Lokalsport | 26.11.2014

Fußball - SG Dieblich/Niederfell - Kreispokal vierte Runde

Packendes Pokalderby - SG schlägt Kesselheim im Kreispokal

SG I - VfL Kesselheim 2:1 (2:0) Meisterschaftsspiel: SSV Hillscheid - SG II 6:1 (2:0)

Dieblich/Niederfell. Die SG Dieblich/Niederfell scheint eine Mannschaft der Extreme geworden zu sein. In den vergangenen Wochen hat sie ihre Gegner entweder schwindelig gespielt und hochkarätig vom Platz geschossen, oder ihre Fans in späten Angstschweiß versetzt. Spät insofern, weil auch im Pokalderby gegen Kesselheim, genau wie im Meisterschaftsspiel gegen Niederberg, die Schlussminuten die turbulenteste Phase der Begegnung war. Spannend war die Partie allerdings von Anfang an. Wieder hatten sich bei sonnigem Herbstwetter mehr als 100 Zuschauer zum Dieblicher Sportgelände begeben und wieder mussten sie ihr Kommen nicht bereuen. Bereits die ersten Aktionen auf dem Platz deuteten darauf hin, dass sich zwei gleichstarke Teams gegenüber standen und demzufolge entwickelte sich sofort ein knackiger Schlagabtausch.

„Wir haben gut in die Partie hineingefunden“, so SG-Trainer Jürgen Ebert, „vor allem, wenn man bedenkt, in welche Personalnöte wir durch die kurzfristigen Ausfälle von Martin Christ und Torben Roos geraten sind. Dass später außerdem noch Felix Jung und Tobias Arens verletzt ausscheiden mussten, hat die Sache dann noch schwerer gemacht.“

Aber auch ohne die genannten Spieler traten die Platzherren als kompakte Einheit auf, und da die Gäste ein ähnliches Bild boten, wechselten sehenswerte Kombinationen in rascher Folge. Torszenen blieben vorerst zwar Mangelware, aber das änderte sich in der 26. Minute im Handumdrehen. Ausgangspunkt für die Dieblich/Niederfeller Führung war einmal mehr Niklas Pistono, der in Höhe der Mittellinie das Leder annahm, geschickt gegen zwei Angreifer verteidigte und dann aus dem Fußgelenk einen wahren Traumpass zu Philipp Volk schlug. Der ließ zuerst seinen Gegenspieler stehen und anschließend dem Gästekeeper mit einem eleganten Lupfer keine weitere Abwehrmöglichkeit. Das 1:0 rief bei den Männern vom Rhein dann eine gewisse Schockstarre hervor. Denn nur kurze Zeit später produzierten sie in Mitte der eigenen Hälfte einen katastrophalen Fehlpass auf Pierre Luthin, der passte schnell und scharf nach innen und Steffen Pistono hatte kein Problem damit, aus spitzem Winkel seinem umfangreichen Trefferkonto ein weiteres Tor hinzuzufügen. Der Pausenstand von 2:0 und der Gang der SG-Spieler in die Kabine wurde von ihren Anhängern mit lautem Beifall begleitet.

Die zweite Halbzeit startete ähnlich wie die erste. Zwei starke Mannschaften, die weder in ihren spielerischen noch kämpferischen Qualitäten nachließen. Gesunde Zweikampfhärte war auch genug dabei, und zwar gesund in dem Sinne, dass sie fast nie die erlaubten Grenzen überschritt und auch das zeichnet wirklich gute Fußballspieler aus. Dieblich/Niederfell war näher am dritten Tor als die Kesselheimer am Anschlusstreffer, aber es fiel weder das eine noch der andere - bis die 1. Minute der Nachspielzeit genau jene Turbulenzen auslöste, die eingangs erwähnt wurden, mit einer eigentlich planlos hereingeschlagenen Flanke in den heimischen Sechzehner, für die weder Schlussmann Häs noch ein Abwehrspieler eine befreiende Lösung fand. Folglich plumpste der Ball dem einschussbereiten Gästestürmer Robin Reichert vor die Füße und der fand dann die Lösung und schob das Leder zum 2:1 ins Netz. Und dann wurde es noch richtig haarsträubend in der Nachspielzeit, Kesselheim setzte alles auf eine Karte und nur aufgrund der Tatsache, dass den Platzherren mehr Glück als Geschick zur Seite stand, konnten sie den Sieg bis hin zum Schlusspfiff retten. Ein heißes Match, das den Namen Pokalderby redlich verdient hatte, fand damit seinen Abschluss, frenetisch gefeiert von den Dieblich-Niederfeller Fans. Jürgen Ebert: „Das war ein feiner Vorgeschmack auf das Meisterschaftsspiel am kommenden Sonntag auswärts beim gleichen Gegner. Mit einem knappen Sieg wäre ich beim Tabellenzweiten hochzufrieden. Wir als Dritter wären dann nur noch vier Punkte dahinter.“ „Wir werden alles tun, dass es dazu nicht kommt“, versprach sein Gegenüber, VfL-Coach Sascha Oestreich, „aber wie man heute schon gesehen hat, ist in diesem Match nichts unmöglich.“

Wie immer die Partie auch ausgeht, man sollte sie nicht verpassen. Der Anstoß ist am Sonntag, 30. November, um 14.30 Uhr, in Kesselheim.

Am darauf folgenden Mittwoch, 3. Dezember, geht es für die SG I direkt weiter mit den Spitzenspielen, erwartet man doch den Tabellenvierten VfR Koblenz, der bei zwei Punkten mit einem Sieg an der SG vorbeiziehen könnte. Doch da man beim Start der Heimspiele in Niederfell - bekanntlich spielt die erste Mannschaft der SG ja bis auf das Nachholspiel gegen Waldesch nun in Niederfell- nicht mit einer Niederlage beginnen will, sollten die drei Punkte in Niederfell bleiben. Also: Sonntag, 30. November (1. Advent), um 14.30 Uhr, in Kesselheim gegen den dortigen VfL, Mittwoch, 3. Dezember, 19.30 Uhr, gegen den VfR Koblenz in Niederfell.

Es spielten: Stephan Häs, Felix Jung (46. Marco Nisius), Jannik Schmieg, Luca Dahlem, Tobias Arens (27. Tobias Jung), Niklas Pistono, Pierre Luthin, Michael Perscheid, Steffen Pistono, Philipp Volk, Marvin Etzkorn.

SG II: Ganz schwache Leistung gegen starke Westerwälder

In Hillscheid hoffte die zweite Mannschaft der SG, durch einen Erfolg die Abstiegsränge verlassen zu können. Aber es kam ganz anders. Während man selbst relativ schwach agierte, spielte Hillscheid bei Weitem nicht so wie ein Abstiegskandidat. Allerdings, Pech für die SG, hatte man erstmals fast alle Akteure an Bord. In die Karten spielte den Gastgebern auch das frühe 1:0 nach fünf Minuten, was sicherlich nicht zum Selbstvertrauen der SG beitrug. Trotzdem hatte man kurz nach dem 1:0 die Chance zum Ausgleich, doch leider wurde ein völlig frei stehender Akteur der SG übersehen. Hillscheid war danach immer einen Schritt schneller und konnte nach 23 Minuten sogar auf 2:0 erhöhen. Bei diesem 2:0 blieb es dann auch bis zum Pausenpfiff.

Für die zweie Spielhälfte hatte sich die SG sehr viel vorgenommen. Doch ein grober Abwehrfehler und ein weiteres Geschenk nach einem missglückten Freistoß, der den Weg zum Gegner anstatt zum eigenen Mitspieler fand, brachten durch 2 Tore in der 46. und 47. Spielminute unmittelbar nach Wiederanpfiff die Entscheidung. Danach resignierte die SG und musste noch zwei weitere Treffer hinnehmen (52., 58.), ehe Christoph Berens nach einem schönen Solo für den Ehrentreffer nach 61. Minuten sorgte.

Es spielten: Guido Kirsch, Andreas Basche, Kevin Müller, Stefan Holzke, Dominik Schmitz, Thomas Andernach, Michael Cadenbach (67. Christian Hain), Tobias Weber, Jan Bellinghausen (77. Stephan Smers), Timo Gaumert, Philipp Schuster (46. Christoph Berens).

Fazit: Insgesamt war die Enttäuschung bei der SG natürlich groß, zumal man personell, was die SG II angeht, alles an Bord hatte. Aber vielleicht war sich der eine oder andere zu sicher, dass es diesmal einfacher werden würde, und machte unbewusst etwas weniger. Doch es reicht nur, wenn jeder 100 Prozent gibt. Bemerkenswert: Andreas Merfels konnte von der SG nie gebremst werden und erzielte gleich 5 der 6 Hillscheider Tore.

Vorschau: Auch für die zweite Mannschaft beginnt am kommenden Sonntag die Rückrunde. Dabei ist sie zu Gast bei den Sportfreunden Moselland. Die Gastgeber vom Sonntag, denen die SG II zu Beginn der Saison ein tolles 1:1 abgetrotzt hatte, haben sich mittlerweile zu einer Spitzenmannschaft entwickelt und liegen zurzeit auf Platz zwei der Tabelle. Hier wird es sicherlich schwer, zu punkten, aber mit der kämpferischen Einstellung aus den letzten Spielen, abgesehen von Hillscheid, ist der SG durchaus etwas zuzutrauen. Spielbeginn ist um 14.30 Uhr auf dem Pollenfeld-Hartplatz in Moselland.

Weiteres unter www.sg-dieblich-niederfell.de.

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