Herbstaktion des Dekanates Maifeld-Untermosel
„Die Flüchtlinge sollen spüren, die Flucht ist vorbei“
„Sprachkurs für Mütter mit ihren Kindern“ - Spracherwerb mit Aktionen
Kobern-Gondorf. „Da versteht man ja sein eigenes Wort nicht mehr“, meinte Hakob, als er seine Frau und seine beiden Kinder beim Trommeln erlebte. Diese Gelegenheit ermöglichte die Herbstaktion des Dekanates Maifeld-Untermosel in der letzten Herbstferienwoche. Am „Sprachkurs für Mütter mit ihren Kindern“ nahmen 10 Mütter mit insgesamt 16 Grundschulkindern teil: vormittags zwei Stunden Sprachunterricht „Deutsch als Fremdsprache“ und nachmittags eine Sonderaktion. Die Realschule Plus in Kobern-Gondorf hatte schnell und unbürokratisch zugesagt, dass die Herbstaktion bei ihnen stattfinden konnte. Die Mütter mit den Kindern kamen aus den Moselgemeinden Dieblich, Niederfell, Burgen, Löf, Brodenbach, Kobern und Winningen, um ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Die Fachkonferenz Asyl-Migration-Integration des Dekanates hatte sich allerdings ein Konzept überlegt, das den Spracherwerb mit Aktionen verbindet. „Wir wollen, dass das Erlernen der Sprache begreifbar ist im wahrsten Sinne des Wortes“, meint Monika Sayk aus Dieblich, ehrenamtlich als Sprachlehrerin dabei. „Wir kochen gemeinsam und lernen dabei die Utensilien auf Deutsch kennen oder wir gehen einkaufen und reden über die Lebensmittel – übrigens lerne ich da auch viel Neues aus der internationalen Küche.“ So ist der Unterricht ein Geben und Nehmen und keine Einbahnstraße. Axel Sauerländer, Schlagzeuger und Trommler, besuchte die Gruppe montags zum Kennenlernen und Einüben einer Performance und war dann donnerstags wieder da. Die Väter mit den Geschwistern waren eingeladen, die Ergebnisse des Trommelworkshops zu hören und zu begutachten. An dem Donnerstag wurden auch die Kunstwerke gewürdigt, die unter Anleitung von Frau Christine Jost-Horn entstanden sind. Alle Mütter und Kinder hatten mit Acryl, Bleistift oder Kreide ihre Gedanken und Bilder auf Leinwand gebracht. Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der Piraten, als es in die Indoor-Minigolf Anlage in Kobern ging, um dort Zielgenauigkeit und Geduld auszuprobieren. Dass es nebenbei auch viel zu Lachen gab mit Fotos von Käptn Hook und anderen, versteht sich von selbst. Höhepunkt war am Freitag der Besuch im Neuwieder Zoo, zu dem die ganzen Familien eingeladen waren. Die Flüchtlingsfamilien und ihre deutschen Begleiter/innen konnten so vom Alltag entspannen und den schönen Tag im Freien genießen. Ein gelungener Abschluss einer ereignisreichen Woche. Die Herbstaktion wurde durch eine großzügige Spende des Lions-Club Dieblich ermöglicht. Die Lotto-Stiftung und der Caritasverband Koblenz legten den Rest drauf und die Woche war finanziert. „So schnell und einfach – das hätte ich nicht gedacht“, meint Werner Huffer-Kilian, Pastoralreferent im Dekanat und zuständig für die Flüchtlingsarbeit, „die Hilfsbereitschaft ist ungebrochen und ohne ehrenamtliches Engagement wäre eine solche Woche gar nicht umsetzbar.“ Bildung und Ehrenamt, das zeigt jeder Tag, gehören in der Flüchtlingsarbeit zusammen. Das Dekanat hat dazu ein Willkommenspapier erstellt: „Die Flüchtlinge sollen spüren, die Flucht ist vorbei“. Dazu sollte diese Herbstaktion beitragen.
