Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Swisttaler Ausschüsse waren sich einig

Geplante Kiesgrube „Paul“ bei Straßfeld ist viel zu nahe an der Wohnbebauung

02.12.2014 - 10:54

Swisttal. Sowohl der Planungs- und Verkehrsausschuss als auch der Umweltausschuss der Gemeinde Swisttal sagen eindeutig Nein zu den Plänen eines Swisttaler Unternehmens, Quarzsand und Quarzkies im Tagebau aus der Grube „Paul“ in der Gemarkung Straßfeld abzubauen. Um dies zu bekräftigen, soll die Gemeindeverwaltung bis zur nächsten Gemeinderatssitzung eine Resolution zu diesem Vorhaben entwerfen, die dann einstimmig verabschiedet werden soll.

Das Unternehmen hatte bei der Bezirksregierung Arnsberg, die für alle bergbaulichen Angelegenheiten zuständig ist, einen Antrag auf Zulassung eines Rahmenbetriebsplans mit Umweltverträglichkeitsprüfung gestellt, um auf einer Fläche von 14,8 Hektar Quarzsand und Quarzkies im Tagebau abzubauen. Dazu wurde die Gemeinde zur Stellungnahme aufgefordert - besonders, was den erforderlichen Umfang des Untersuchungsrahmens zu Umweltverträglichkeitsprüfung betrifft. Nach den Vorstellungen des Unternehmens sollte die Lagerstätte ab etwa 2016 für den Zeitraum von etwa 24 Jahren bis etwa 2040 zur kurz- bis mittelfristigen Versorgung des Marktes mit Baustoffen beitragen. Der große Haken bei der Sache: Die nächstgelegene Wohnbebauung am Ortsrand von Straßfeld liegt nur etwa 140 Meter entfernt. Nach Ansicht aller Fraktionen im Gemeinderat ein Kriterium gegen das Projekt.

„Grundsätzlich ist zunächst festzustellen, dass die Gemeinde das Vorhaben insgesamt ablehnt, da der geplante Standort unter Berücksichtigung der verschiedenen Schutzgüter nicht geeignet ist“, heißt es daher auch im einstimmig gefassten Beschluss der beiden Ausschüsse. Nach Ansicht der Gemeinde erübrige sich auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung, da das Vorhaben den Vorgaben aus den regionalen und kommunalen Planungen für den beantragten Bereich vom Grundsatz her widerspreche. Weder mit dem Landesentwicklungsplan noch mit der Regionalplanung oder gar der kommunalen Bauleitplanung sei das Projekt unter einen Hut zu bringen.


Vom Recht Gebrauch gemacht


Schließlich habe die Gemeinde bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans von ihrem Recht zur Steuerung der Abtragungsgebiete Gebrauch gemacht. Darin wurden mehrere Konzentrationszonen für Abgrabungsflächen ausgewiesen. Diese seien nur dort vorgesehen, wo sie keine neuen Konflikte mit Siedlungsbereichen hervorriefen, und der nun beantragte Tagebau gehöre eindeutig nicht dazu. Die beantragte Fläche widerspreche somit dem Planungswillen der Gemeinde, erläuterte Fachbereichsleiter Jürgen Funke.

Vor allem die Menschen in Straßfeld und in Müggenhausen müssten vor dem drohenden Lärm durch den Tagebau geschützt werden, so Funke. So müsse bei der Erstellung eines Lärmschutzgutachtens nicht nur die bestehende Wohnbebauung berücksichtigt werden, sondern auch die geplanten Baugebiete nach dem neuen Flächennutzungsplan. Hierbei seien auch die bereits bestehenden Kiesgruben rund um Straßfeld zu berücksichtigen, denn diese Anlagen seien alle kumulativ mit in die Bewertung des Lärms einzubeziehen. Der störende Effekt von „Lärm“ sei nämlich nicht begrenzt, sondern nehme mit der Anzahl der Anlagen kontinuierlich zu.

Das gelte auch für die Beurteilung von Staubemissionen. Ein sprechendes Staubgutachten sei ebenfalls anzufertigen unter Berücksichtigung der kumulativen Wirkung der bereits vorhandenen Anlagen. Nicht zuletzt müssten auch die erwarteten Belästigungen durch das zusätzliche Verkehrsaufkommen untersucht werden, wobei auch die Ortslagen Ollheim, Miel und Heimerzheim mit einzubeziehen seien. Zu den Verkehrsbelästigungen gehöre in diesem Fall nicht nur der Lärm, sondern auch der Schmutz, der durch die mit Kies gefüllten Lastwagen verursacht werde.

Monika Goldammer (FDP) machte vor etwa 40 interessierten Zuhörern aus Straßfeld klar, dass die geplante Kiesgrube viel zu nah an der Wohnbebauung liege und wies darauf hin, dass ein Mindestabstand von 300 Metern empfohlen werde. Deshalb gingen gravierende Beeinträchtigungen von dem Projekt aus, nach ihrer Ansicht sei das Vorhaben von vornherein nicht genehmigungsfähig. Deshalb müssen sich alle Fraktionen dafür einsetzen, das Vorhaben zu verhindern.


Vorverfahren überflüssig


Dem stimmte auch Jürgen Pump (CDU) zu und wies darauf hin, dass auch schon in Buschhoven gemeinsam das Schlimmste habe verhindert werden können. Er war der Ansicht, dass erst gar keine Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet werden dürfe, denn angesichts der mangelnden Genehmigungsfähigkeit sei das geplante Vorverfahren überflüssig. „Das Schutzgut Mensch steht für uns im Vordergrund, und das Vorhaben ist definitiv zu nah an der Wohnbebauung von Straßfeld.“

SPD-Sprecher Dr. Robert Datzer forderte schärfere Formulierungen, um die vollkommene Ablehnung des Vorhabens deutlich zu machen, und Joachim Güttes (Bürger für Swisttal) erklärte: „Wir müssen uns vor den Bürger stellen und dürfen uns nicht dazu hinreißen lassen, wegen kurzfristigen Profitstrebens - auch nicht für die Gemeinde - das Schutzgut Mensch außer Acht zu lassen.“ Ortsvorsteher Heinz-Günter Kruse (CDU) resümierte: „Wir Straßfelder leben schon lange mit den Belästigungen durch den Kiesabbau, wir sind von drei Seiten von Gruben umgeben - aber irgendwann einmal ist Schluss.“ Gisela Heinen (SPD) wies noch einmal darauf hin, dass besonders die Verkehrsbelastung, die auch von den schon bestehenden Betrieben ausgehe, noch einmal genauer untersucht und überlegt werden müsse, wie künftig damit umgegangen werden soll.

Sowohl Bürgermeister Eckhard Maack als auch Jürgen Pump (CDU) stimmten das Gremium schon einmal darauf ein, dass es sich auf zwei bis drei Jahre Auseinandersetzung in dieser Sache gefasst machen müsse, denn der Antragsteller werde voraussichtlich nicht so schnell nachgeben, für ihn hänge wirtschaftlich zu viel davon ab. „Wir werden noch einen langen Atem brauchen“, sagte Pump voraus. Doch darauf wolle er es ankommen lassen.

Artikel bewerten

rating rating rating rating rating
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.
Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag erstellen zu können.
Weitere Berichte

kfd Polch lädt ein

Andacht mit Kräutersegnung

Polch. Zum Gedenken an Mariä Himmelfahrt wird am Freitag, 14. August, um 18 Uhr im Pfarrgarten in Polch eine Andacht sein. Das Fest Mariä Himmelfahrt, zu welchem auch Kräutersträuße gesegnet werden, wird in der katholischen Kirche am 15. August begangen und ist Feiertag in einigen Bundesländern. Da die Abstandsregeln einzuhalten sind, ist eine Anmeldung bis 12. August bei Gaby Breitbach Tel. (0 26 54) 24 01 unbedingt erforderlich. mehr...

Weitere Berichte
Die Tafel Polch – engagierte Helfer in der Not

FWG-Maifeld, FWG-Polch und Pro-Münstermaifeld

Die Tafel Polch – engagierte Helfer in der Not

Maifeld. Die Leistungen der Tafeln sind eine wesentliche zusätzliche Unterstützung aller Mitmen-schen, denen es finanziell nicht so gut geht. Die Tafeln werden in der Regel durch die kontinuierliche ehrenamtliche Arbeit vieler Mitbürgerinnen und Mitbürger getragen. mehr...

Förderverein des Altenheims erhält über 300 Euro

CDU Ochtendung spendet Geld aus Weihnachtsbaumaktion 2020

Förderverein des Altenheims erhält über 300 Euro

Ochtendung. „Die Spende soll ein Dankeschön sein für den großartigen Einsatz des Fördervereins des Alten- und Pflegeheims St. Martin – all die Jahre über hinweg und auch besonders in Zeiten von Corona“,... mehr...

Athleten wieder erfolgreich in Trier

LG Maifeld-Pellenz - DJK Ochtendung - TV Jahn Plaidt - VfB Polch

Athleten wieder erfolgreich in Trier

Ochtendung/Plaidt/Polch. Nachdem der Start in die Saison in der vorherigen Woche auf der 800m Strecke in Trier gut gelungen war, nahmen auch am Donnerstag, 23. Juli 2020 wieder Athleten der LG Maifeld-Pellenz am Internationalen SWT-Abendsportfest in Trier teil. mehr...

Politik

Veranstaltung der CDU Vordereifel

Einladung zur Mitgliederversammlung

Ettringen. Die nächste Mitgliederversammlung der CDU Vordereifel, zu der Vorsitzender Dr. Alexander Saftig eingeladen hat, findet am Mittwoch, 19. August, 19 Uhr in der Ettringer Hochsimmerhalle statt. In der Versammlung werden folgende Delegierte und Ersatzdelegierte gewählt: mehr...

Breitbandausbau in der Vordereifel

Offene Vorstandssitzung des Teams der FDP Vordereifel

Breitbandausbau in der Vordereifel

Monreal. Im Rahmen einer offenen Vorstandssitzung der FDP Vordereifel in Monreal im Café Altes Pfarrhaus wurde intensiv über den Stand der Digitalisierung in der Verbandsgemeinde diskutiert. Gerade auch... mehr...

Umbau auf ein
zweispuriges Drive-In System

Fieberambulanz Neuwied erhöht Kapazitäten

Umbau auf ein zweispuriges Drive-In System

Neuwied. Seit ein paar Wochen steigen die Fallzahlen im Kreis Neuwied wieder merklich an. Viele Fälle stehen im Zusammenhang mit Reiserückkehrern. Gleichzeitig nimmt auch die Anzahl der Testungen in der Fieberambulanz im Gewerbegebiet in Neuwied zu. mehr...

Sport
Premierentestspiel geglückt

Sportverein 1919 Ochtendung e. V.

Premierentestspiel geglückt

Ochtendung. Die gelockerten Corona-Bestimmungen machen, nachdem inzwischen bis zu 30 Teilnehmer gemeinsam aktiv Sport im Freien mit Körperkontakt betreiben können, einen geordneten Spielbetrieb möglich. mehr...

Freundschaftliche Kontakte zementiert

Sportverein 1919 Ochtendung e. V.

Freundschaftliche Kontakte zementiert

Ochtendung. Im Jahr 1998 wurde die Freundschaft zwischen dem ASJ La Chaussee St. Victor und dem SV Ochtendung begründet. Gleich im ersten Jahr der vereinsmäßigen Partnerschaft gab es eine Fahrt der Ochtendunger Fußballer an die Loire und einen Gegenbesuch der La Chausseaner in Ochtendung. mehr...

SG Mendig/Bell startet in die neue Saison

Fußball-Rheinlandliga startet am 6. September

SG Mendig/Bell startet in die neue Saison

Mendig. Am 6. September startet die SG Eintracht Mendig | Bell in die neue Saison. Dies wurde in der vergangenen Woche vom Fußballverband Rheinland bekannt gegeben. Das Eröffnungsspiel findet in Mendig gegen den SV Windhagen statt. mehr...

Lesen Sie Jetzt:
Umfrage

Debatte in Bundesländern um Abschaffung der Maskenpflicht - Was sagen Sie?

Nein, auf keinen Fall.
Ja, ich bin dafür.
Lieber eine Empfehlung statt Pflicht.
4948 abgegebene Stimmen
aktuelle Beilagen
 
Kommentare
Gabriele Friedrich:
Wenn der Mann eine Sauftour durch Melsbach gemacht hat, war er in Kneipen und man kennt sich.Also haben andere ihn auch fahren "lassen". Das ist heute kein Kavaliersdelikt mehr. Ein Taxi gerufen, Schlüssel abgenommen- so macht man das. Schön doof- trotzdem.
Gabriele Friedrich:
Ich wäre dagegen. Zum einen, weil die Jugendlichen noch gar nicht reif genug sind und zum anderen weil die meisten nicht mal genug Kenntnis über unser Land haben. Fragen Sie mal Jugendliche nach unseren Sozialgesetzbüchern oder wie viel Bundesländer es gibt, oder von welcher Stelle das Kindergeld überwiesen wird.Die meisten wissen einfach NICHTS ! NEIN- zum frühen Wahlrecht, auch weil viele mit zweifelhafter Gesinnung die AfD wählen könnten. Ich glaube, es hackt gewaltig im Land. Die Stimme der Jugend, kann man auch so hören- im Positiven wie auch Negativem. Und in der Politik haben wir schon genug Bübchen, Milchgesichter und Trampel.... weil es nun mal so ist !
Wally:
Lassen wir doch einfach bei der Geburt schon wählen und dann für die Zeit bis zur Volljährigkeit festschreiben.
Gabriele Friedrich:
Na Servus ! Und was kommt als nächstes wieder? Warum haben wir keine Wachen?
Service
LESETIPPS
GelesenEmpfohlen
Anzeige Online bestellen

Geben Sie Ihre Anzeige in wenigen Schritten einfach selbst auf - Rund um die Uhr auf unserer Online-Anzeigenaufgabe! Wählen Sie hier einfach die passende Rubrik aus.