Freundschaftskreis Dieblich-Marzy
Langweilige Knollen? - Weit gefehlt
Dieblich. Was haben ein englischer Seefahrer des 16. Jahrhunderts und ein deutscher Küchenmeister des 21. Jahrhunderts gemeinsam? Außer dem Vornamen noch ihre Verdienste um eine Wunderknolle aus Südamerika namens Kartoffel. Doch während es historisch nicht eindeutig belegt ist, dass Sir Walter Raleigh die Kartoffel tatsächlich in Westeuropa eingeführt hat, sind die Verdienste von Küchenchef Walter Pistono um die Kartoffel über jeden Zweifel erhaben. Dies stellte er kompetent und eindrucksvoll beim diesjährigen Kochkurs in Zusammenarbeit mit dem Freundschaftskreis Dieblich-Marzy unter Beweis, der unter dem Motto: „Raffiniertes aus der Kartoffelkiste“ stand. Nach der freundlichen Begrüßung im Hause Pistono, führte Walter Pistono die Kursteilnehmer in die Geschichte und Bedeutung der Kartoffel als nicht mehr wegzudenkendem Bestandteil der europäischen bzw. deutschen Küche ein und erläuterte den Menüplan. Dabei wurde wieder einmal klar, dass Kreativität bei Walter Pistono und seinem Team immer ganz groß geschrieben wird: Sogar für das Dessert des vorbereiteten Vier-Gänge-Menüs hatte man sich eine Kreation mit Kartoffelteig ausgedacht.
Das besondere Highlight
Bevor es dann wirklich an die Arbeit ging, wurde den Teilnehmern noch ein ganz besonderes Highlight präsentiert: Schürzen mit den vereinten Logos des Hotel Restaurant Pistono und des Freundschaftskreises, die vom Haus großzügig gesponsert wurden.
Die Gruppen, die die vier Gänge unter sich aufteilten, wurden von den hoch motivierten Mitarbeitern des Küchenteams angeleitet und zauberten eine Kartoffelterrine mit Lachs, eine Kartoffelcremesuppe mit Riesengarnelen, Lammrücken und Schweinefilet im Kartoffelmantel - ja, und eben Nougatkugeln im Kartoffelteig gebacken. Jedes einzelne Gericht schmeckte genauso köstlich, wie es klingt. Ganz nebenbei lernten alle eine Menge Wissenswertes dazu. Walter Pistono erklärte, dass man bei der Zubereitung von Filetstücken das Fleisch „nicht quälen, sondern behutsam beim Garen begleiten“ solle. Also Schluss mit den Turbotemperaturen - eine lange Garzeit bei niedrigen Temperaturen führt zu einmalig zartem Fleischgenuss. Außerdem erklärte er anschaulich und hoch konzentriert den Umgang mit Schweinenetz, einem natürlichen Befestigungsmaterial, das Hobbyköchen nicht unbedingt geläufig ist. Zur Terrine gab es Feldsalat mit Kartoffeldressing. Was bitte schön ist Kartoffeldressing? Eine ganz feine Sache, wie die vierzehn Hobbyköche und -köchinnen erfuhren. Doch nicht nur beim Kochen selbst wurden viele interessante Tipps gegeben.
Kunst des Anrichtens
Küchenchef Pistono ließ es sich nicht nehmen, den ihm anvertrauten „Teilzeit-Lehrlingen“ auch die Kunst des Anrichtens nahe zu bringen. So brachte er den Teilnehmern beim Vorbereiten der Dessertkreation mit Geduld und Humor das fachgerechte Abstechen von Nocken bei. Er war auch sonst stets zur Stelle, wenn Fragen, Unsicherheiten oder Probleme auftauchten und schaffte es mit seiner ruhigen, unaufgeregten Art allen das Gefühl zu geben, einen wichtigen Teil zum Gelingen des Ganzen beizutragen. Nach (vorläufig) getaner Arbeit stießen alle auf Einladung des Hauses mit den mittlerweile eingetroffenen Essensgästen auf den Kochkurs an, der - ebenso wie die Vorgängerveranstaltungen - ein voller Erfolg war. Unterstützt von den ebenso flotten wie fähigen Servicekräften des Hotel Restaurant Pistono, trugen die jeweiligen Köche und Köchinnen dann die Gänge auf. Alles war nicht nur gelungen, sondern absolut köstlich und auch für das Auge wurde mit einer geschmackvollen Tischdekoration und kunstvoll angerichteten Tellern etwas geboten. Spätestens beim Dessert war allen klar, dass die Kartoffel alles Mögliche ist - nur nicht langweilig. Zur großen Freude aller Teilnehmer kündigte Walter Pistono an, dass er auch im nächsten Jahr wieder einen Kurs in Zusammenarbeit mit dem Freundschaftskreis anbieten wolle und überreichte anschließend allen eine Rezeptsammlung und ein Teilnahmediplom. Für den Freundschaftskreis sprach die Erste Vorsitzende, Waltrud Pelz, dem Küchenchef und seinem Team ein herzliches Lob aus, für den großartigen Einsatz bei diesem rundum gelungenen Abend.
