Wallfahrt anlässlich des Kriegsendes vor 70 Jahren
Lahrer zum 70. Mal in Schönstatt
Rhein-Mosel. Bereits zum 70. Mal pilgerte die Gemeinde Lahr nun schon zu dem bekannten Wallfahrtsort Schönstatt bei Vallendar. Der Ursprung dieser Tradition findet sich im März 1945.
In alten Aufzeichnungen finden sich Berichte darüber, dass Mitte März 1945, als Lahr unter dem Beschuss der Amerikaner lag, die meisten Lahrer Bürgerinnen und Bürger in die Stollen der Kirchenmühle am Dünnbach geflüchtet waren.
Dort wurde das Gelöbnis gegeben „Überleben wir den Krieg ohne größeren Schäden im Dorf werden wir zum Dank alljährlich nach Schönstatt pilgern!
Das Versprechen wurde gehalten und die Lahrer lösten es erstmalig am 13./14. Sept. 1946 ein. Damals war der Weg nach Vallendar noch um einiges beschwerlicher als heute: Die ersten Pilger machten sich um zwei Uhr nachts auf den Weg. Zuerst zu Fuß zum Bahnhof nach Karden, dann durch das zerstörte Koblenz hindurch. Vom Bahnhof in Vallendar ging singend und betend in Prozession hinauf zur Gnadenkapelle von Schönstatt.
Heute fahren die Pilger im Reisebus, doch noch immer wird die etwa einstündige Anfahrt von Gebeten und Gesängen begleitet.
Organisiert wird die Wallfahrt auch heute noch vom Ortsbürgermeister der Gemeinde. Hans-Peter Färber konnte zur Jubiläumswallfahrt 50 Gläubige aus Lahr, den Nachbargemeinden und mehreren Gemeinden des Pfarrverbandes Treis-Karden begrüßen. Er betonte, dass eine solche Wallfahrt in der heutigen Zeit neben der Erinnerung an das Ende des Krieges auch als Dank angesehen werden kann, dass wir nun in Frieden und Freiheit leben dürfen.
Schwester Bernadette Maria begrüßte die Pilgergruppe und begleitete sie durch ein abwechslungsreiches Programm.
Höhepunkt war der feierliche Einzug zum Hochamt in die Pilgerkirche, jeder Pilger hatte zum Zeichen des Dankes eine rote Rose dabei, die vor dem Gnadenbild der Gottesmutter abgelegt wurde.
Es folgte ein gemeinsames Mittagessen im Pilgerheim. Der Nachmittag konnte frei gestaltet werde. Angeboten wurden Mediation in der Pilgerkirche, Besichtigung des Pater-Kenntenich-Hauses oder ein Besuch in der Buchhandlung.
Andere Wallfahrer besuchten das Grab von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der Schönstattbewegung.
Nach einer Dankandacht am Nachmittag und einer feierlichen Prozession zum Urheiligtum, der Gründerkapelle, machte sich die Gruppe dann wieder auf den Heimweg und freute sich schon auf die Schönstatt-Wallfahrt im nächsten Jahr.
Pressemitteilung des
Pfarrverband Treis-Karden
