Friedrich-Bödecker-Kreis ehrt engagierten Kinder- und Jugendbuchautor aus Lehmen
Vierter Preisträger in 60 Jahren
Stefan Gemmel erhält Ehrenpreis für „Innovative Leseförderung“
Lehmen. Der Friedrich-Bödecker-Kreis ehrt den engagierten Kinder- und Jugendbuchautor aus Lehmen an der Mosel. In diesem Jahr gab es beim internationalen Autorentreffen des Friedrich-Bödecker-Kreises in Hannover zwei Jubiläen zu feiern: Das 60-jährige Bestehen des Kreises und das 50-jährige Bestehen des alle zwei Jahre stattfindenden Autorentreffens mit rund 150 Teilnehmern aus aller Welt. Anlässlich des Doppeljubiläums hatte sich der Vorstand des Bödecker-Kreises eine Besonderheit ausgedacht: Neben dem traditionellen Friedrich-Bödecker-Preis, der in diesem Jahr an die Schriftstellerin Anja Tuckermann ging, wurde ein Ehrenpreis für „Innovative Leseförderung“ an den Kinder- und Jugendbuchautor Stefan Gemmel aus Lehmen an der Mosel verliehen. Malte Blümke, der erste Vorsitzende des Friedrich-Bödecker-Kreises, schilderte in seiner Laudatio den Werdegang Gemmels vom Nichtleser zum angesehenen Lesekünstler (Wahl des deutschen Buchhandels 2011) und würdigte vor allem die nicht enden wollende Ideenvielfalt dieses Schriftstellers. Den Bemühungen des Friedrich-Bödecker-Kreises, stets nach neuen Möglichkeiten der Leseförderung Ausschau zu halten, entspreche Gemmel in vollem Maße. Der Vorsitzende verwies auf die interaktiven, lebendigen Lesungen, in denen Gemmel seine Zuhörer fesselt und seine Schreibwerkstätten, die er formal und inhaltlich an den Wünschen der Schulen und Büchereien ausrichte. Zudem verwies Blümke auch auf den mutigen Lese-Weltrekord vor über 10.000 Kindern und Jugendlichen, mit dem Stefan Gemmel im Juni 2012 – zusammen mit den Organisatoren von der Leserattenservice GmbH – einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde© gelang. Ebenso beglückwünschte Blümke ihn zur Idee der „Rollenden Lesehöhle“, die erst im Frühjahr 2014 mit dem BuchMarkt-Award ausgezeichnet wurde. Auch das Steckenpferd des Schriftstellers, die Jugendförderung, sparte Blümke nicht aus. Viele junge Talente haben Stefan Gemmel sehr viel zu verdanken. Der Autor liebe es, mit den Jugendlichen zu arbeiten und sie zu fördern, was schon mehrfach zu beachtlichen Ergebnissen geführt habe, wie Buchveröffentlichungen, Theateraufführungen oder außergewöhnlichen Lese- und Literaturprojekten. All das zeige die Vielfalt, den Ideenreichtum und den Mut dieses Schriftstellers.
Der Ehrenpreis des Friedrich-Bödecker-Kreises wurde in den 60 Jahren seines Bestehens bisher nur viermal verliehen, an Karlhans Frank, Dorothea Iser, Klaus-Peter Wolf und nun eben auch an Stefan Gemmel. „Mit der Auszeichnung an Stefan Gemmel will der Friedrich-Bödecker-Kreis zum Ausdruck bringen, dass wir auf dem Fundament unserer jahrzehntelangen Leseerfahrungen aufbauend neue Wege in der Leseförderung gehen wollen, um die heutigen und zukünftigen Generationen von Kindern und Jugendlichen zu gewinnen“, erklärte Malte Blümke zur Preisverleihung.
Stefan Gemmel selbst zeigte sich erstaunt, dass gerade ihm diese hohe Ehrung zuteil wurde. In seiner Dankesrede bekannte er sich ausdrücklich dazu, von Herzen ein „Bödecker-Autor“ zu sein – und das seit inzwischen 18 Jahren. Und er nahm die Gelegenheit wahr, sich beim Vorstand des FBK zu bedanken für die Unterstützung des Weltrekords 2012.
Die Frage, ob denn in naher Zukunft ein weiteres vergleichbares Event geplant sei, beantwortete der Autor erst mit einem verschmitzten Lächeln und dann mit der Aussage: „Es ist tatsächlich einiges geplant in den kommenden zwei Jahren. Vielleicht auch wieder ein neuer Weltrekord.“
Weitere Informationen über Stefan Gemmel und seine Bücher unter www.stefan-gemmel.de und Informationen zum Friedrich-Bödecker-Kreis unter http://boedecker-kreis.de.
