Lokalsport | 04.08.2015

Der Vorstand des FSV Dieblich informiert:

„Freude der Sportler ist unsere Motivation“

Frank Dirschus, Trainer der Landesauswahl Rheinland-Pfalz, zum Fußballsport für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung

Die Rheinland-Pfalz-Auswahl beim Globus-Fußball-Ländercup in Wetzlar.privat

Dieblich. Vom 15. bis 17. Juli fand der 2. Globus-Ländercup Fußball-ID für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung im Stadion von Wetzlar statt. Als Teilnehmer hatten sich Auswahlmannschaften aus Hessen, Bayern, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz gemeldet.

Dem Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (HBRS) war es unter der Federführung seines Leiters für Sportmarketing & Fußball, Michael Trippel, gelungen, das Event vom vergangenen Jahr zu wiederholen. Eine Entscheidung, die rundum Grund zur Freude gab.

Die rheinland-pfälzische Auswahl wird von Frank Dirschus aus Dieblich trainiert und betreut. Neben seiner Tätigkeit als Fußball-Abteilungsleiter des FSV Dieblich engagiert er sich seit vielen Jahren als Trainer und sportlicher Übungsleiter für Menschen mit geistiger Behinderung im Niederfeller Herz-Jesu-Haus Kühr. Zusammen mit Rene Baum, Fachbereichsleiter Sport in der Carl-Orff-Schule Neuwied, und Werner Rüdell von der Lebenshilfe Bad Dürkheim hat er die Landesauswahl ins Leben gerufen und ihr die Teilnahme am diesjährigen Globus Ländercup ermöglicht.

„Unsere Mannschaft gibt es erst seit zwei Jahren“, so Dirschus, „in ihr spielen Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung aus verschiedenen Werkstätten und Einrichtungen in Rheinland-Pfalz. Sie gehen einer regelmäßigen Beschäftigung nach und widmen ihre Freizeit mit Leidenschaft dem Fußballsport.“

Teamchef der hessischen Landesauswahl ist übrigens kein Geringerer als Ex-Eintracht-Coach Dragoslav Stepanovic. Das gemeinsame Ziel von „Steppi“, Dirschus und allen Beteiligten ist die Förderung des Fußballs für Menschen mit Handicap und die Integration in die Fußballfamilie.

Dass dies zu einem beträchtlichen Teil schon gelungen ist, zeigten die Spieler dann auf dem Rasen. Bei herrlichem Sommerwetter gab es großartigen Fußball zu sehen.

Im Finale siegte der Titelverteidiger Sachsen-Anhalt mit 1:3 über den Gastgeber aus Hessen, die Rheinland-Pfalz-Auswahl musste sich im Spiel um den 3. Platz der Mannschaft aus Bayern mit 2:6 geschlagen geben.

Dirschus dazu: „Wir sind von vornherein als klarer Außenseiter ins Turnier gegangen. Immerhin sind uns zwei Tore gelungen.

Der Treffer von Roberto Olivera aus Kaiserslautern, unserem einzigen Nationalspieler, war ein echtes Sahnehäubchen“. Nationaltrainer Jörg Dittwar wird es vor Ort ähnlich gesehen haben. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch des Hessischen Ministers des Innern und für Sport, Peter Beuth. Er übergab HBRS-Präsident Gerhard Knapp vor 200 Sportfreunden einen Zuwendungsbescheid über Fördermittel von 340.000 Euro.

„Die Fördermittel der hessischen Landesregierung sind ein starker Eckpfeiler unserer Arbeit. Ein großes Fußballturnier wie der Globus-Ländercup-Fußball-ID wäre ohne diese Zuwendungen nicht möglich“, so Präsident Knapp.

Bei der Gelegenheit darf sich auch die rheinland-pfälzische Auswahl bei ihrem Sponsor, dem Globus Warenhaus in Lahnstein, bedanken. Von dort wurden die Trikots für das Turnier gestiftet.

Das Team hat noch einiges vor. „Im nächsten Jahr soll eine deutsche Meisterschaft ausgerichtet werden, bei der jedes Bundesland eine Mannschaft stellt. Unser großes Ziel ist es, dort dabei zu sein“, gibt Dirschus die Richtung an.

Auf die Frage, woher er die Kraft und Energie für seinen Einsatz um beeinträchtigte Sportler nehme, entgegnet er lächelnd: „Deren Freude ist unsere Motivation.

Nicht nur für mich, sondern für alle, die ein solches Turnier wie den Ländercup finanzieren und an der Durchführung, in welcher Form auch immer, beteiligt sind. Die Freude der Sportler ist nicht nur unsere Motivation, sondern auch unser Lohn.“

Trainer mit einem gemeinsamen Ziel: Frank Dirschus und Dragoslav Stepanovic möchten den Fußballsport für beeinträchtigte Menschen fördern. Rechts Spieler Dominik Eckstein vom Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell.

Trainer mit einem gemeinsamen Ziel: Frank Dirschus und Dragoslav Stepanovic möchten den Fußballsport für beeinträchtigte Menschen fördern. Rechts Spieler Dominik Eckstein vom Herz-Jesu-Haus Kühr in Niederfell.

Die Rheinland-Pfalz-Auswahl beim Globus-Fußball-Ländercup in Wetzlar.Fotos: privat

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