Allgemeine Berichte | 03.07.2014

Ein festliches Vergnügen mit den Lehmer Razejunge

Wein, Mosel-Aal, Lavendel und ein neuer Ehrenrazejunge

Die Lehmer Razejunge müssen sie sich nicht um Nachwuchs sorgen, selbst die Kleinsten sind mit Freude dabei .EP

Lehmen. Dort wo der Aal schwimmt und der Wein wächst, feierten die Lehmer Razejunge an zwei Tagen. Schauplätze waren die Sporthalle und der Razejungeplatz in der Ortsmitte. Die traditionelle Weinprobe fand unter dem Motto „Weinseelige Moselaalwanderung von Trier nach Koblenz“ statt und startete mit einem Riesling-Winzersekt vom Lehmer Weingut Hermann Deis. Passend zum Thema war die Sporthalle mit Utensilien und Zeugnissen der Moselfischerei geschmückt. Der passionierte Moselfischer Toni Kröber erzählte anschaulich, unterlegt mit Bildmaterial, über „Wie war das früher“ und wusste zahlreiche Anekdoten von den „Mosel-Kröbers“ zu berichten, die traditionell außer der Fischerei auch Weinbau betreiben. Informativ waren seine Ausführungen über das Aalschutzprogramm und die Auswirkungen der Staustufen. Deren Erbauung vor 50 Jahren bedeutete fast das Ende der Moselfischerei. Moderiert wurde die Weinprobe von Klaus Schmitt, der mit großem Sachverstand jedes Anbaugebiet, jeden Wein und jeden Winzerbetrieb beschrieb. Die illustrierte  Weinprobe führte von Staustufe zu Staustufe, begann bei Trier und endete kurz vor Koblenz.

Im Ausschank waren 13 Weine, fast alles Rieslinge, davon zwei vom Terrassen-Bio-Weingut Karl Weber aus Lehmen. Begrüßt wurden die Gäste der „Weinseeligen Moselaalwanderung“ von den Vorsitzenden des Vereines Ralf Menden und Dieter Möhring. Dass die Razejunge nicht nur mit dem Wein beschäftigt sind, ist schon seit langem bekannt, zahlreiche Aktivitäten  zeugen vom breiten Spektrum ihrer Verdienste und ihres Einsatzes. Neu ist ein Projekt im vereinseigenen Weinberg „Lehmener Würzlay“. Dort werden in Steillagen bis 70 Prozent Steigung mit Unterstützung der Europäischen Union 2500 Lavendelpflanzen eingesetzt, Naturkräuter und Weinbergspfirsischbäume gepflanzt. Damit möchte man der Verbuschung entgegenwirken und sich dem Klimawandel anpassen. Außerdem erhöht dieses Projekt die Attraktivität der Tourismusregion (siehe auch www.lehmer-razejunge.de). Zur Tradition der Lehmer Razejunge gehört, jedes Jahr einen Ehrenrazejung zu ernennen. Die Entscheidung fiel in diesem Jahr auf Herbert Hürter aus Mayen. Im vergangenen Jahr war es Verbandsbürgermeister Helmut Schreiber aus Rhens am Rhein. Dieser hatte an diesem Abend die Aufgabe, sein Amt an den Neuen ab zu geben. Die Razejunge legen bei der Wahl besondere Werte zugrunde. Der „Weinregent“ sollte mit der Region verbunden sein, sich zum traditionellen Riesling-Anbau bekennen und die Weinbaukultur der Terrassenmosel fördern. Mit Herbert Hürter fanden sie einen würdigen Nachfolger. Der fünfzigjährige Sparkassenbetriebswirt ist Filialleiter der Kreissparkasse Mayen in Münstermaifeld, die auch eine Zweigstelle in Lehmen hat. An den Wochenenden ist er gern mit seinem Motorrad an der Untermosel unterwegs. Er ist Vater von drei Kindern und ein bekennender Riesling-Liebhaber. In seinem Mayener Zuhause wetteifert er mit seiner Frau um die Aufzucht von Weinstöcken. In einem Rebschneidkurs möchte er das nötige Fachwissen erwerben. Als Sohn eines Landwirtes kennt er sich auch mit dem „Misttragen“ aus. So wird es ihm im nächsten Jahr leicht fallen, wenn die Weinberge gedüngt werden und der Mist in der „Raze“ getragen wird. Mit Freude nahm Herbert Hürter auf dem Razejungeplatz aus der Hand von Helmut Schreiber seine Schürze und die Kette entgegen und bedankte sich mit einer kurzen Rede. Dann konnte der Riesling fließen und „Fitschi-Entertainment“ musikalisch unterhalten. Der Festsonntag begann mit einer Heiligen Messe in der Sankt Castor Kirche mit anschließendem Frühschoppen. Um die Mittagszeit lockte ein deftiges Winzermahl auf den Razejungeplatz, dem Kaffee und Kuchen folgte. Die Tanzgruppen des TSV Lehmen sorgten genauso für Stimmung, wie das „Duo Illusion“. Sowie die Lehmer Razejunge selbst ein fester Bestandteil des Dorflebens sind, so ist dies auch ihr traditionelles Fest, als ein Höhepunkt im dörflichen Geschehen. Ein weiterer Höhepunkt wird eine Veranstaltung der Kreissparkasse Mayen sein, bei der der Sparkassen-Riesling 2014 gekürt wird. Das findet vor oder nach der Weinlese im DLRG-Haus in Lehmen statt.

   

Herzlich war die Gratulation des „Alten“ an den neuen Ehrenrazejung Herbert Hürter (rechts).

Herzlich war die Gratulation des „Alten“ an den neuen Ehrenrazejung Herbert Hürter (rechts).

Die Lehmer Razejunge müssen sie sich nicht um Nachwuchs sorgen, selbst die Kleinsten sind mit Freude dabei . Fotos: EP

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