Lehmer Razejunge zeigen enge Verbundenheit mit Winningen
Gerd Knebel ist neuer Ehrenrazejung
Lehmen. Jedes Jahr ernennen die Lehmer Razejunge für die neue Weinsaison ihren Ehrenrazejung. Der Verein, der sich der Heimatpflege und Heimatkunde, des traditionellen Terrassenweinbaus der Untermosel verschrieben hat, legt besonderen Wert bei der Wahl ihres „Weinregenten“. Dabei stehen die Verbundenheit mit der Region, das Bekenntnis zum traditionellen Rieslinganbau und die Förderung der Weinbaukultur in der einmaligen Weinkulturlandschaft der Terrassenmosel im Vordergrund.
Mit Haut und Haaren dem Weinbau verschrieben
Mit dem 59-jährigen Diplom-Ingenieur des Weinbaus und der Oenologie, Gerd Knebel, Geschäftsführer der Weinbauverbände Mosel und Mittelrhein, gleichzeitig Alleinredakteur der „DWZ“ (Die Winzerzeitschrift), haben die Razejunge einen würdigen Nachfolger für Herbert Hürter, Filialleiter der Kreissparkasse Mayen, gefunden.
Der gebürtigen Winninger Knebel hat sich mit Haut und Haaren dem Weinbau verschrieben. In seiner knapp bemessenen Freizeit liest er gern. Hier stehen Reisen und natürlich alles im Zusammenhang mit und um den Wein im Mittelpunkt. Darüber hinaus engagiert er sich im Vorstand der Winninger Jungwinzer- und Schröterzunft, mit der die Lehmer Razejunge seit Jahren freundschaftlich verbunden sind.
Die Razejunge konnten sich beim offiziellen Besuch in Winningen im Elternhaus Gerd Knebels über das ausgezeichnete Fachwissen, die einschlägigen Kenntnisse sowie von Hintergrundinformationen des Weinbaus an der Terrassenmosel ihres neuen Ehrenrazejungen überzeugen.
Ehrenrazejung ist vertraut mit traditioneller Arbeit
Der gestandene Weinbauexperte, den Lehmenern noch bestens als „harter Knochen“ beim Fußballspiel aus seinen besten Sportlerzeiten bekannt, kennt sich mit dem „Misten“ bestens aus. Musste er doch in seiner Jugend diese schweißtreibende Arbeit noch selbst im Wingert ausführen. „Wann wird dann bei Euch im Razejungewingert wieder Mist getragen?“, war eine seiner ersten Fragen an die Delegation der Lehmer Razejungen. Die traditionelle Arbeit der Razejunge, Stallmist zum Düngen mit der Raz in den Weinberg zu tragen, ist ihm noch bestens bekannt. Bereits 1784 wurden die Razejungen als Mistträger zur Düngung der kirchlichen Wingerte der Oberpfarrkirche zu Lehmen urkundlich erwähnt.
Damit sich der neue Ehrenrazejung schnell in die verschworene Gemeinschaft der Lehmer Razejunge einleben kann, überreichte Oberrazejung Ralf Menden einige auserlesene Rieslingtropfen aus dem Razejungewingert in der Lehmener Würzlay. Dieter Möhring schenkte Knebel eine Kopie des Auszugs aus dem Kirchbuch, in dem die Razejunge zum ersten Mal erwähnt wurden.
Am 27. Juni richten die Lehmer Razejunge ihre beliebte Weinprobe zur Eröffnung des Lehmener Weinfestes aus. In diesem Jahr, dem 1150. Geburtstag von Lehmen, unter dem Motto: „Sanus per vinum - gesund durch Wein?“ Dr. Karl Graf zu Eltz wird die außergewöhnliche Weinprobe moderieren.
