Allgemeine Berichte | 25.07.2014

Das Winninger Freibad wird durch großen ehrenamtlichen Einsatz erhalten

Zum Glück gibt es Förderer und Engagierte

Mit der Übergabe des Defibrillators ist gewährleistet, dass  im Ernstfall schnell Hilfe im Fall eines Herzstillstandes geleistet werden kann. EP

Winningen. Man kann sie getrost als Helden des Alltags bezeichnen, die Menschen, die sich ehrenamtlich für eine Sache einsetzen und dafür kämpfen! In Winningen stellten sich vor neun Jahren drei Menschen dem Kampf und die Frage: „Was wird aus dem Freibad Winningen?“ Veraltete Technik, jede Menge  Renovierungsarbeiten und Kosten für eine Generalsanierung in Höhe von circa 3,5 bis 4 Millionen Euro, bedeuteten fast das Aus für das Bad, denn die Kassen der Kommunen waren leer, Zuschüsse vom Land nicht in Sicht. Dirk Janotta, Heinz-Jürgen Walter und  Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld ergriffen die Initiative, wandten sich an die Bürger, um eine Interessengemeinschaft zu gründen. Aus der Interessengemeinschaft wurde schnell ein Förderverein.

Zur Gründung fanden sich fünfunddreißig Bürger auf Einladung der Initiatoren im „Weinhaus Hoffnung“ ein, ein Name, der zu dieser Aktion passte. Heute sind es ungefähr 160 Mitglieder, die den Förderverein zur Erhaltung des Winninger Freibades e.V. mit einem Jahresbeitrag von 18 Euro unterstützen. Träger ist weiterhin die Verbandsgemeinde, die trotz aller Anstrengung immer noch jährlich zwischen 60.000 und 90.000 Euro für die Erhaltung aufbringen muss. In den vergangenen Jahren sind rund 50.000 Euro vom Verein in die verschiedenen Projekte geflossen. Der Wert der unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden der Fördervereinsmitglieder lässt sich kaum noch in einem Geldbetrag beziffern. Das Arbeitsjahr beginnt im Frühjahr. Nach dem Winterschlaf wird das Freibad wieder in Stand gesetzt, gesäubert und verschönert. Alle Aktionen werden mit der Verbandsgemeinde und dem Leiter des Bades Wolfgang Gollmitz abgesprochen. Die ersten Schritte nach der Gründung des Fördervereines waren frische Farbe für die Umkleidekabinen und die Reparatur der Pendeltüren und Sitzbänke. Es wurden Bäume gepflanzt und ein Segel über den Sandkasten gespannt, als notwendiger Sonnenschutz für die Kleinen. Ein neuer Durchlauferhitzer und ein Münzgerät machten aus der Kaltwasserdusche wieder eine Warmwasserdusche.

Die Badegäste konnten sich bald in einer Boccia- und Volleyballanlage austoben. Ein Provisorium ist bisher das Ausbessern des undichten Daches. Die durchdringende Feuchtigkeit lässt die tragenden Balken faulen. Fürs erste wurden die undichten Stellen mit neuer Dachpappe versehen und verschweißt, um dem Verrotten der Balken entgegen zu wirken. Ein Stahlpodest erleichtert der Schwimmaufsicht die Arbeit. Dann stand die Sanierung der Toiletten an, ausgeführt in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde. Das Geld für die Trennwände kam vom Förderverein. Ein „Hingucker“ sind zwei neue Umkleidekabinen im Außenbereich, die die Form eines Leuchtturmes haben. Auch die wurden vom Verein finanziert. Viele fleißige Hände schneiden Hecken und Sträucher, kümmern sich um Renovierungsarbeiten. Zehn bis zwanzig Helfer sind regelmäßig im Einsatz, um Arbeiten im Freibad aus zu führen. Bei diesen Treffen ist auch die Geselligkeit wichtig, so wird gemeinsam gefrühstückt. Manchmal gibt es auch Hilfe von Schulkindern, die freiwillig für ihr „Bad“ arbeiten. Und die können dank dem Förderverein eine neue Sprungbrettanlage nutzen. Kleine Anschaffungen und die technische Instandhaltung stehen auch zukünftig auf dem Programm, den bisherigen Standard zu erhalten ist das Ziel. Die zahlreichen Besucher signalisieren die Zufriedenheit über die Arbeit des Fördervereines zur Erhaltung des Winninger Freibades e.V. Noch ein wichtiger Punkt und die Überzeugung des Vereines: eine sichere Schwimmausbildung der Kinder ist unerlässlich und darf in keiner Ferienregion fehlen! Gesundheit und Sicherheit, dafür ist ein Team von ausgebildeten Aufsichtspersonen um den Schwimmmeister Wolfgang Gollmitz im Einsatz. Trotz aller Bemühungen kam es vor Kurzem zu einem Todesfall durch Herzversagen. Als Konsequenz wurde ein Defibrillator angeschafft, um zukünftig rasche Erste Hilfe im Fall eines Herzstillstandes leisten zu können. Finanziert wurde er durch Spenden des Fördervereines, der Sparkasse Koblenz und des DRK-Ortsverbandes. Die Übergabe erfolgte durch den Vereinsvorsitzenden Peter Kreuz, der ihn Wolfgang Gollmitz überreichte mit den Worten: „Ich übergebe den Defibrillator mit der Hoffnung, dass er zwar jederzeit einsatzbereit gehalten wird, jedoch nie im Ernstfall benötigt wird.“ Anwesend waren auch der zweite Vorsitzende Klaus Endris und der Verbandsbürgermeister Bruno Seibeld. Der schloss sich den Worten des ersten Vorsitzenden an und dankte dem Förderverein für ihren großartigen Einsatz, ohne den das Freibad schon längst seine Tore geschlossen hätte. Und wie geht der Kampf des Fördervereines weiter? Das größte Ziel ist die Erhaltung des Freibades. Für die Sanierung beziehungsweise den Umbau des Bades werden erhebliche Geldmittel benötigt. Der Verein appelliert an die Vertreter aller politischen Organisationen, die erforderlichen Mittel bereitzustellen, denn eine zeitnahe Sanierung ist nötig. Der jahrelange Kampf des Vereines, der noch lange nicht zu Ende ist, hat sich auf jeden Fall schon jetzt gelohnt. Es ist dem Förderverein für die Erhaltung des Winninger Freibades e.V. zu wünschen, dass ihr Appell gehört wird, sie viele neue Mitglieder bekommen und viele Sonnentage! Anmeldeformulare gibt es im Schwimmbad, Ansprechpartner ist u.a. Heinz-Jürgen Walter, Tel. (0 26 06) 13 17.

Das Freibad liegt in einer idyllischen Landschaft direkt an der Mosel.

Das Freibad liegt in einer idyllischen Landschaft direkt an der Mosel.

Viel Spaß haben die Badegäste mit dem Sprungturm, der vom Förderverein finanziert wurde.

Viel Spaß haben die Badegäste mit dem Sprungturm, der vom Förderverein finanziert wurde.

Mit der Übergabe des Defibrillators ist gewährleistet, dass  im Ernstfall schnell Hilfe im Fall eines Herzstillstandes geleistet werden kann.Foto: EP

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