Allgemeine Berichte | 20.11.2013

Burggrafenpaar mit Leib und Seele

Ein ehrenamtliches Engagement seit mehr als zwei Jahrzehnten

Monika und Willi Moritz liegt die Heimat sehr am Herzen

Ein ehrenamtliches Engagement seit mehr als zwei Jahrzehnten

Kobern-Gondorf. Monika und Willi Moritz müssen ihre Heimat sehr lieben, denn seit 22 Jahren repräsentieren sie ihren Ort und die Moselterrassen ehrenamtlich als Burggrafenpaar. Es war ein sehr angenehmes Treffen mit den Eheleuten, bei dem sie in ihre Kiste der Erinnerungen griffen. „Schuld“ hatte Hans Josef Koggel, damals Ortsbürgermeister von Kobern-Gondorf. Er hatte die Idee, die Matthiaskapelle und die Burg weit über die Region hinaus bekannt zu machen. Beides liegt ihm bis zum heutigen Tag am Herzen.

Eigene Kostüme angefertigt

So inszenierte er ein Burggrafenpaar als historische Figuren, zunächst dargestellt von Sohn und Tochter. 1991 wurde Willi Moritz als Vorsitzender des Dorfverschönerungsvereins angesprochen und sagte spontan zu. Bei einer Frankfurter Firma wurden zunächst historische Kostüme ausgeliehen, dann als sich das Burggrafenpaar etablierte, eigene angefertigt. Dabei versuchte man sich an die Mode des 12. Jahrhunderts zu halten, kleine Kompromisse waren wegen des Tragekomforts nötig. Diese Kostüme, die von ihnen gehegt und gepflegt werden, tragen beide noch heute. Es war eine aufregende Zeit, in der es in manchen Jahren 50 bis 100 Termine zu bewältigen galt. Große Unterstützung erfuhren sie in der ersten Zeit von Hans Josef Koggel, der sie als Repräsentanten einführte.

Viele Reisen unternommen

Monika und Willi Moritz steckten sich das Ziel, den Wein der Untermosel bekannter zu machen. In dem sie die Weinköniginnen als Vertreterinnen der Orte besuchten und einluden, vereinten sie nach und nach alle Untermoselorte. Sie intensivierten ihre Kontakte und spannten auch die Landräte der jeweiligen Jahre mit ein. Gemeinsam mit den Weinköniginnen wurden viele Reisen gemacht, die nach Frankreich, in die Partnerstädte in Belgien und Holland führten und bereisten in ihrer Mission natürlich ganz Deutschland. Das Burggrafenpaar besuchte alle Weinfeste, hier waren sie gern gesehen. Auch Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer in Koblenz luden Monika und Willi Moritz zu Repräsentationszwecken ein.

Wein für Angela Merkel

Eine Anekdote ist ihnen bis heute gut in Erinnerung geblieben. Es war 2006, als sie auf Initiative von Dr. Michael Fuchs zu einem Besuch nach Berlin eingeladen wurden, um dort Moselweine vor zu stellen und bekannter zu machen. Bundeskanzlerin Angela Merkel war bis dahin überzeugt, dass alle Moselrieslinge zu viel Säure hätten. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat organisierte das Burggrafenpaar eine Weinprobe, um die säureärmsten Rieslinge aus der Region zu finden. Ein Paket mit ausgesuchten Weinen trat dann den Weg nach Berlin an. Man spricht davon, dass Angela Merkel ihre Meinung geändert hat!

Nachfolger gesucht

Aus beruflichen Gründen ist das Ehepaar in den letzten zwei Jahren kürzer getreten und sie denken über ihre Nachfolge nach. Sie würden sich freuen, wenn sie nach dem 80. Kobern-Gondorfer Wein- und Burgenfest im kommenden Jahr, ein Nachfolgerpaar einarbeiten könnten. Einen großen Wunsch haben Monika und Willi Moritz, die ihr ehrenamtliches Engagement mit eigenen Mitteln finanzieren: „Es wäre schön, wenn wir einen Titel als Burggrafenpaar bekämen!“ Und noch etwas wünschen sie sich, dass sich alte und neue Weinköniginnen der Untermosel bei ihnen melden, die sie dann zu einer Weihnachtsfeier noch in diesem Jahr einladen möchten, Tel. (0 26 07) 50 7. Das Ehepaar ist stolz darauf, was sie als Burggrafenpaar für ihren Ort Kobern-Gondorf und die Terrassenmosel geleistet haben. Es ist schwer vorstellbar, dass sie irgendwann dieses Ehrenamt nicht mehr ausüben, welches sie so viele Jahre mit viel Engagement und Idealismus und Ideenreichtum ausgefüllt haben.

In den 22 Jahren des ehrenamtlichen Engagements haben sich viele Erinnerungen angesammelt.

Im historischen Kostüm repräsentieren Monika und Willi Moritz als Burggrafenpaar Kobern-Gondorf und die Terrassenmosel.Fotos: EP

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