Uraufführung von „Wer erschoss Noah Duprais?“
Charmant, frech und federleicht
Gelungene Komödie der Lichtspielbühne Rhens
Rhens. 1979. Ein Schiff. Ein Mord. Drei Schüsse. Eine Leiche. Viele Verdächtige. Was nach einer Art ‚Cluedo‘-Fall klingt, ist die dritte und neueste Produktion der Lichtspielbühne Rhens. „Wer erschoss Noah Duprais?“, so der Arbeitstitel dieses Theaterstücks, feierte kürzlich Welturaufführung im Kaisersaal in Rhens. Eine ausverkaufte Premiere konnte das Ensemble verzeichneten.
Zum Inhalt
Ende der 1970er Jahre sticht die ‚Old Mary‘ ein letztes Mal in See. Mit an Bord befinden sich, neben der Besatzung, auch ein Auftragskiller, ein Detektiv und die Unternehmerfamilie Duprais. Letztere haben sich mit ihrem egoistischen Lebensstil jede Menge Feinde eingehandelt. So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Gatte gleich in der ersten Nacht ermordet wird. Drei Schüsse aus nächster Nähe beenden sein Leben und ein jeder kommt als Mörder in Betracht. Doch wohin nun mit der Leiche? Bloß keine Spuren hinterlassen und den Mord einem anderen in die Schuhe schieben. So beginnt der Leichnam an Bord der alten Mary zu ‚wandern‘. Dies zieht die eine oder andere Verwechselung nach sich. Da wird selbst der Kapitän des Mordes beschuldigt. Auch der trottelige Schiffsjunge gerät in Panik, als er die Leiche über Bord werfen will. Obwohl die reiche Gattin über die Affäre ihres Mannes Bescheid wusste, scheint allein sie seinen Tod zu beklagen. Über fünf Tage zieht sich diese Irrfahrt in tosendem Sturm, mit Gefahren, von denen der Kapitän mitreißend zu erzählen versteht.
Spannung bis zum Schluss
Dieses neue Stück nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch eine große Anzahl verschiedenster Figuren. Jeder auf dem Schiff befindliche Akteur hat seinen ganz eigenen Reiz und Ausdruck. Folglich werden im Laufe des Schauspiels, auf witzige und emotionale Art und Weise zugleich, die Charaktere der einzelnen Rollen durch gruppendynamische Prozesse Schritt für Schritt aufgehellt. Mit einem für sich selbst zufriedenen und erträglichen Maße an Leidenschaft, Gefühlen und dem Drang nach Selbstwahrnehmung sowie der Anerkennung anderer begeben sich alle auf eine Reise. Es ist für jeden eine alleinige und doch durch ein Ereignis gemeinsame Schiffsfahrt. Wer ist nun der Mörder? Diese Frage stellen sich alle an Bord. Diese Frage beschäftigte auch das Publikum. Dies ergaben vereinzelte Stimmungsbilder in der Pause und nach dem Ende. So waren einige Zuschauer fest überzeugt, dass möglicherweise ein bis dato niemals für den Täter in Frage kommender Schiffsgast trotz seines Berufes nicht ganz unschuldig sein könnte. Aber dies sind nur vage Vermutungen. Das Stück ist mit seinen drei Akten und den Effekten aus dem Brecht-Theater bis zum Schluss amüsant und vor allem spannend. So wird für das Publikum tatsächlich erst am Ende deutlich, wer wirklich den Mord begannen hat.
Weitere Aufführungen
Was sich wie ein Krimi von Agatha Christie anhört, ist in Wirklichkeit eine beschwingte Komödie. Federleicht und frech inszeniert. Die Stuhlreihen gaben keinen Platz für leere Sitze.
Die Uraufführung war nämlich ausverkauft. Weitere Aufführungen finden am Samstag, 18. April, 19 Uhr, am Sonntag, 19. April, 16 Uhr sowie am Samstag, 25. April, 19 Uhr, im Kaisersaal in Rhens statt. Sowohl an der Abendkasse als auch über www.licht-spiel-buehne.de sind auch nach der ausverkauften Uraufführung noch erhältlich.
Ein jeder kommt als Mörder in Betracht.
Der Leichnam wirft viele Fragen auf.
