Pfadfinder Dieblich
Sommerfahrt ins Baltikum
Dieblich. In diesem Jahr sollte die Großfahrt im Sommer ins schöne Baltikum nach Lettland führen. Dort angekommen - übrigens nach zweiunddreißig Stunden Busfahrt und 1.750 Kilometer - teilten sich die drei Fahrtengruppen auf und verteilten sich an der Küste Lettlands. Dort wanderte man zehn Hajktage über Stock und Stein, lief am Meer entlang und hatte jede Menge Spaß.
Die achtköpfige Gruppe der Sippe Karibou und Akita mit ihren Gruppenführern Adam, Stäuer und Vicky trennte sich in Riga von der Sippe Fennek und der Rovergruppe „Körperklaus“.
Erstes Ziel war die kleine Hafenstadt Roja, am nordöstlichen Zipfel Lettlands, unterhalb des Meerbusens, dreißig Kilometer von Talsi entfernt. Nach einer erneuten Busfahrt, juckte es allen nach zweiunddreißig Stunden Sitzen so sehr in den Wanderschlappen, dass man es sich nicht nehmen lassen konnten, den Ausgangspunkt Talsi mit geschulterten Rucksäcken ein gutes Stück hinter sich zu lassen. Bereits hier trafen man auf äußerst nette Landesbewohner, die die Gruppe - trotz mangelnden Lettisch - in ihrer Muttersprache zutexteten. Angesichts ihrer Mimik und Gestik, waren sie hellauf begeistert, aber auch verwundert, von unserem Vorhaben, in acht Tagen bis nach Jurmala, einer Vorstadt von Riga, zu wandern.
Der erste Zeltplatz verschlug die Gruppe auf eine wunderschöne Lichtung in einem kleinen Waldstück, fernab der Straße, von Feldern umgeben. Nach einem späten Mitternachtsmahl bei hellem Mondschein und aufsteigendem Nebel, stapfte man, müde und erschöpft von den vielfältigen Eindrücken des Landes, in die Wanderkohte, um in die Schlafsäcke zu krabbeln.
Am nächsten Morgen erwachte man bei strahlendem Sonnenschein und setzten den Weg Richtung Roja fort. Beim Frühstück erwartete die Gruppe eine Überraschung: Man folgte der Einladung einer gastfreundlichen lettischen Familie in ihr Gartenhaus, wo man entgegen der Erwartungen ein Frühstück mit selbst angebauten frischen Gemüse, heißem Kaffee und Tee, Honig und Brot aufgetischt wurde. Die eine oder andere Freudenträne über diese Gastfreundlichkeit konnte nicht verkniffen werden.
Mit vollem Bauch wanderte die Truppe den restlichen und auch noch darauf folgenden Tag hoch motiviert, in freudiger Erwartung auf den Strand, bis ans Meer. In der Hafenstadt angekommen, gönnte man sich einen Tag Pause, um Stäuer`s siebzehnten Geburtstag ausgiebig am Wasser zu feiern. Trotz einiger Regengüsse traute man sich ins eisige Meer, um sich vom Schweiß der letzten Tage zu befreien und um einige Wasserschlachten zu machen.
Die nächsten Hajktage führten über festen Sand oder auf parallel verlaufenden bemoosten Waldwegen am Meer entlang, begleitet von gelegentlich auftauchenden Niederschlägen oder prallender Sonne. Auf den abenteuerreichen zwanzig Kilometer langen Tagesstrecken erkundete man kleine Dörfer oder zogen an einsamen Bauernhöfen vorbei. Die letzten dreißig Kilometer vor dem Standl-agerplatz Elingi in Jurmala passierten man mit der Hajkgruppe „Fennek“, die die Gruppe mit einem lautstarken Überfall bei der Bewältigung eines Flusslaufes am Meer überraschte.
Das zweitägige Standlager nutzte man, nachdem auch die Rovergruppe eingetroffen war, zum Saunieren, Abenteueraustausch, dekadenten Essen und Ausruhen. Als die Gruppe die darauffolgende zweitägige Heimreise antraten, ließ man schweren Herzens das neu entdeckte Land zurück, freute sich aber auch auf ein warmes Bett und ein festes Dach über dem Kopf. Die Busfahrt ging trotz der dreißig Stunden schnell vorbei, vielleicht lag es an den zahlreichen Ohropax, die flugs von Olli an die Passagiere verteilt wurden, als russische Comedyserien in voller Lautstärke über den Fernsehbildschirm ausgestrahlt wurden - trotz der Tatsache, dass lediglich der Busfahrer dieser Sprache mächtig war.
Lettland hat mit seiner wunderschönen Landschaft, ob Wälder oder Strand, verzaubert, sodass vielleicht der ein oder andere Pfadi die Bundesfahrt im Herzen Deutschland, die anlässlich des Jubiläums der Pfadfinderschaft Süddeutschland (PSD) im nächsten Jahr stattfinden wird, kaum erwarten kann.
Weitere Informationen über diese und andere Aktionen der Dieblicher Pfadfinder unter www.stamm-treverer.de.
