Allgemeine Berichte | 23.05.2013

Herz-Jesu-Haus Kühr

Gedenkgottesdienst im Herz-Jesu-Haus Kühr

Bei einem feierlichen Gedenkgottesdienst wurde der 150 Kührer Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht.Privat

Niederfell. Bei einem feierlichen Gottesdienst gedachten viele Schwestern, Bewohner und Mitarbeiter des Herz-Jesu-Hauses der 150 Bewohner, die im Mai 1943 von Kräften des nationalsozialistischen Regimes in Lager verschleppt und umgebracht wurden. Die Oberin Sr. M. Radegundis Ulberth las einen Auszug aus der Schwesternchronik vor, aus dem deutlich wurde, dass an den Tagen vom 6. bis 8. Mai 1943 Kinder und Jugendliche mit Behinderung aus dem Herz-Jesu-Haus Kühr in drei verschiedene Lager verbracht wurden. Dies alles geschah in der Karwoche vor 70 Jahren, ohne dass die Eltern oder Angehörigen darüber informiert wurden. Bis auf drei Bewohnerinnen, die anschließend ins Herz-Jesu-Haus Kühr durch ihre Angehörigen zurückgebracht wurden, sind alle innerhalb weniger Tage in den Lagern umgebracht worden. Pater Josef Cramer, der den Gottesdienst gestaltete, gedachte an diesem Sonntag, der gleichzeitig auch als Muttertag gefeiert wurde, aller Mütter, die auf grausame Weise die Kinder verloren haben, und mahnte, auch heute die Zeichen für Ungerechtigkeit zu erkennen und christlich zu handeln.

Im Gottesdienst wurde in der Nähe des Altars der Muttergottes eine Gedenktafel für die 150 Opfer enthüllt. Auch Ortsbürgermeister Heinz-Jürgen Meidt drückte die tiefe Verbundenheit und Solidarität der Ortsgemeinde für das Herz-Jesu-Haus Kühr und die Menschen mit Behinderung, die von hier aus begleitet werden, aus.

Im Anschluss drückte die Bewohnerin Rosemarie Klehammer besondere Betroffenheit aus: „Ich bin so froh, dass sich damals noch nicht gelebt habe. Dann würde ich nicht mehr hier sein!“ Zahlreiche Gottesdienstbesucher aus dem Herz-Jesu-Haus, aber auch der Ortsgemeinde sowie Angehörige und Freunde des Hauses dachten voller Respekt und Liebe an die Kührer Opfer der Euthanasie. Sicher allen sprach Schwester Radegundis aus dem Herzen, als sie forderte: „Niemand soll benachteiligt oder verfolgt werden, weil er anders ist. Wir setzen und dafür ein, dass alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, das Recht auf ein zufriedenes und sinnerfülltes Leben haben!“

Bei einem feierlichen Gedenkgottesdienst wurde der 150 Kührer Opfer des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms gedacht.Foto: Privat

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