Allgemeine Berichte | 18.07.2014

Gedankenaustausch am Rhein in Steillage

Breyer Hämmchen trifft Lehmener Würzlay

Das „Razejunge-Emblem“ hatten die Lehmener als Geschenk mitgebracht.

Brey. Sie haben die gleichen Ziele und Interessen – die Weinbruderschaft Breyer Hämmchen und die Lehmer Razejunge – und das ist in erster Linie der Spaß am Wein! Und da Rhein und Mosel in  der neuen Verbandsgemeinde  Rhein-Mosel näher zusammengerückt sind, kam beiden Vereinen die Idee, zu demonstrieren, wie ein Verbandsgemeindezusammenschluss auf Bürgerebene praktisch vollziehbar sein kann. Anfang des Jahres fanden die ersten Gespräche statt; angestrebt wird eine Kooperation, um gemeinsam die Kultur des traditionellen Weinbaus an Rhein und Mosel zu fördern. Die Mitglieder beider Vereine sind ehrenamtlich tätig. Die Lehmer Razejunge (www.lehmer-razejunge.de) blicken auf eine lange Tradition zurück.

Brauchtum und Kultur

1784 wurde zum ersten Mal im Kirchenbuch der Begriff „Razejung“ erwähnt, als Mistträger im Weinberg der Kirche. Tradition ist es auch heute noch, in der „Raz“ Stallmist zum Düngen in den vereinseigenen Weinberg in Lehmen „Würzlay“ zu bringen. Die „Raz“ ist eine aus Haselnussstöcken geflochtene Kiepe. Der mit mehreren Preisen ausgezeichnete Verein, pflegt Brauchtum und Kultur, bezieht Kinder und Jugendliche mit ein und kümmert sich um die Natur. Die Lehmer Razejunge betreiben Werbung für die Kulturlandschaft der Untermosel. Der Weinbruderschaft Breyer Hämmchen (www.weinbruderschaft-brey.de) liegt ebenso die Fortsetzung alter Tradition am Herzen. Dank ihrer Initiative wird wieder im Breyer Hämmchen Riesling angebaut. Bis 2003 wurde der Wingert von Magret und Hermann-Josef Weingart bearbeitet. Als diese aufhörten, drohte der Verlust der drei Jahrhunderte alten Breyer Weinkultur. Um dem zu entgegnen, gründeten einige Breyer Bürger 2005 die Weinbruderschaft, die heute mehr als 60 Mitglieder, auch Weinschwestern, zählt. Der Anfang war schwer, denn vom Weinbau verstand eigentlich niemand etwas, die Skepsis war groß.

4.400 Riesling-Rebstöcke

Mit großem Einsatz, viel Idealismus und einigen finanziellen Anstrengungen schafften sie es im Jahr 2006, 4.400 Rebstöcke der Sorte Riesling anzupflanzen. Im Jahr 2007 wurden 230 Liter „Jungfrauenwein“ erzielt, in den Folgejahren sogar mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnete Weine. Beim Keltern bekommt die Weinbruderschaft große Unterstützung vom Spitzenwinzer Florian Weingart aus Spay. Im Gegenzug sind die Mitglieder zur Stelle, wenn es bei ihrem Vereinsbruder "brennt". Auch die Weinbruderschaft Breyer Hamm bringt Kindern Kultur und Brauchtum näher. Sie betreiben ein Schulprojekt mit der Grundschule Brey. Aktuell sind rund zwanzig aktive Weinschwestern und -Brüder im Einsatz, die mehr als fünfzig Stunden im Jahr freiwillig und mit viel Spaß im Weinberg arbeiten.

Am Samstag wird gearbeitet

Treffen sind regelmäßig an den Samstagen, dann werden die Arbeiten erledigt die im Jahresverlauf anfallen. Danach gibt es in der urigen, gemütlichen Vereinshütte eine gemeinsame Mahlzeit. 180 Paten aus Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Schweden, der Schweiz, den USA und sogar aus Thailand, unterstützen das Projekt „Breyer Hämmchen“. Jedem Paten, dessen Namen auf Schiefertafeln zu lesen ist, gehören symbolisch acht Reben. Zum Weinberg gehören auch Weinbergspfirsichbäume und seit neuestem Schafe, die die Bäume frei halten. Die Imkerei Brühl aus Koblenz, sorgt im Frühjahr für die Bestäubung und versorgt die Weinbruderschaft mit gutem Honig. Bei so vielen Gemeinsamkeiten lag bei beiden Vereinen der Gedanke nahe, zukünftig gemeinsam aktiv zu werden.

Das Razejunge-Emblem

Aus diesem Grund trafen sich die Lehmer Razejunge mit ihrem zweiten Vorsitzenden Dieter Möhring und die Weinbruderschaft Breyer Hämmchen mit ihrer Vorsitzenden Ursula Mogg in Brey. Ursula Mogg selbst war schon mal Ehrenrazefrau. Mit von der Partie waren der Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld, der Ehrenrazejung 2014 Herbert Hürter und der ehemalige Ortsbürgermeister Rudolf Kneb. Der Weg führte in den Vereinswingert hoch über dem Rhein. Nach der Besichtigung des Weinberges ging es zum Vereinshaus, wo leckere Speisen aufgetischt waren und Gläser auf den köstlichen Wein warteten. Rudolf Kneb berichtete über die Anfänge des Vereines. Der Verbandsbürgermeister sprach seine Anerkennung über das ehrenamtliche Engagement aus und äußerte den Wunsch auf eine Patenschaft. „Herzlichen Dank, dass Sie sich heute das Stückchen neue Verbandsgemeinde angeschaut haben. Sie sind zur Patenschaft eingeladen!“, antwortete Ursula Mogg. Über die Historie und Arbeit der Razejunge sprach Dieter Möhring, der zuvor ein Geschenk überreichte: das Razejunge-Emblem. Gemütlich wurde es dann in der Steillage des Wingerts bei einem Glas „Breyer Hämmchen“, mit einem atemberaubenden Ausblick auf den Rhein und die Höhen des Taunus.

Das „Razejunge-Emblem“ hatten die Lehmener als Geschenk mitgebracht.
Breyer Hämmchen trifft Lehmener Würzlay

Gemütlich wurde es in der Vereinshütte, wo endlich die leckeren Speisen und der köstliche Wein probiert werden konnten.

Das „Razejunge-Emblem“ hatten die Lehmener als Geschenk mitgebracht.

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