SG Dieblich/Niederfell - SG I
Erneutes Torfestival - Das Runde flog zwölf Mal ins Eckige
SG I - SC Vallendar 12:0 (3:0) - SG II verkauft sich überraschend gut beim Tabellenführer TV Winningen - SG II 3:0 (2:0)
Dieblich/Niederfell. Um einen Sieg mit zwölf Toren Unterschied zu kommentieren, da helfen nur Fußballweisheiten von anerkannten Fachleuten weiter, die allseits berüchtigten „Phrasen vom Rasen“. Ungeachtet der Tatsache, dass die SG Dieblich/Niederfell selbst auf ihrem Ascheplatz nicht die geringsten Probleme hatte, den Vorletzten SC Vallendar im glatten Dutzend abzuledern. „Das Runde muss ins Eckige“, sagte einst Sepp Herberger, und das kann im Schnitt alle siebeneinhalb Minuten geschehen, wenn der Gegner „schwach, wie eine Flasche leer!“ ist (Giovanni Trapattoni). Die Herren hätten ihre reine Freude gehabt auf dem Dieblicher Sportplatz mit ihren Fußballphilosophien.
Zum Spiel selbst gibt es so gut wie nichts zu sagen, außer der Tatsache, dass erprobte Fußballer gegen „blutige Dilettanten“ ein munteres Toreschießen zelebrierten. Insofern tendiert der Stellenwert dieser Partie, ähnlich wie der 0:17-Erfolg am 10. Spieltag beim Tabellenletzten SV Reinhardt’s Elf, gegen null. Hielten sich die Gäste vom Rhein bis zur Pause und „nur“ einem Drei-Tore-Rückstand noch einigermaßen über Wasser, so sanken sie in der zweiten Halbzeit im Fünf-Minuten-Takt dem Meeresgrund entgegen. Martin Christ und Steffen Pistono (2) schossen die Vallendarer Titanic erst einmal lahm und Michael Perscheid (4) und Tobias Jung (3) versenkten sie nach dem Wiederanpfiff dann vollends. Auch Marvin Etzkorn konnte zwischendrin noch einen Treffer setzen, aber der wievielte es an diesem Tag dann war, das wusste er an anschließend selbst nicht so genau. Das Dutzend voll machte dann Jannik Schmieg 2 Minuten vor dem Abpfiff. „Ich hoffe, dass die Mannschaft auch in der 2. Halbzeit eine runde Leistung zeigt. Das würde die Leistung abrunden“ (Günther Netzer). Genau das müssen die SG-Spieler in der Pause gedacht und verinnerlicht haben.
Torfolge: 1:0 Martin Christ (7.), 2:0/3:0 S. Pistono (21./33.), 4:0/5:0/7:0/8:0 (56./60./75./76.) Michael Perscheid, 6:0/10:0/11:0 (65./85./86.) Tobias Jung, 9:0 Marvin Etzkorn (80.) 12:0 (88.) Jannik Schmieg.
Zuschauer: 90
Fazit: Vier Spiele in Folge gewonnen bei einem Torverhältnis von 36:3 - dies ist schon imposant. Allerdings sollte man nicht vergessen, gegen wen die beiden zweistelligen Siege erzielt wurden. Aber: Diese Tore müssen erst einmal auch geschossen werden. Jetzt gilt es, auch in den nächsten Spielen, die sicherlich einiges schwerer werden, zu überstehen.
Die SG spielte mit: Stephan Häs, Tobias Jung, Luca Dahlem, Tobias Arens, Niklas Pistono (70. Felix Jung), Pierre Luthin, Michael Perscheid (77. Jannik Schmieg), Steffen Pistono (60. Marco Nisius), Philipp Volk, Martin Christ, Marvin Etzkorn.
Vorschau
Am kommenden Sonntag, 16. November, spielt die erste Mannschaft der SG beim Tabellenneunten FC Arzheim. Will die Mannschaft ihren Marsch nach oben in der Tabelle fortsetzen, muss sie dieses Spiel gewinnen. Aber Vorsicht: Arzheim hat bei vier Siegen, drei Remis und vier Niederlagen eine ausgeglichene Saison gespielt. Und das Torverhältnis von 21:15 bei elf Spielen zeigt, dass man gerade so etwas mehr als ein Gegentor im Schnitt erhalten hat. So kommt es zur interessanten Konstellation, dass der eindeutig stärkste Angriff der Liga, nämlich die SG, gegen die drittstärkste Abwehr antritt. Deshalb ist mit einer durchaus interessanten Auseinandersetzung zu rechnen. Spielbeginn ist um 14:30 Uhr auf dem Hartplatz in Arzheim.
Zweite Mannschaft
An und für sich erwartete fast jeder eine klare Niederlage der zweiten Mannschaft der SG beim Tabellenführer in Winningen. Doch da „enttäuschte“ man alle, die dies vorhergesagt hatten. Taktisch äußerst clever von Betreuer Ulf Smers eingestellt, stand man sehr tief (wie die Griechen bei ihrem EM-Erfolg 2004) und lies die Gastgeber kaum zur Entfaltung kommen. Diese waren zwar optisch überlegen, hatten aber mit der Kampfkraft der SG durchaus einige Probleme. Der Spitzenreiter agierte oft mit langen Diagonalbällen, die meist ins Toraus gingen oder vom sehr gut mitspielenden Guido Kirsch rechtzeitig abgefangen wurden. Nach vorne brachte die SG zwangsläufig nicht viel zustande, sieht man einmal von einer Konterchance von Marco Nelles ab. Mitte der ersten Halbzeit fiel dann doch das 1:0 für Winningen, als sich keiner für den Torschützen zuständig fühlte, sodass der unbedrängt einköpfen konnte. Wenig später stand es, erneut durch einen Kopfball, sogar 2:0, wobei dieser Treffer hätte verhindert werden müssen. Und dieses 2:0 war dann auch der Pausenstand.
In der 2. Halbzeit blieb man bei der SG seiner Spielanlage treu. Die Belagerung des SG-Tores setzte Winningen, ähnlich wie beim Handball, zwar fort und man hatte auch ein paar kleinere oder auch größere Chancen, doch die Bälle gingen meist neben das Tor oder der Torhüter der SG, Guido Kirsch, der, nebenbei bemerkt, auch noch einen berechtigten Elfmeter parierte, verhindert mit guten Paraden ein höheres Ergebnis für Winningen. Schließlich fiel in Unterzahl - ein SG-Akteur erhielt eine mehr als fragwürdige gelb-rote Karte - noch das 3:0 durch einen Flachschuss aus 16 Metern.
Es spielten: Guido Kirsch, Moritz Reif, Kevin Müller, Tobias Weber, Marco Nelles, Daniel Fislage, Andreas Basche, Stephan Smers, Philipp Dickhardt (Yacine Deki), Christian Hain (Christoph Berens), Jan Bellinghausen (Joachim Meidt).
Fazit: Sollte die SG II diese Leistung auch gegen Mannschaften aus den hinteren Regionen einmal auf den Platz bringen, dann ist in der Tabelle noch alles möglich. Mit tollem Einsatz - jeder kämpfte für jeden - machte sie es dem Spitzenreiter wahrlich schwer, sodass der sich schließlich über einen Sieg freuen konnte, mehr aber auch nicht. Wenn man bedenkt, dass Lay II dort 9 und Simmern sogar 13 Gegentore kassierte, dann war es für die Moral sicherlich gut, „nur“ 0:3 zu verlieren. Jetzt gilt es, den Blick auf die wichtigen Spiele gegen Arenberg und Hillscheid zu richten.
Bereits am kommenden Samstag, 15. November, empfängt die 2. Mannschaft der SG den Tabellenneunten TuS Arenberg, eine Mannschaft, gegen den man bei entsprechender Besetzung und eventueller Hilfe „von oben“ wahrlich nicht chancenlos ist. Allerdings müsste dann auch alles stimmen. Spielbeginn ist um 18 Uhr in Niederfell, übrigens zum letzten Mal, denn das nächste Heimspiel gegen den TV Mülhofen gehört schon zur Rückrunde, und die spielt die SG II in Dieblich.
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