Sommerliche Bläserserenade der „Villa Musica“ in der Matthiaskapelle und ein Abschied
Nach drei Jahrzehnten tritt Hans-Josef Koggel in die zweite Reihe
Bürgermeister Michael Dötsch folgt dem Stiftungsvorsitzenden in das Amt
Kobern-Gondorf. Es war „sein“ Konzert in der Matthiaskapelle, das die Musikerinnen und Musiker der „Villa Musica“ Rheinland-Pfalz präsentierten. Für Hans-Josef Koggel erklang eine Bläserserenade, gespielt von jungen Stipendiatinnen und Stipendiaten, einstudiert vom Dozenten Georg Klütsch. Jeweils zu dritt ließen sie Oboe, Klarinette und Fagott erklingen. Und es war ein Konzert der besonderen Bedeutung, da Hans-Josef Koggel sich „in die zweite Reihe“ zurückzieht, wie er selbst formulierte. Seit dreißig Jahren veranstaltet er Konzerte in Kobern-Gondorf. In einem Urlaub in Italien genoss er mit seiner Familie ein Konzert und hatte die spontane Idee: „Das muss es auch in meinem Heimatort geben!“ Der Anfang war nicht leicht, aber mit Unterstützung vieler Wegefährten gelang es ihm, seine Vision zu verwirklichen. Am 18. August 1985 fand in der Matthiaskapelle das erste Kammerkonzert statt. Ein Jahr später wurde die Stiftung „Villa Musica“ vom damaligen Kultusminister Dr. Georg Gölter gegründet. Mit Unterstützung rheinland-pfälzischer Unternehmen, werden junge Musikerinnen und Musiker gefördert. Und diese verzaubern seit mehr als zwei Jahrzehnten das Publikum mit Konzerten im besonderen Ambiente von Burgen und Schlössern in Rheinland-Pfalz.
Die ersten Konzerte der Stiftung Kultur Kobern - Gondorf in den Jahren 1985, 1986 und 1987 führte Hans-Josef Koggel in eigener Regie in der stark renovierungsbedürftigen Matthiaskapelle auf. Dabei hatte er einen Hintergedanken, nämlich das Augenmerk der Öffentlichkeit auf den Zustand der Kapelle zu richten. Hans-Josef Koggel musste dem Land Rheinland-Pfalz beweisen, dass sich eine Restaurierung lohnte. Alle Konzerte waren ausverkauft! Dieser Erfolg führte dazu, dass 1988 mit der umfangreichen Renovierung begonnen werden konnte. Bis heute begeisterten musikalische Aufführungen unzählige Besucher in diesem Juwel der romanischen Baukunst aus dem 13. Jahrhundert. Und das mit bester Akustik. Hans-Josef Koggel war in all diesen Jahren ein Garant für volle Säle. Er betreute die Stiftung Kobern-Gondorf und veranstaltete Konzerte außer in der Matthiaskapelle auch im Schloss von der Leyen. Damit war er ein Vorbild auch für andere Moselgemeinden.
Fagott, Oboe und Klarinette bezauberten das Publikum
Nachdem die Musiker ihren Instrumenten zauberhafte Töne entlockten und Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, Charles Koechlin, Jaques Ibert, Erwin Schulhoff und Ludwig von Beethoven darboten, erklärte Hans-Josef Koggel seinen Verzicht auf den Vorsitz der Stiftung Kobern-Gondorf. „Im dreißigsten Konzertjahr möchte ich den Vorsitz in jüngere Hände legen“, erklärte er mit ein wenig Wehmut in der Stimme. Sein Nachfolger ist der Ortsbürgermeister Michael Dötsch, der diese Aufgabe gerne übernimmt. Ganz zurückziehen möchte sich Hans-Josef Koggel dennoch nicht und wird aus der zweiten Reihe mit Rat und Tat zur Seite stehen. „Ich werde antworten, wenn Michael Dötsch mich fragt“, sagte er verschmitzt.
Mit seinem Verzicht geht auch eine andere Ära zu Ende. Hans-Josef Koggel hat den wunderschönen Begriff der „Moselblume“ kreiert, die aus gutem Kobern-Gondorfer Wein besteht und als Präsent im Anschluss an die Konzerte überreicht wurde. Zum Abschluss des Abends lud Hans-Josef Koggel Freunde und Wegbegleiter zu einem Umtrunk ein. Für ihn als Wegbereiter ist jetzt die Zeit gekommen, wo er sich ganz dem Genuss der Konzerte widmen kann, ohne in der Pflicht zu stehen.
Fünf junge Musikerinnen und Musiker verzauberten mit Tönen aus Oboe, Klarinette und Fagott.Fotos: EP
Hans-Josef Koggel legt den Vorsitz in die jüngeren Hände des Ortsbürgermeisters Michael Dötsch.
Zum Abschluss des Konzertes trafen sich Weggefährten und Freunde zu einem Umtrunk.
