Allgemeine Berichte | 27.06.2014, 10:00 Uhr

Bloomsday-Party im Gewölbe

Auf den Spuren von James Joyce und Leopold Bloom

Maria Müller, Ian Johnson (l.) und Georg Kaiser verstanden es prächtig, die passende Stimmung für den Bloomsday zu erzeugen. privat
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Sinzig. Bereits zum zweiten Mal fand in Sinzig bei „Kultur im Gewölbe“ ein James-Joyce-Abend in Form einer Bloomsday-Party statt, initiiert von Maria Müller und Ian Johnson. Für die irisch-fröhliche Pubstimmung sorgte der Gitarrist und Sänger Georg Kaiser mit Eigenkompositionen und irischen Traditionals. Das Bühnenbild im Gewölbe des Sinziger Zehnthofs trug mit einer großen historischen Straßenansicht dazu bei, dass sich das Publikum in die irische Hauptstadt um 1904 versetzt fühlen konnte.

Als Bloomsday feiern James-Joyce-Fans auf der ganzen Welt den 16. Juni zu Ehren des Autors James Joyce, seines Romans Ulysses und seiner Hauptfigur Leopold Bloom.

Der Roman beschreibt den Ablauf eines einzigen Tages, eben des 16. Junis 1904, wobei neben den Erledigungen und Begegnungen auch die Gedanken und Empfindungen der Hauptfiguren ausführlich dargelegt werden. James Joyce verwendet dabei unterschiedliche Stilmittel, schreckt auch vor Wortneuschöpfungen nicht zurück, so- dass dieses Romanwerk als schwer verständlich und anstrengend zu lesen gilt.

Maria Müller und Ian Johnson ist es gelungen, den Humor, die psychologischen Dimensionen sowie die Schönheit der Sprache im Werk von James Joyce erlebbar werden zu lassen.

James Joyce wurde im Februar 1882 in Dublin geboren und starb im Januar 1941 in Zürich. James war der älteste von zehn überlebenden Geschwistern. Die britische Besatzung und irisch-nationalistische Einflüsse beeinflussten das gesellschaftliche Klima.

James Joyce besuchte verschiedene von Jesuiten geführte Schulen und studierte Literatur und Sprachen am University College in Dublin. Der antike Bildungskanon und die katholische Erziehung haben dadurch starken Einfluss auf ihn ausgeübt. 1904 verließ er Irland, begleitet von seiner späteren Frau, Nora Barnacle. Sie hatten sich am 16. Juni 1904 Tag kennengelernt.

James Joyce Erzählwerk "Dubliners" gilt als Schlüssel zum Verständnis des späteren Werks Ulysses.

Maria Müller und Ian Johnson präsentierten daher auch eine dieser Erzählungen und faszinierten das Publikum mit ihrer schauspielerischen Vortragsweise. Mit seinen stimmungsvollen Liedern und gefühlvollen Balladen zauberte Georg Kaiser Pub-Atmosphäre ins Gewölbe.

Ein gelungener Abend, der Kultur und beste Unterhaltung in Sinzig miteinander vereinte. Informationen zu den kommenden Gewölbeveranstaltungen unter www.gewoelbe-sinzig.de.

Maria Müller, Ian Johnson (l.) und Georg Kaiser verstanden es prächtig, die passende Stimmung für den Bloomsday zu erzeugen. Foto: privat

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