Das Folklore Festival begeisterte bei hochsommerlichen Temperaturen
Die Welt zu Gast in Winningen
Trachtengruppen aus acht Nationen zogen durch die festlich geschmückten Gassen
Winningen. Zum dreizehnten Mal richteten Winninger Bürger Zimmer her und holten Bettzeug raus, denn sie waren wieder Gastgeber für die Teilnehmer am Internationalen Folklore Festival. Und das taten sie gern und mit viel Herz, unterstützten sie doch damit nicht nur die Gäste, sondern auch die Organisatoren, die diese Mammutaufgabe übernommen hatten. Seit 1953 gehört diese Veranstaltung in unregelmäßigen Abständen zum Winninger Veranstaltungsprogramm. Offizieller Gastgeber war in diesem Jahr die Winninger Winzer-, Trachten und Tanzgruppe, die in acht Jahren ihr 100-jähriges Jubiläum feiern kann. Eröffnet wurde das Festival durch den Vorsitzenden der Touristik Winningen e.V. Andreas Lang, vom Ortsbürgermeister Eric Peiter, der Weinkönigin Sophia Steinmetz und der Weinhex Selina Fach. Zu den Tanz- und Gesangsdarbietungen der Trachtengruppen machte die Winzerkapelle Winningen Unterhaltungsmusik. Am nächsten Tag hieß es „Tänze ohne Grenzen“ und bei Trachten, Tanz und Hexenwein herrschte eine ausgelassene, fröhliche Stimmung bis in die frühen Morgenstunden. Es ist eine ganz besondere Stimmung, der sich niemand entziehen kann, wenn Menschen aus verschiedenen Ländern und Kontinenten zusammentreffen. Dabei spielt weder die Hautfarbe noch die Religion oder der soziale Status eine Rolle. Selbst die Sprache wird nicht zum Problem. „Mit Gesten, Händen und Füßen wird sich verständigt, wenn das nicht reicht, hilft der Winninger Wein.“ Erklärte schmunzelnd Andreas Lang, der den sonntäglichen Trachtenumzug auf der Freilichtbühne am Marktplatz moderierte. Über vierzig Trachten-, Tanz- und Musikgruppen aus Argentinien, Belgien, Großbritannien, Kanada, Litauen, Portugal, der Schweiz und Deutschland nahmen daran teil. Begleitet wurden sie von Weinmajestäten der Untermosel und der Winninger Weinkönigin und Weinhex. Vier Tage voller ausgelassener Stimmung fanden an diesem Sonntag ihren Höhepunkt, als der Trachtenfestzug durch die festlich geschmückten, malerischen Gassen zog. Viele Menschen hatten sich auf dem Marktplatz versammelt oder säumten den Straßenrand und jubelten den internationalen Gästen zu. Schwingende Röcke, gewagte Sprünge, heiße Rhythmen, wunderschöne Trachten und faszinierende Tänze, das alles riss mit und verzauberte. Zwei Stunden lang war das großartige Spektakel zu bewundern und endete auf dem Marktplatz, wo auf der Freilichtbühne jede einzelne Gruppe vorgestellt wurde. Außer der Winninger Winzerkapelle waren auch zwei Musikgruppen aus der Nachbarschaft dabei: Musikvereine aus Löf und Kobern. Zum ersten Mal zu Gast waren Trachtengruppen aus Portugal und Litauen. Von den Litauern war Andreas Lang besonders angetan, denn: „Sie begeisterten uns mit ihrem Charme und Esprit.“ erklärte er bei deren Bühnenauftritt. Einige Gruppen hatten sich in Deutschland zusammengefunden, wie die aus Ungarn und Bulgarien. Darunter auch „Ilios“ aus Koblenz, die für Griechenland auftrat und seit 1975 besteht. Es war ein sehr buntes Potpourri an Trachten, nicht nur farblich, sondern auch was die Menge an Bekleidung betraf. Die Niederländer zeigten sich in westfriesischer hochgeschlossener Tracht, wie sie anno dazumal wohlhabende Bauersleut‘ trugen. Große Aufmerksamkeit erhielt „Inanga Rapa Nui“ aus Chile und Spanien, die aus Barcelona kommend für die Osterinseln auftraten. Da war viel nackte Haut zu sehen, angepasst an die hochsommerlichen Temperaturen, dazu heiße Rhythmen - also eine perfekte Inszenierung, die bei den Zuschauern sehr gut ankam. „Und sie können noch weniger Tracht“, sagte Moderator Andreas Lang und verwies auf einen späteren Zeitpunkt, an dem die einzelnen Gruppen mit Tanz und Gesang die Bühne und das Publikum eroberten. Erst einmal ausruhen hieß es am vierten Tag des Internationalen Folklore Festivals. Die nächsten „Tänze ohne Grenzen“ fanden am Abend statt, als sich alle Gruppen zum Abschluss auf dem Marktplatz noch einmal präsentierten. Unter ihnen auch drei Generationen der Winninger Winzer-, Trachten- und Tanzgruppe. Für die musikalische Unterhaltung stand die Winzerkapelle bereit. Hand in Hand und gemeinsam haben es die „Winninger“ wieder geschafft, mit dieser grandiosen Veranstaltung einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, zu begðeistern und vier Tage lang gute Stimmung und beste Unterhaltung zu verbreiten. Und damit die Vorfreude auf das 14. Internationale Folklore Festival geschürt.
In den nächsten Tagen wird in BLICK aktuell TV ein Beitrag über das Folklorefest erscheinen. Viel Spaß beim anschauen!
Die Winninger Weinkönigin Sophia Steinmetz und die Weinhex Selina Fach begleiteten den Trachtenumzug beim Internationalen Folklore Festival.
Bunte, fantasievoll und liebevoll ausgestattete Trachten begeisterten die Zuschauer, die den Straßenrand säumten.
