Koberner Bürger kämpfen für den Hochwasserschutz
Bürgerinitiative kritisiert statistische Auswertungen und Berechnungen
Kobern-Gondorf. Noch steht ihnen das Wasser zwar nicht bis zum Hals, aber das nächste Hochwasser bestimmt seinen eigenen Termin. Daher kämpft die Bürgerinitiative für Hochwasserschutz e.V. Kobern-Gondorf für eine gerechte Berechnung von Schäden und Schadensersatz beziehungsweise für eine Anerkennung von Schutzmaßnahmen vor dem Hochwasser. Auch wenn es im Moment keinen Anlass gibt, ist Hochwasser nicht aus den Köpfen der Betroffenen zu vertreiben. Zu schwer wiegen die Erinnerungen. Die Bürgerinitiative möchte ihr Ziel - den Schutz vor der Flut - erreichen, auch gegen die statistischen Werte.
Um ihren Mitstreitern den aktuellen Stand zu den Bemühungen um technischen Hochwasserschutz für Kobern mitzuteilen, hatte die Bürgerinitiative zur Jahreshauptversammlung eingeladen. An diesem Abend lag die Mosel ruhig in ihrem Bett, idyllisch anzusehen mit ihren blühenden Ufern. Vorsitzender Johannes Eickhoff begrüßte kurz die anwesenden Bürger. Auch der Jahresbericht des Beisitzers Franz-Josef Nisius war schnell vorgetragen. Bei der letzten Jahreshauptversammlung, die 2012 stattfand, waren achtzig Interessierte anwesend. Diese Zahl konnte an diesem Abend nicht erreicht werden. Auch bei den vergangenen Workshops gab es nur eine geringe Beteiligung.
Aus diesen Workshops hatte die Bürgerinitiative das Fazit gezogen, dass vorliegende Ergebnisse, Daten und Analysen überprüft werden sollten. Zu diesem Zweck hatte der Vorstand Unterlagen bei der SGD (Struktur- und Genehmigungsdirektion) angefordert und 2013 erhalten. Neue topografische Karten wurden vom Land Rheinland-Pfalz im vergangenen Jahr erstellt und lagen jetzt vor. Johannes Eickhoff übernahm die grafische Darstellung an der Leinwand. Präzise, detailliert und akribisch nachgeprüft, erläuterte er die amtlichen Zahlen, stellte die errechneten Vermögens- und Schadenswerte gegenüber und bezweifelte die Verlässlichkeit dieser Daten. Er deckte vermeintliche Fehler in den Berechnungen auf. Anschaulich machte er anhand einer Karte deutlich, dass die vorliegenden Flächenberechnungen nicht den Tatsachen entsprächen, da die Gebiete zu weit gefasst seien. Das sei aber ein wichtiger Faktor zur Berechnung der Schadenspotenziale, die wiederum Grundlage für einen Hochwasserschutz sind. Auch gingen die statistischen Werte nach Eickhoffs Ansicht nicht auf die besonderen Gegebenheiten in Kobern-Gondorf ein, die spezielle Situation und Lage würden nicht berücksichtigt. „Der Erhalt des historischen Ortskerns wird nicht genügend bewertet“, so Eickhoff. Am Ende waren sich alle einig, dass die amtlichen, statistischen Berechnungen Erläuterungen erforderten. Ungereimtheiten sollen mit den Verantwortlichen besprochen werden. Der Einsatz der Bürgerinitiative um den Hochwasserschutz in Kobern-Gondorf geht also weiter.
