Allgemeine Berichte | 28.10.2013, 16:57 Uhr

Aktiv-Gemeinschaft Sinzig

Eine Wanderung ganz im Zeichen des Weins

Die Wanderer auf dem Rotweinwanderweg oberhalb von Bad Neuenahr. Resi Schwerter
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Sinzig. Die Sonne lachte, als die Aktiv-Gemeinschaft Sinzig am letzten Oktoberwochenende mit dem Bus nach Ahrweiler zum Adenbachtor fuhr. Dort wurden die vielen Wanderer von Marc Linden aus dem Weingut „Sonnenberg“ vor Ersteigung der Weinberge mit einem zukünftigen Sektempfang begrüßt. Dabei erhielt jeder Teilnehmer sein eigenes Glas mit Klammer und Bändchen. Doch Vorsicht war geboten, das Glas neigte sich einmal schnell zur Seite und schon war der Inhalt au Hemd und Hose.

Steil ging es bergauf bis zur Weinbergkapelle St. Urban. Dort gab es die ersten Weinproben. Viel wichtiger war allerdings die Unterstellmöglichkeit, da es wie aus Waschkübeln schüttete und der böige Seitenwind die Schirme unbrauchbar machte. Ein junges Mädchen öffnete sogar die Kapelle und so gelangte man direkt neben dem Altar über eine steile, enge Wendeltreppe in den Keller. Links und rechts standen zwei Regale mit Weinen aus der Region aus den Jahren 1996, 1999, 2000 und 2001.

Nachdem über 20 Personen in dem Kellergewölbe Platz gefunden hatten, wurde sogar eine Flasche aus dem Jahre 2000 probiert und auch nach 13 Jahren noch für gut befunden. Alle kamen wieder glücklich oben an und Petrus hatte auch ein Einsehen, denn es regnete nicht mehr. So konnte die Wanderung also fortgesetzt werden.

Interessante Informationen über den Ahrwein

Marc Linden nutzte immer wieder die Gelegenheit, über den Weinbau an der Ahr zu informieren, zum Beispiel, dass die nur ein Prozent des gesamten deutschen Weinbachgebiets ist. In den 70er Jahren gab es an der Ahr den totalen Kollaps, als die Gäste aus dem Ruhrpott ausblieben und der bis dahin angebaute süße Wein keine Abnehmer mehr fand. So begann die Stunde des eher trockenen Weines.

Immer wieder gab es Plätze, wo Marc Linden aus dem hohen Gras neuen Wein hervorzauberte und nach etwa der Hälfte gab es auch einen Imbiss. Die Sonne lachte auch schon wieder vom blauen Himmel. So sah die Landschaft einfach traumhaft aus. Auch die drei Hunde hatten ihre Freude und kamen gut miteinander aus.

Inzwischen war man auf Bad Neuenahrer Gebiet gekommen, dort, wo auch das Weingut „Sonnenberg“ seine Lagen hat. So konnte man immer wieder den Wein aus den bestimmten Anbauanlagen genießen. Wer auch einmal alkoholmäßig eine Pause einlegen wollte, konnte natürlich mit dem speziellen „Bad Neuenahrer“ Wasser den Durst löschen.

Geselliger Abend im Weingut „Sonnenberg“

Am frühen Abend kamen dann alle unfallfrei und mit nur einem zerbrochenen Glas im Weingut „Sonnenberg“ an. Dort erwartete alle ein reichhaltiges kaltes Winzerbuffet, welches keine Wünsche mehr offen ließ. Auch hierbei gab es köstlichen weißen, aber feinherben Ahrwein, trefflich gekühlt.

Nachdem dann alle ihren Hunger gestillt hatten und die ersten Wanderer sich schon nach Hause begaben, führte Marc Linden die Übrigen in die „Heiligen Hallen“. Informativ und sehr interessant waren auch hier seine Ausführungen. Zu guter Letzt erreichte man das große Kellergewölbe. Mit insgesamt 30.000 Litern in diversen großen und kleinen Fässern aus Holz reifen die einzelnen Weine bis zur Abfüllung. Hier wurde auch ein 2012er „Blanc de Noir“ kredenzt, ein absoluter Genuss.

Alles in allem war es eine sehr gelungene Tour mit vielen Weinköstlichkeiten aus der Region, einem kulinarischen Abschluss und vielen Informationen über den Weinanbau im Ahrtal. Dass hier im nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz das Ahrtal ein „Filetstück“ ist, war auch auf der Wanderung wahrzunehmen.

Andreas Schwerter als Vorsitzender der Aktiv-Gemeinschaft Sinzig dankte Marc Linden für die hervorragende Betreuung und die nie endende Bereitschaft, die Wandersleute mit eigenem Wein zu versorgen. Wohl behalten brachte dann der Bus alle wieder gesund nach Hause.

Die Wandergruppe im Keller der Kapelle.

Die Wandergruppe im Keller der Kapelle.

Die Wanderer auf dem Rotweinwanderweg oberhalb von Bad Neuenahr. Fotos: Resi Schwerter

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