Allgemeine Berichte | 11.04.2014, 16:58 Uhr

Literarischer Gottesdienst der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen

„Die Menschen annehmen, wie sie sind“

Es war wieder ein sehr gelungener Literarischer Gottesdienst, der viele Menschen berührte und nachdenklich machte. privat
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Remagen. Sehr gut besucht war der Literarische Gottesdienst, der von Pfarrerin Elisabeth Reuter zusammen mit dem Team der Evangelischen Öffentlichen Bücherei Remagen vorbereitet und gestaltet wurde. Dieses Jahr stand das Jugendbuch „Wunder“ von Raquel J. Palacio im Mittelpunkt. Diese emotional berührende Geschichte ist das Erstlingswerk der New Yorker Autorin, die dieses Buch nach einer Begegnung an einer Eisdiele mit einem ganz besonderen Kind geschrieben hat. Der Roman handelt von August, ein kluger, mutiger, humorvoller, sensibler und kraftvoller Zehnjähriger, dessen Gesicht durch einen Gendefekt entstellt ist. Zusammen mit seinen Eltern und seiner Schwester, die ihn sehr lieben, lebt er in New York. Bisher hat er noch keine öffentliche Schule besucht, er wurde immer von seiner Mutter unterrichtet. Nun, zu Anfang des 5. Schuljahres, soll er aber in die Schule gehen. Dieses erste Jahr an der Schule, die Ereignisse dort und die Erfahrungen aller Beteiligten während dieser Zeit bilden den Mittelpunkt der Handlung. Im Wechsel wird die Geschichte von August, seiner Schwester und von Freunden erzählt. So bekommt der Leser einen Eindruck aus mehreren Perspektiven, was die Geschichte vielschichtig macht. Wie sieht August sein Leben, wie sieht es seine Schwester Olivia, wie sehen es Olivias langjährige Freundin Miranda und ihr Freund Justin und wie fühlt sich Jack, der zunächst nur scheinbar freundlich ist zu August, dann aber doch zu einem richtigen Freund wird.

Diese Vielschichtigkeit, die vielen Perspektiven, die ein gutes Bild geben, mit welchen Problemen August kämpft, aber auch wie die Schwester das gemeinsame Familienleben beschreibt oder wie alte und neue Freunde nicht nur lernen sein Äußeres zu akzeptieren, sondern vor allem lernen August als liebenswerten Mensch zu sehen, waren der Grund dieses Buch als Grundlage des Literarischen Gottesdienstes zu nehmen.

Nach einer Hinführung zum Buch wurden den Gottesdienstbesuchern persönliche Eindrücke von Leserinnen geschildert, die durch Textpassagen aus dem Buch ergänzt wurden.

In ihrer Ansprache ging Pfarrerin Elisabeth Reuter nochmals auf diese Eindrücke und ihren persönlichen Empfindungen beim Lesen und Erfahrungen ein. Weiterhin regte sie zum Nachdenken an mit den Fragen „Wie gehen wir mit anders aussehenden Menschen, Behinderten um? Akzeptieren wir diese, gehen wir auf sie zu oder scheuen wir den Kontakt?“ Die Pfarrerin stellte heraus, wie wichtig es ist alle Menschen anzunehmen, wie sie sind und diese nach ihren Fähigkeiten und nicht nach dem Äußeren zu beurteilen, man solle allen Menschen mit Freundlichkeit begegnen. Ebenso wichtig sei es auch sich selbst so anzunehmen, wie man ist.

Alle Gottesdienstbesucher hatten als freundliche Geste zu Beginn des Gottesdienstes einen Smiley mit einem Spruch zu Freundlichkeit erhalten. Nach dem Gottesdienst verweilten noch viele Besucher im Gemeindehaus bei Kaffee und Kuchen und es gab viele interessante Gespräche. Es war wieder einmal ein sehr gelungener Literarischer Gottesdienst, der viele Menschen berührte und nachdenklich machte.

Weitere Informationen zum Angebot der Bücherei erhalten Sie unter www.buecherei-remagen.de. Informationen zum Buch „Wunder“ gibt es beim Hanser-Verlag.

Es war wieder ein sehr gelungener Literarischer Gottesdienst, der viele Menschen berührte und nachdenklich machte. Foto: privat

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