Politik | 05.09.2013, 08:00 Uhr

Sinziger Stadtrat tagte:

Bares-Haus wird vorerst nicht verkauft

Das Bares-Haus am Kirchplatz wird kurzfristig weder verkauf noch abgerissen. -BL-
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Sinzig. Das Wohnhaus Kirchplatz Nummer sechs, in Sinzig besser bekannt als „Bares-Haus“, wird vorerst nicht verkauft und auch nicht abgerissen. Dies ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Sinziger Stadtrates. Obwohl im Vorfeld der Sitzung eine Bieterrunde gelaufen war, das höchste Kaufgebot lag bei 70.000 Euro gab es im Sinziger Kommunalparlament keine einhellige Meinung, wie mit dem städtischen Gebäude weiter verfahren werden soll.

„Kurzfristig bleibt alles, wie es ist, aber mittelfristig werden Politik und Verwaltung wohl weitere Überlegungen anstellen“, so Sinzigs büroleitender Beamter Hans-Joachim Weiß gegenüber „BLICK aktuell.“ Der jetzige Status quo bleibt also erhalten, im kommenden Jahr wird es allerdings wohl weitere Beratung geben.

Die Diskussion um das Bares-Haus fand ebenso im nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung statt, wie die über das Kunstobjekt im neuen Kreisel in der Harbachstraße.

Der Sockel für die Kunst ist schon gegossen und der Sinziger Rat legte bei der Entscheidung so etwas wie Mut und Humor an den Tag. Denn künftig soll die Figur eines Stadtmauredresse die Gäste aus der Eifel am Sinziger Ortseingang begrüßen.

Im öffentlichen Teil ging es um Fragen der Bauleitplanung. Der Bebauungsplan Westumer Straße wurde dahin gehend geändert, dass nun Einfriedungen, also Zäune oder Hecken, bis zu einer Höhe von zwei Metern möglich sind.

Wie bei ähnlich gelagerten Fällen in anderen Bebauungsplänen erfolgte diese Abstimmung einstimmig.

„Es geht um Baulückenvermeidung und die Umsetzung des neuen Landesentwicklungsplanes,“ so Bürgermeister Wolfgang Kroeger zur Änderung der Bebauungspläne Brühlsweg 2 in Sinzig und des Bebauungsplans Bachstraße/Boffertsweg ebenfalls im Sinziger Osten. Für die beiden brachliegenden Grundstücke die einst als Gemeindebedarfsflächen oder Grünflächen vorgesehen waren, soll nun die Bebauung möglich werden.

Das Verfahren befindet sich mit dem Aufstellungsbeschluss in einer ganz frühen Phase der Planung.

„Wir müssen über diese Entscheidung sehr gut nachdenken“, hatte FWG-Sprecher Friedhelm Münch einige Bedenken. Denn über das damalige Umlegungsverfahren waren die Flächen sozusagen von den Nachbarn über Grundstücksabtretungen mitfinanziert worden. Münch wollte sichergestellt wissen, das im juristischen Sinne auf die Stadt keine Prozesse oder Regressforderungen durch Verkauf dieser Flächen zu kommen.

„All diese Fragen wollen wir genau in dem jetzt anlaufenden Verfahren klären, hielt Bürgermeister Kroeger dagegen.

Während Münch von Gemeinbedarfsflächen sprach, bezeichnete Klaus Hahn (Grüne) die jetzigen Brachflächen schlicht als Grünflächen. „Nach meiner Ansicht können die nicht so einfach verkauft werden“, so Hahn, der vom Ansatz her den Überlegungen Münchs folgte.

René Zerwas signalisierte für die CDU-Zustimmung allerdings ein wenig mit dem Vorbehalt, dass die anstehenden rechtlichen Fragen sauber geklärt werden.

„Das Schließen dieser Baulücken geht in die richtige Richtung, wenn wir an den Landesentwicklungsplan denken“, signalisierte SPD-Fraktionschef Ingo Terschanski Übereinstimmung mit Kroeger. Für die beiden Bebauungsplanbeschlüsse gab es drei Gegenstimmen der Grünen und drei beziehungsweise zwei Enthaltungen aus den Reihen der FWG.

Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger konnte zudem über eine unangemeldete Kassenprüfung der Kommunalaufsicht der Finanzabteilung und der Stadtkasse berichten. Es gab ein einwandfreies Testat. Viel Lob und Tischklopfen gab es dabei für die zuständige Fachbereichsleiterin Antje Thürmer.

Das Bares-Haus am Kirchplatz wird kurzfristig weder verkauf noch abgerissen. Foto: -BL-

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