Politik | 13.08.2014

Abschied vom Kreistag

Gertrud Wagner brachte es auf 45 Jahre Politik für Mayen-Koblenz

Der Landrat betonte, dass die ehemaligen Kreistagsmitglieder sich ehrenamtlich für den Landkreis engagiert haben, und dankte ihnen, dass sie ihre Freizeit dafür geopfert haben. privat

Kreis MYK. Am 30. Juni wurden bei der konstituierenden Sitzung 21 neue Mitglieder im Kreistag begrüßt. Das heißt, dass auch 21 Menschen den Kreistag verlassen haben. Sie brachten insgesamt 248 Jahre politischer Erfahrung in diesem Gremium ein. Ein Kreistagsmitglied brachte es dabei allein auf 45 Jahre: Gertrud Wagner.

„Abschied und Neubeginn - so einfach wie es klingt, ist das nicht. Denn hier geht es nicht nur um Politik oder um eine neue Wahlperiode. Vielmehr geht es um Menschen“, erklärte Landrat Dr. Alexander Saftig. „Menschen, die ihre Arbeit gerne gemacht haben, die aber aus persönlichen Gründen ausgeschieden oder aufgrund des Wahlergebnisses nicht mehr im Kreistag vertreten sind.“ Ihm war es daher einen zweiten Termin wert, die ehemaligen Kreistagsmitglieder zu verabschieden, nachdem am 10. Juli einige verhindert waren.

Saftig zitierte Robert Schumann: „Die Demokratie ist so viel wert, wie diejenigen, die in ihrem Namen sprechen.“ Große Verantwortung gehe daher mit dem politischen Amt einher. „Ein Wechsel von Vorteil sein. Neue Menschen bringen frischen Wind mit sich und es Demokratie lebt zweifelsohne auch vom Wechsel. Es schadet aber nicht, wenn sich in den Reihen eines politischen Gremiums Menschen befinden, die über große Erfahrung verfügen.“

Große Betonung legte der Landrat auf die Ehrenamtlichkeit: „Man muss immer erwähnen, dass die Mitglieder ihre Freizeit dafür opfern. Sie haben der Demokratie im Landkreis eine Stimme gegeben. Hierfür gilt es, Respekt und Anerkennung zu zollen.“ Vieles sei bewegt worden: das neue Abfallwirtschaftskonzept, die Fusion des Stiftungsklinikums Mittelrhein mit dem Gemeinschaftsklinikum Koblenz-Mayen und ein ausgeglichener Haushalt. „Allgemein hat der Landkreis viel zu bieten und wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht. Wir sind einer der wirtschaftsstärksten Landkreise im Land, wir haben seit Jahren eine konstant niedrige Arbeitslosenquote, zu Recht nennen wir uns familienfreundlich, umweltfreundlich und bildungsstark. Unsere Dörfer und Städte sind lebendige und attraktive Wohn- und Lebensräume.“

Gertrud Wagner: ein kommunalpolitisches Urgestein

Kreispolitik, überhaupt Politik, brauche daher Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen. Und Menschen mit Ausdauer. Wie Gertrud Wagner. „Wenn jemand den Titel ´kommunalpolitisches Urgestein´ in aller Wertschätzung verdient hat, dann sie. Zu den insgesamt 248 Jahren Erfahrung, die den Kreistag verlassen, hat sie alleine 45 Jahre beigesteuert. Sie begann ihre kommunalpolitische Karriere 1969 im Kreistag und war somit von Anfang an im Kreistag des Landkreises Mayen-Koblenz vertreten.“ Es gab etliche Mitgliedschaften in Ausschüssen, sie engagierte sich als eine der ersten Frauen kommunalpolitisch für die Region, darüber hinaus war sie von 1996 bis 2009 Bürgermeisterin der Stadt Weißenthurm. 15 Jahre vertrat sie den Landkreis beim Landkreistag, 20 Jahre gehörte sie der Verbandsversammlung Zweckverband Sparkasse Koblenz an. Viele Felder hat Gertrud Wagner in der Kreispolitik „beackert“, auf ein einziges Thema war sie nie festzulegen und ging keiner Diskussion aus dem Weg, wenn es der Sache diente. Schon 2001 erhielt Wagner den großen Wappenteller des Landkreises für ihre Verdienste. Nun verlässt sie den Kreistag. Das war auch für den Landrat bewegend: „Liebe Trude, vielen Dank für dein außerordentliches Engagement.“

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Gertrud Wagner wurde nach 45 Jahren von Landrat Dr. Alexander Saftig aus dem Kreistag verabschiedet.

Gertrud Wagner wurde nach 45 Jahren von Landrat Dr. Alexander Saftig aus dem Kreistag verabschiedet.

Der Landrat betonte, dass die ehemaligen Kreistagsmitglieder sich ehrenamtlich für den Landkreis engagiert haben, und dankte ihnen, dass sie ihre Freizeit dafür geopfert haben. Fotos: privat

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