Heimat und Bürgerverein feierte 25-jährges Bestehen
Ein Verein im Einsatz für das Dorf
Gründungsmitglieder wurden geehrt und Tag der offenen Tür im Heimatarchiv
Bad Boddendorf. Wenn es den Verein nicht gäbe, müsste man ihn sofort gründen: Der Heimat und Bürgervereins (HBV) Bad Bodendorf feierte am Wochenende mit einem Tag der offenen Tür im Heimatarchiv und einen Straßenfest sein 25-järhiges Bestehen. „Die Gründung des HBV war vor 25 Jahren eine richtig gute Idee“, hatte der heutige HBV-Chef Bernhard Knorr, vor 25 Jahren Gründungsvorsitzender, die Gäste zur Geburtstagsfeier bei tropischen Temperaturen vor dem Heimatarchiv in der der Hauptstraße des Ortes begrüßt. „Der Heimat- und Bürgerverein ist das Gedächtnis und der Motor für die Aktivitäten in Bad Bodendorf“, lobte Bürgermeister Wolfgang Kroeger. Denn der HBV springt immer dann ein, wenn Politik oder die anderen Vereine im Ort mit ihrem Latein am Ende sind. Der Verein gibt alles für das Dorf“, so Kreisbeigeordneter Horst Gies. Die Gründungsversammlung des Vereins fand am 21. April 1988 in der Winzergaststätte statt. 32 Bürger traten dem neuen Verein an diesem Abend spontan bei, und so konnte das damalige Vorstandsteam um Bernhard Knorr mit Elan und vielen neuen Ideen zum Wohle des Dorfes an die Arbeit gehen. Vorausgegangen war die Auflösung des alten Bodendorfer Verkehrsvereins. Diesem oblagen zwar im Wesentlichen die Belange des Fremdenverkehrs, ihm fielen aber auch vereinsübergreifende Aufgaben zu, wie etwa das Dorffest oder der Wettbewerb „Blühendes Bad Bodendorf“ und andere ideelle Aktionen mit weniger gewerblichem Charakter, ein Modell, das nach damaligem Vereinsrecht nicht mehr zu halten war.
So kam es im gleichen Jahr zur Gründung des Vereins Kur und Touristik, verantwortlich für den Fremdenverkehr, und des Heimat- und Bürgervereins zur Wahrung gemeinnütziger Aufgaben. Die Durchführung des Wettbewerbs „Blühendes Bad Bodendorf“ und die Organisation des Dorffestes waren zwar die ersten Aufgaben des HBV, aber der Verein hatte sich wesentlich mehr vorgenommen, um die Dorfgemeinschaft lebendiger werden zu lassen. Die Dorfschelle als eingeständige Zeitung für den Ort wurde ins Leben gerufen, die März 1989 erstmals erschien und die es ebenfalls 25 Jahre gibt. 1990 wurde im ehemaligen Ladenlokal Jupp Schuld in der Hauptstraße 56 das Heimatarchiv eröffnet. Mit dieser Einrichtung wurde im Dorf eine neutrale Stelle geschaffen, in der historisch wertvolles Material für die Nachwelt aufbewahrt werden kann. Eine große Herausforderung für den jungen Verein war die Ausrichtung der 1100-Jahrfeier des Dorfes im Jahre 1993 mit einem anspruchsvollen und bunten Programm im 1000-Mann-Zelt am Sportplatz. Am Himmelfahrtstag 1994 wurde der historische Weinberg zur Erinnerung an den einst blühenden Bodendorfer Weinbau mit einem zünftigen Weinfest eingeweiht. Er war vom HBV aus Dorffesterlösen der Jahre errichtet worden, in denen er die Trägerschaft über das Fest hatte. 1998 gab die Dorffestgemeinschaft die Schutzhütte am Sportplatz in die Obhut des HBV.
2004 formierte sich der alte Bad Bodendorfer Kunstkreis unter dem Dach des HBV neu. Unter dem neuen Logo „Bad Bodendorf kreativ - Kunst im Dorf“ fanden seitdem zahlreiche, viel beachtete Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen statt. Im Jahre 2002 erinnerte der Heimat- und Bürgerverein mit der viel beachteten Ausstellung „Träume & Albträume“, eine Chronik des Fremdenverkehrs in Bad Bodendorf“ an den Aufstieg, die Blüte und den Niedergang des Kurortes. Seit zwei Jahren agiert die segensreiche Interessengemeinschaft zu Pflege und Erhalt des ökologisch sehr bedeutenden Biotops der Streuobstwiesen unter dem Dach des HBV.
Ehrungen
Der Heimat- und Bürgerverein hat zurzeit 230 Mitglieder. An Ortsvorsteher Alexander Albrecht war es die Gründungsmitglieder und Männer der ersten Stunde mit einer Urkunde auszuzeichnen. Die waren Bernhard Knorr, Franz-Josef Hillenbrandt, Josef Hessler, Dieter Dessauer, Norbert Rauen, Leo Becker, Johannes Menzen und Karl-August Seel. Gefeiert wurde in Bad Bodendorf am Samstag mit einer musikalischen Sommernacht. Für einen bemerkenswerten Musikgenuss sorgten die Band Latenite von Helena Barreto und das Akustik Duo „Coverstreet lite“ mit Thomas Hocke-Falke und Sängerin Isabelle Wolff. Der gemeinsame Auftritt war übrigen eine Uraufführung und Premiere. Am Sonntag ging es dann mit einem musikalischen Frühschoppen und dem „Schellack-Duo“ weiter. Kaffee und Kuchen mit original „Bodendorfer Prummetaad“ lockten die Besucher am Nachmittag. Und natürlich wurde beim Besuch im Heimatarchiv viel über alte Zeiten geplaudert. Dabei konnte man auch Josef Ehrhard über die Schulter schauen, der die Fleißarbeit übernommen hat den gesamten Bestand des Archivs zu digitalisieren. Kleine Randgeschichte: „Das Schild ist weg“, im Vorfeld der Geburtstagsfeier hatte es nicht nur in den Reihen des HBV einige Aufregung gegeben. Denn seit Jahrzehnten hatte in der Burggrafenstraße in Höhe des Thermalbades geheißen „Heilbad -Ruhe bitte“. Seit Montag vergangener Woche hat man an dieser Stelle Durchblick durch eine leeren Metallrahmen. „Bittere Konsequenz aus der Aberkennung des Heilbadprädikates“, hatte Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger die Erklärung für die hochoffizielle Schrauberaktivität des Bauhofes bei der Festveranstaltung parat. Es war schon vermutet worden, das einige Heilbadnostlagiker zum Schraubenschlüssel gegriffen hatten.
