Politik | 03.04.2015

Wirtschaftsministerin Lemke verleiht Verdienstmedaille an Klaus Karpstein

Ehrungen für engagierten Sinziger

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke verlieh Klaus Karpstein für sein außerordentliches Engagement als Lehrkraft und im Bereich Umwelt- und Naturschutz jüngst die Verdienstmedaille des Landes. . privat

Sinzig. Wirtschaftsministerin Eveline Lemke verlieh jüngst die Verdienstmedaille des Landes an Klaus Karpstein. Karpstein hat von 1973 bis 2012 als Lehrer für Deutsch und Erdkunde am Rhein-Gymnasium in Sinzig (RGS) unterrichtet. Er hat sich in seiner Zeit als Lehrkraft stets für den Umwelt- und Naturschutz starkgemacht. Für sein außerordentliches Engagement hat ihm die Wirtschaftsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Eveline Lemke die Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz verliehen. „Klaus Karpstein hat als vorbildliche Lehrpersönlichkeit positiv auf den Lebensweg vieler junger Menschen eingewirkt und sich weit über seine Verpflichtungen hinaus engagiert“, betonte Lemke. „Ihm ist es zu verdanken, dass die Themen Nachhaltigkeit, Umweltschutz Eine-Welt-Arbeit inzwischen fest im Schulprofil des Rhein-Gymnasiums verankert sind. Beachtlich ist ebenfalls sein ehrenamtlicher Einsatz im Umweltschutz und der Entwicklungshilfe. Daher danke ich Herrn Karpstein persönlich und gratuliere ihm zur Verleihung der Verdienstmedaille.“ Klaus Karpstein, geboren am 21. Februar 1945 in Bautsch (Tschechien), studierte in Marburg und Innsbruck Germanistik und Geografie. Anschließend arbeitete er als Lehrer am Rhein-Gymnasium Sinzig und prägte es entscheidend mit. 1973 half er, die erst zwei Jahre zuvor gegründete Schule aufzubauen. Er war an der Entwicklung und Herausgabe der ersten Schülerzeitung im Jahr 1977 beteiligt und beriet auch in den Folgejahren das Redakteursteam. Ebenso hatte er über Jahre die Position des Vertrauenslehrers inne. Zusammen mit einigen Kollegen führte er in den 90er Jahren das eigenverantwortliche Arbeits- und Lehrprinzip ein. In einer von ihm gegründeten Arbeitsgruppe wurden entsprechende Unterrichtsmaterialien erstellt. Vorbildcharakter hatte seine Organisation und Leitung von Schülerfahrten. Vorzeigeprojekt ist dabei die bis heute alljährlich stattfindende Studienfahrt zum Haus Morgenrot, einem Selbstversorgerhaus im schweizerischen Zermatt. Er begründete zudem Ende der 70er Jahre sowohl das Patenkonzept an der Schule, bei dem ältere Schüler den Schulanfängern mit Rat und Tat zur Seite stehen. 1992 initiierte er am RGS die Diskussionsreihe „Forum Zukunft“, für die er viele bedeutende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewinnen konnte, wie beispielsweise José Lutzenberger, Träger des alternativen Nobelpreises und ehemaliger brasilianischer Umweltminister. Karpstein setzte sich zudem für eine Patenschaft mit einer Armenschule in Lima, Peru, ein und gründete die „Eine Welt AG“, deren Erlöse an die Patenschule fließen. Er leitete außerdem den „Energiekreis am RGS“, der 1998 einen Energiespar-Vertrag mit dem Landkreis Ahrweiler ausarbeitete. Sogenannte Energieteams sorgen an der Schule dafür, dass weder Heiz- noch Lichtenergie vergeudet wird. Im Zuge dessen wurde das RGS ein Vorreiter für Erneuerbare Energien im Kreis Ahrweiler. Aus dem Energiekreis der Schule entstand der Solarverein des RGS, dessen Leiter Karpstein wurde. Im Jahr 2005 erhielt er von Eurosolar „für die konsequente Durchsetzung seines Projekts gegen politische Widerstände“ den Deutschen Solarpreis. Karpstein war Mitbegründer des Solarvereins „Goldene Meile“ und ist dort in Sachen Energiewende vielfältig aktiv. Mit der Solaranlage auf dem eigenen Dach war er zudem einer der Solarpioniere im Kreis Ahrweiler. Auch außerhalb der Schule bemühte er sich um Nachhaltigkeit. Er hatte über 15 Jahre die Geschäftsführung des Arbeitskreises für entwicklungspolitische Bildung e.V. inne. In dieser Zeit organisierte er über 100 Vortragsveranstaltungen. Weiterhin übernahm er regelmäßig Verkaufszeiten im „Eine-Welt-Laden“ in Remagen. Jahrelang engagierte er sich für Misereor und im Arbeitskreis „Eine Welt St. Peter Sinzig“. Er arbeitete jedes Jahr an der Einführungsveranstaltung zur Misereor Fastenaktion mit. Auch im Bereich der Erwachsenenbildung zeigte er großen Einsatz. Die Landesverdienstmedaille ist eine herausgehobene Ehrung und würdigt solidarisches Handeln und Gemeinsinn im Ehrenamt. Ausgezeichnet werden Personen, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich in Bereichen des gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und sportlichen Lebens oder im Naturschutz, in der Kommunalverwaltung, der Wirtschaft oder in Gewerkschaften engagiert haben. BL

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke verlieh Klaus Karpstein für sein außerordentliches Engagement als Lehrkraft und im Bereich Umwelt- und Naturschutz jüngst die Verdienstmedaille des Landes. Foto: . Foto: privat

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