Allgemeine Berichte | 07.09.2026, 07:07 Uhr

Exkursion des Sinziger Vereins für Denkmalpflege

St. Pantaleon Kirche Unkel
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Unkel. Schon mehrfach hat der Sinziger Verein für Denkmalpflege Exkursionen zu Orten auf der anderen Rheinseite durchgeführt. Diesmal war das Ziel die Stadt Unkel, insbesondere galt der Besuch der Kirche St. Pantaleon und dem sie umgebenden Friedhof.

In Vertretung des Vereinsvorsitzenden Hardy Rehmann begrüßte Agnes Menacher, die frühere Leiterin des Sinziger Heimatmuseums, die zahlreichen Gäste. Trotz des unsicheren Wetters waren sie teilweise mit dem Rad hergekommen. Werner Geißler vom Geschichtsverein Unkel empfing die Gruppe zunächst in der Kirche St. Pantaleon. Anders als bei der Sinziger Kirche St. Peter ist hier die gesamte historische Ausstattung erhalten. Die gotische Hallenkirche quillt praktisch über von sehenswerten Kleinoden der religiösen Kunst. Bemerkenswert sind vor allem der mächtige Taufstein aus Basalt und der schmiedeeiserne Engelsleuchter. Neben dem barocken Hochaltar, dessen Retabel eine Wiederholung des Altarbildes von St. Pantaleon in Rom ist, waren es besonders die Plastiken der 14 Nothelfer, die die Besucher in ihren Bann schlugen. Sie sind von einer 14-Nothelfer-Bruderschaft gespendet worden, der sogar Mitglieder der kaiserlichen Familie in Wien angehörten. Mehrere der 14 Nothelfer, unter ihnen St. Pantaleon und St. Sebastianus, wurden als Pestheilige angerufen. Die Pest forderte insbesondere in den Jahren 1665-1667 auch in Unkel zahlreiche Opfer. So befinden sich auf dem umliegenden Friedhof, einem der schönsten des Rheinlands, zahlreiche „Pestkreuze“ aus dieser Zeit. Werner Geißler machte die Gruppe außerdem auf ein prachtvolles Passionskreuz aufmerksam, einem Grabkreuz, auf dem zahlreiche Gegenstände aus der Leidensgeschichte als Relief eingemeißelt sind. Leider reichte die Zeit für eine eingehendere Besichtigung dieses wunderbaren Friedhofs nicht aus.

Nun ging es in die malerische Altstadt von Unkel. Mehrere denkmalgeschützte Fachwerkbauten konnten bewundert werden, darunter das Schutzengelhaus und das Bügeleisenhaus am Willy-Brand-Forum. Am Brunnen entließ der kundige Führer die Gruppe, die gerade noch rechtzeitig das idyllische Weinhaus „Im Lämmchen“ erreichte, bevor ein heftiger anhaltender Regen weitere Besichtigungen ohnehin unmöglich gemacht hätte. Hier klang die Exkursion bei munteren Gesprächen aus. Allen aber war klar, dass es in Unkel außer dem Gesehenen noch wesentlich mehr Sehenswertes zu besichtigen gibt, so dass sich ein erneuter Besuch lohnt.

Text: Rudolf Menacher

St. Pantaleon Kirche Unkel Foto: Hilde Ginzler

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