Probegrabungen im Gondorfer Gräberfeld
Faszinierende Archäologie
SPD-Kreisvorstand und Besucher informierten sich über den Stand der Dinge
Kobern-Gondorf. Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Untermosel besuchte der SPD-Kreisvorstand Mayen-Koblenz und interessierte Bürger die Ausgrabungsstätte auf dem Gelände des geplanten Einkaufszentrums in Kobern-Gondorf. Unter sachkundiger Leitung durch den Landesarchäologen von Rheinland Pfalz, Dr. Dr. Axel von Berg, informierte sich der Kreis der Interessierten über die Geschichte des Gräberfeldes und den aktuellen Stand der Probegrabungen. Das Gräberfeld wurde in spätrömischer und merowingischer Zeit (circa 1. bis 9. Jh. n. Chr.) belegt und ist eine der bedeutendsten Fundstätten dieser Art in Europa. Es unterscheidet sich von allen bisher erforschten Gräberfeldern an Mittelrhein und Mosel durch Größe und Ausstattung. Der Bestattungsort gehörte zu einer Siedlung mit etwa 200 Einwohnern an Stelle des heutigen Gondorf. Die Siedlung diente als Stützpunkt für die Moselschifffahrt von Koblenz nach Trier und lag gleichzeitig an einer wichtigen Straßenverbindung zwischen Hunsrück und Eifel. Die auf mehrere Tausend geschätzte Zahl der Grabstellen lässt sich trotz der relativ geringen Einwohnerzahl der Siedlung durch die Nutzung des Gräberfeldes über viele Jahrhunderte erklären. Im Grabungsbereich finden sich eng gepackt neben- und untereinander liegende Grabstellen. Bisher konnten circa 50 Gräber gesichert und dokumentiert werden. Aufgrund der Bodenzusammensetzung entstanden kaum Bodenverfärbungen, Holz- und Gewebespuren sind schwer zu erkennen. Dies erfordert jedoch von den Ausgräbern ein besonders sorgfältiges Arbeiten. Andererseits ist der vorhandene Boden für den guten Erhalt der Skelette verantwortlich. Aus deren Zustand und aus der Ausstattung der Gräber lässt sich ein gewisser Wohlstand der früheren Bewohner ableiten. Anhand der vorgefundenen Grabstellen konnte von Berg den Besuchern unter anderem die Bestattungsmethoden der einzelnen Epochen erläutern.
Die im April dieses Jahres begonnenen Probegrabungen werden voraussichtlich noch bis zum Ende des Jahres fortgeführt. Daraufhin sollen dann die Betroffenen, unter anderem Investor, Gemeinde und Landesarchäologie, ihr weiteres Vorgehen abstimmen.
Pressemitteilung
der SPD Untermosel
