Politik | 06.02.2015

Nahversorgungszentrum auf dem Rickgelände am Dreifaltigkeitsweg in Sinzig geplant - Investitionen von 12,8 Millionen Euro

Edeka, Aldi und Rossmann in trauter Eintracht rund um 240 Parkplätze

Das Betriebsgelände der einstigen Firma Beton-Rick vom Dreifaltigkeitsweg aus gesehen.  BL

Sinzig. „Ein Projekt dieser Größenordnung hat es in Sinzig in den vergangenen 50 Jahren nicht gegeben“ - Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger wirkte bei dieser Äußerung sichtlich zufrieden. Und dies wohl mit sehr gutem Grund: Denn auf dem Areal der ehemaligen Firma Beton-Rick am Dreifaltigkeitsweg soll ein großes Nahversorgungszentrum entstehen. Ein neuer Edeka-Markt, der Aldi und die Drogeriekette Rossmann wollen sich in trauter Eintracht rund um 240 Parkplatz auf dem 20.000 Quadratmeter großen Areal ansiedeln. Angedacht ist dabei auch die Ansiedlung eines Getränkemarktes. Die frohe Kunde verkündete Kroeger in einer Presskonferenz in großer Runde. Neben Bürgermeister Kroeger, waren die Beigeordneten Charlotte Hager und Bernd Kriechel, Vertreter der Verwaltung angeführt von Wirtschaftsförderin Maike Gausmann-Vollrath und die Fraktionschefs von CDU, FWG, SPD und Grünen anwesend.

„Ich stehe zu 100 Prozent hinter diesem Projekt“, so Kroeger. Für die Überlegungen der Stadtspitze, den Edeka-Markt auf die Jahnwiese umzusiedeln und sich vom Investor ein Feuerwehrgerätehaus bauen zu lassen, hatte der Stadtchef noch im vergangenen September richtig Prügel eingesteckt und hätte im Rat auch keine Mehrheit gefunden. Zwischenzeitlich hatte das Land signalisiert, dass es für eine solche Public Privat Partnership keine Zuschüsse für das Feuerwehrgerätehaus gegeben hätte. Das Jahnwiesenprojekt ist damit endgültig vom Tisch. „Absolut obsolet“, so Kroeger.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es entstehen keine neuen Märkte, sondern es handelt sich um Umsiedlungen. Edeka bewegt sich vom langjährigen Standort an der Kölner Straße, der dem Unternehmen zu klein geworden war, an den Dreifaltigkeitsweg. Dann mit einer Verkaufsfläche von 2200 Quadratmetern, Aldi rückt auf 1900 Quadratmetern rund einen Kilometer näher an die Stadt heran. Dies gilt auch für Rossmann auf 850 Quadratmetern Verkaufsfläche. Ein Getränkemarkt ist mit 1,250 Quadratmetern Verkaufsfläche vorgesehen. Inverstor ist ein Unternehmen aus Rheinland-Pfalz, das noch ungenannt bleiben will. Der Kaufvertrag für das Grundstück ist unterschreiben; Edeka hat ebenfalls unterschreiben, Aldi und Rossmann haben zugesagt.

„Die Festlegung eines zentralen Versorgungsbereiches ist die Voraussetzung dafür, dass großflächiger Einzelhandel angesiedelt werden darf. Zentrale Versorgungsbereiche sind häufig Orte, mit deren Erscheinungsbild Städte und Gemeinden identifiziert werden, die gewissermaßen ihr Aushängeschild sind und sich damit positiv oder negativ auf das Image der Kommunen auswirken. Der Erhalt und die Entwicklung zentraler Versorgungsbereiche ist daher ein Kernelement einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Daher wurde ein entsprechendes Gutachten beim Büro Dr. Schwarze in Auftrag gegeben. Mit dem Ergebnis wird im Frühjahr gerechnet, sodass in einer der nächsten Sitzungen des Bauausschusses der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst werden kann“, heiß es in einer Pressemitteilung der Verwaltung.

Das Scheitern des Jahnwiesenprojektes war für Kroeger der Startschuss für die Verhandlungen zum jetzigen Standort. Zentral ging es dabei um das Halten des Edeka-Supermarktes, der in jedem Fall erweitern wollte. Die Hürde Stadtrat scheint für die Planungen kein wirkliches Problem zu sein. Die vornehme Zurückhaltung der Faktionschef konnte man auch als deutlich Zustimmung interpretieren „Die Stadtnähe und der Wegfall der Industriebrache sind sehr zu begrüßen. Wir sollten diesen Lichtblick auf den Weg bringen“, so FWG-Faktionschef Friedhelm Münch. „Die Pläne haben viel Potenzial“, blieb Grünen-Chef Ingo Binnewerg zurückhaltend. Der wollte beim Verkehrskonzept gewährleistet sehen, das Fußgänger mit Trolley oder Rollator und auch Radfahrer sicher zum neuen Nahkaufzentrum gelangen können. Und das Verkehrskonzept dürfte Planern wie Stadtpolitik auch wohl noch ein wenig Kopfzerbrechen bereiten. Denn mit den Schulen und Kindergärten ist der Dreifaltigkeitsweg „eine sensible Gegend“. Geplant ist eine „Entlastungsstraße“, die auf städtischem Gelände auf einen bestehenden Wirtschaftsweg bis zum Zentrum gebaut werden soll. Kostenträger wäre dafür der Investor. Eine Verlängerung dieser Straße bis zum großen Parkplatz an den beiden Sporthallen wurde bereits ins Gespräch gebracht. Die Details sollen in einem Verkehrsgutachten geregelt werden.

Diese Planungen bringen mehrere Pluspunkte mit sich:

a) Der großflächige Einzelhandel rückt näher an den Stadtkern.

b) Anstelle des dezentralen Standorts „Kölnerstraße.“ entsteht ein attraktiver, innenstadtnaher zentraler Versorgungsbereich.

c) „Gewerbe-Wildwuchs“ wird aufgelöst, keine „Insellagen“ mehr

d) Die EDEKA-Standortfrage ist gelöst.

e) Die unansehnliche Brachfläche verschwindet aus dem Stadtbild.

Die Stadtverwaltung ist optimistisch hinsichtlich des Gutachtens sowie in Hinblick auf eine zeitnahe Umsetzung, da der Landesbetrieb Mobilität (LBM) und die Untere Landespflegebehörde bereits positive Signale gesendet haben.

Folgender Zeitplan ist vorgesehen:

Frühjahr 2015: Gutachten zum zentralen Versorgungsbereich; März 2015: Aufstellungsbeschluss Bebauungsplan; Juli 2015: Satzungsbeschluss Bebauungsplan; Herbst 2015: Abstimmung Stadtrat; Ende 2015: Baubeginn; Ende 2016: Ansiedlung / Eröffnung

Die Pressekonferenz verstand Sinzigs Bürgermeister auch als eine vorzeitige größtmögliche Beteiligung der Öffentlichkeit und der Bürger. Die soll das gesamte Projekt begleiten. Einige Fragen konnten übrigens am Mittwoch noch nicht geklärt werden: So bleiben die Nachnutzung der jetzigen Edeka-, Aldi- und Rossmanngebäude offen. „Es gibt da bereits zahlreiche Gespräche“, meinte Kroeger.

Über der Stadtpolitik schwebt weiterhin der Neubau eines Feuerwehrgeräte-Hauses. Das kostet bekanntermaßen 2,5 Millionen Euro. Und für eine entsprechende Gegenfinanzierung muss man damit rechnen, dass auch eine Veräußerung der Jahnwiese wieder auf die Agenda kommt. BL

Der erste Planentwurf für das Nahkaufzentrum auf dem Rickgelände: Rechts lässt sich die Entlastungsstraße entlang der Ahr erkennen. Repro BL

Der erste Planentwurf für das Nahkaufzentrum auf dem Rickgelände: Rechts lässt sich die Entlastungsstraße entlang der Ahr erkennen. Foto: Repro BL

Das Betriebsgelände der einstigen Firma Beton-Rick vom Dreifaltigkeitsweg aus gesehen. Foto: BL

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