Feierstunde der Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft am Königsstuhl zu Rhens
Friedensgruß zum Tag der deutschen Einheit
„Die deutsche Einheit soll ein leuchtendes Friedensfeuer in Europa sein“
Rhens. Dem Frieden dienen und ein besseres Verständnis unter den Völkern fördern, auch das sind Aufgaben, denen sich die „Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft zur Pflege des Andenkens an den Königsstuhl zu Rhense und Deutscher Geschichte“ stellt. Darin begründet sich der Friedensappell „PAX OPTIMA RERUM“, den die Bruderschaft im Jahr 1980 aus Angst vor den bedrohlichen Ausmaßen des Kalten Krieges zwischen Ost und West an die Welt richtete. Der schriftliche Aufruf wurde von einhunderteinundvierzig Städten unterzeichnet. Damit nicht genug; Hans-Dietrich Genscher, der damalige Außenminister, ließ ihn anlässlich der Herbsttagung der Vereinten Nationen an die UNO weiterleiten. Dort ziert der Friedensappell eine Wand im Gebäude der Vereinten Nationen. Was liegt also näher, als an diesem geschichtsträchtigen Ort oberhalb von Rhens den Tag der deutschen Einheit zu feiern und einen Friedensgruß in die Welt zu senden. So lädt die Bruderschaft Jahr für Jahr zu einer Feierstunde am Tag der Deutschen Einheit – dem 3. Oktober – zum Königsstuhl ein. Diesmal spielte zum Auftakt die Jugendfeuerwehr-Kapelle Koblenz-Lay e.V. die Karlshymne, eine Hymne aus dem 12. Jahrhundert, die Karl dem Großen gewidmet ist. Der erst kürzlich gewählte Bruderschaftskanzler Klaus-Siegfried Weber begrüßte die Gäste und freute sich über das „Kaiserwetter“. Er ließ sie teilhaben an Geschehnissen aus den vergangenen 25 Jahren seiner Bruderschaft. Auch der Stadtbürgermeister von Rhens Raim und Bogler ließ es sich nicht nehmen, Grußworte an die Anwesenden zu richten. Auch er gehört der Bruderschaft an. Die Festrede hielt Generalmajor a. D. Ernst H. Lütz. Ausführlich informierte er über das Vermächtnis des Königsstuhls, der für weltvereinende Ereignisse mit Wirkung auch in unsere Zukunft steht: „Der Königsstuhl markiert Momente deutscher und europäischer Geschichte in einem Welterbe.“ Lütz stellte die Frage, ob das Monument die gebührende Beachtung in Politik, in der Bildung und in der touristischen Präsentation findet. Ausführlich ging er auf das Deutschland ab 1990 ein: „Wir gedenken der Deutschen Einheit am heutigen 3. Oktober. Ich ersetze den umgangssprachlichen Begriff „Wiedervereinigung“ durch „Deutsche Vereinigung“, weil es dieses heutige Deutschland noch nie gab, weder geografisch, noch politisch noch kulturell.“ Weiter berichtete er über die Entwicklung der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes und der Finanzen und erläuterte seine Sicht auf die politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der heutigen Zeit, auf die Konflikte der Welt und die Gier nach Macht und Einfluss: „Deutschland braucht neue Antworten!“ Bevor der Friedensgruß verlesen wurde, präsentierte die Jugendfeuerwehr-Kapelle Koblenz-Lay ein weiteres Musikstück. „Heute am 25. Jahrestag der Vereinigung Deutschlands grüßen wir die Bürger in allen 16 Bundesländern und besonders in den Städten und Gemeinden, die den Friedenspokal der Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft erhalten haben.“ Es waren die Worte der Winninger Weinhex Selina Fach, die an dieser Feierstunde die Ehre hatte, den Gruß des Friedens zu verlesen: „ Zulange waren wir durch eine widerrechtliche Teilung getrennt – die äußere Einheit ist Gott sei Dank erreicht – die innere Einheit lässt noch etwas auf sich warten, aber sie wächst und gedeiht. Dieser Tag soll für uns und alle Völker in Europa ein Tag der Freude – des Gemeinsamen sein, denn das Gemeinsame in der Geschichte der europäischen Völker muss für die Zukunft ein Band des Rechts, der Eintracht und des Friedens werden. In diesem Sinne möge unsere Deutsche Einheit ein leuchtendes Friedensfeuer bleiben, für uns und alle Nachbarn in Europa – in Einigkeit und Recht und Freiheit.“ Der auszugsweise wiedergegebene Friedensgruß wurde von den Anwesenden mit Applaus honoriert. Dann standen alle auf und sangen gemeinsam die Nationalhymne. Der Feierstunde schloss sich ein Umtrunk an. Und beim geselligen Beisammensein fand so manches interessante Gespräch statt. Denn der Frieden auf Erden liegt den meisten Menschen am Herzen, aber den Weg zu finden, bedarf so mancher Diskussion. Der stellt sich die Kaiser-Ruprecht-Bruderschaft mit ihrem Bemühen, das Geschichtsbewusstsein wach zu halten.
