen und Ursula Baumann zu einem spontanen Sketch hinreißen ließen. Und der hatte es in sich! Wenn Kostümierte im Karneval losgelassen werden …..; wow Ihr drei! Ohne Vorbereitung! Super! Das zeigte die begeisterte Reaktion des Publikums.
Brigitte Lellmann, die bis dahin hinter der Bühne gewerkelt und auch noch souverän durch das Programm geführt hatte, setzte mit ihren haarsträubenden Geschichten als „Doof Nuss“ den Schlusspunkt zu einem Programm, das keine Wünsche offen lies. Danach hielt es keinen mehr auf seinem Sitz. Man zeigte, was los ist mit den Händen, den Armen, dem Hintern, flog wie ein Flieger und streckte dann die Hände zum Himmel. Nicht unerwähnt bleiben darf das schmackhafte Essen, welches in der „Krone“ serviert wurde. Leib, Seele und Augen kamen an „Einem Tag wie diesem“ voll auf ihre Kosten.
Originelle Darbietungen rissen die Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin.
Elke Dräger, brillierte als Frau aus Väterchen Russland.
