Landesverdienstmedaille für drei verdiente Bürger des Ahrkreises
Das Land dankt für ehrenamtliche Leistung
Kreis Ahrweiler. „Das Ehrenamt ist in unserer Zeit überaus wichtig und unbezahlbar“, konstatierte Landrat Dr. Jürgen Pföhler. So begründete der Kreischef die Verleihung der Landesverdienstmedaille an drei Persönlichkeiten des Kreises: Willi Fuhrmann aus Niederzissen, Joachim Moll aus Sinzig und Werner Schüller aus Ahrweiler. Alle drei Auserwählten waren zu der Feierstunde mit ihren Familien und einigen Freunden in das Sinziger Schloss, die „gute Stube der Stadt“, wie die Beigeordnete Charlotte Hager in ihrer Eröffnung betonte, eingeladen. Tatsächlich war der Saal im Sinziger Schloss bis auf den letzten Platz besetzt, als Staatssekretärin Beate Reich im Auftrag von Ministerpräsidentin Malu Dreyer die Ehrung der drei verdienstvollen Bürger vornahm. Einleitend erklärte sie: „Das Land Rheinland-Pfalz verleiht die Landesverdienstmedaille an Menschen, die sich in besonderem Maß ehrenamtlich in unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen oder sportlichen Lebens oder in vergleichbaren Bereichen langjährig engagiert haben.“
„Der Kreuzbund ist mein Leben“
Einer der zu ehrenden war der 65-jährige Sinziger Joachim Moll. Seine besondere Leistung, so sagte die Politikerin, sei sein jahrzehntelanges Wirken im „Kreuzbund“, einer bundesweiten Selbsthilfegruppe im Deutschen Caritasverband für Suchtkranke und deren Angehörige. Moll selbst sagte: „Der Kreuzbund ist mein Leben“. Als Mitglied im Vorstand organisiert er Informationsveranstaltungen und gesellige Treffen. So sei die unter seiner Mitwirkung vom Kreuzbund seit 30 Jahren in der Kreisstadt organisierte alkoholfreie Karnevalssitzung ein Highlight und Beispiel: Es gibt auch gute Stimmung ohne Alkohol. Die Staatssekretärin flocht eine allgemeine Anmerkung über die Gefahr der Alkohol-Abhängigkeit und der Bedeutung von Aufklärung und Prävention hinsichtlich Suchterkrankungen ein. Joachim Moll stehe den Betroffenen zur Seite, helfe unbürokratisch und schaffe so Vertrauen für eine Behandlung der Sucht. Er leiste so ehrenamtlich einen wertvollen Beitrag für diee Gesellschaft. Darüber hinaus gehöre er seit 37 Jahren der Sinziger Feuerwehr an. Für die Fahrer der Löschfahrzeuge führt er seit vielen Jahren ein Fahrsicherheitstraining durch, für das er dank seiner Aktivität im Verein der Berufskraftfahrer - dort ist er 2. Vorsitzender - die denkbar beste Voraussetzung habe. Ein wichtiges Engagement des Joachim Moll ist auch die Mitwirkung in der Interessengemeinschaft „Niere“, einer Selbsthilfegruppe für Nierenkranke. Für diese organisiert er Seminare und biete Beratung und Unterstützung an. „Eine wahrhaft Fülle von ehrenamtlichen Verdiensten, die zu der Auszeichnung reichlich Anlass geben“ - wie Beate Reich resümiert. Sie steckte ihm die Medaille an und überreichte die zugehörige Urkunde.
Vielfältiges Wirken für die Gesellschaft
Der 64-Jährige Ahrweiler Bürger Werner Schüller war „der Dritte im Bunde“, den die Staatssekretärin ehrte. Zunächst war er lange Jahre Sachbearbeiter, dann Geschäftsführer in einer Baustoffhandlung. Ab 1976 wurde er ziviler Mitarbeiter der Bundeswehr in Bad Neuenahr. „In der Zentralversorgung der Bundeswehr war er Disponent für Arznei- und Verbandmittel, aber auch zuständig für Zusammenführung und weltweite Steuerung humanitärer Hilfsmaßnahmen der Bundeswehr“, führte die Lobrednerin aus. 1990 erhielt er dafür das Ehrenkreuz in Gold der Bundeswehr. Außerhalb seines Dienstes galt sein besonderes Engagement seit mehr als drei Jahrzehnten der Kommunalpolitik, der Heimatkunde und der Pflege heimatlicher Traditionen. Bereits über 20 Jahre Mitglied der CDU-Fraktion im Stadtrat gehörte er stets wichtigen Ausschüssen an. Er war darüber hinaus viele Jahre im Kreistag und im Kreisrechtsausschuss tätig. Seit 15 Jahren ist er Patientenfürsprecher der Dr.- von -Ehrenwall’schen Klinik in Ahrweiler. Er war Autor heimatgeschichtlicher Veröffentlichungen und Bücher, und er ist im Vorstand des Vereins „Weindorf Walporzheim“ engagiert. Schüller war ehrenamtlicher Schöffe beim Landgericht Koblenz. „Alles in allem: Ein vielfältiges Wirken für die Gesellschaft und damit zu Recht Anwärter für die Verdienstmedaille des Landes“, fasste die Justizstaatssekretärin als Gründe für Orden und Urkunde der Ministerpräsidentin zusammen. Die so Ausgezeichneten nahmen anschließend die Gelegenheit wahr zu kurzen Dankadressen, bei denen immer wieder das Verdienst von Ehefrau und Familien im Vordergrund stand.
