Allgemeine Berichte | 21.09.2013

THW-Ortsverband Sinzig nahm an ungewöhnlicher Großübung teil

Frankfurt hatte für zwei Stunden eine neue Brücke über den Main

Vorsichtig wurden die Pontons zum Lückenschluss herangefahren. Die beiden linken Schwimmkörper sind die des Ortsverbandes Sinzig. Im Hintergrund der historische Frankfurter Dom, ganz auf der rechten Seite der Neubau der Europäischen Zentralbank.privat

Sinzig/Frankfurt. Eifrige Unterstützung lieferte der THW-Ortsverband Sinzig beim Katastrophenschutztag der Hilfsorganisationen der Stadt Frankfurt am Main am vergangenen Samstag. Gemeinsam mit zahlreichen Ortsverbänden des THW-Landesverbandes Hessen-Rheinland-Pfalz und Saarland bauten die Helfer in Blau aus der Barbarossastadt eine rund 200 Meter lange und etwa 60 Tonnen schwere Pontonbrücke über den Main. Für die zahlreichen Zuschauer bot sich direkt unter der der Skyline der Frankfurter Innenstadt ein beeindruckendes Bild. Am Ufer drängelten sich so viele Zuschauer, dass nicht jeder einen Platz in der sprichwörtlichen ersten Reihe bekam. Um das ungewöhnliche Schauspiel ebenfalls zu beobachten, kamen aus Sinzig die Jugendgruppe mit ihrem Leiter Max Siegsmund sowie weitere Helfer mit dem Bus angereist. Der Schiffsverkehr auf dem Fluss war an diesem Tag komplett eingestellt. Es war die Aufgabe der für solche Aufträge besonders ausgerüsteten Fachgruppe Wassergefahren des Ortsverbandes mit seinem Leiter Michael Laß. Er hatte mit weiteren elf Helfern die besonders wichtige Aufgabe, gemeinsam mit dem Ortsverband Bingen die letzte Lücke der schwimmenden Brücke über den Main mit ihren Pontons zu schließen und somit den Übergang über den Fluss zu ermöglichen. Es war eine knifflige Aufgabe, die Pontons mit ihren Überbau so genau in die verbliebene Lücke zu bugsieren, dass alle Verankerungen mit dicken Bolzen verankert werden konnten und die Brücke trotz Strömung fest an ihrem Platz blieb. Lediglich eine Stunde dauerte es, ehe die 200 eingesetzten Helfer die Konstruktion mit ihren 24 Ganzpontons fest postiert hatten und die Frankfurter an dieser ungewöhnlichen Stelle den Main überschreiten konnten.

Perfektes Zusammenspiel

Um eine solche Flussüberquerung zu errichten, ist die Zusammenarbeit zahlreicher Ortsverbände des THW-Landesverbandes Hessen-Rheinland-Pfalz und Saarland notwendig, denn jeder von ihnen verfügt lediglich über vier der sogenannten Halbpontons, die zum Brückenbau fest zu zwei Ganzpontons zusammengefügt werden. Mit einem etwa 15 Meter langen Überbau, quasi ein auf Metallträgern montiertes Stück Straße, sowie eigenem Antrieb können sie einzeln als Fähre für Fahrzeuge oder ohne Überbau als Rettungsboote zur Personenrettung benutzt werden. Da sie alle genormt sind, können sie ohne Schwierigkeiten zusammengefügt werden und ergeben dann eben eine flussüberspannende Brücke. Die Brückenlänge ist dabei je nach Anzahl der Pontons variabel. Das THW ist derzeit die einzige Organisation in der Bundesrepublik, die einen solchen Brückenschlag vollziehen kann. Selbst die Bundeswehr hat heute diese Pionierfähigkeit nicht mehr. So war beim Frankfurter Katastrophenschutztag zur Förderung des Ehrenamtes die Vorführung des THW der Höhepunkt des Tages. Schon am Tag vorher waren Michael Laß und seine Kameraden aus Sinzig angereist, um die Pontons vom Fahrzeug in das Wasser zu heben und den Überbau zu montieren. Für alle war die Aktion natürlich ein aufregendes Erlebnis war. Nicht nur bei den Sinzigern, sondern bei allen zum Brückenbau eingesetzten 200 ehrenamtlichen Helfern klappte es reibungslos und die Vorführung war beeindruckend. Zahlreiche Landesminister Hessens, Staatssekretäre des Bundes, die Stadtoberen von Frankfurt und die Leitungen der Hilfsorganisationen waren dann die ersten Nutzer der neuen Brücke. Da es so schön war, wurde alles nach zwei Stunden wieder abgebaut und am Nachmittag erneut aufgebaut. Begleitend zum Brückenbau war entlang des Mainufers eine Ausstellung, in der nicht nur das THW mit rund 1.000 eingesetzten Helfern, sondern auch die Frankfurter Feuerwehr und weitere Rettungs- und Hilfsorganisationen ihre Geräte vorstellten. „Das THW ist für uns ein ganz wichtiger Partner im Katastrophenschutz - und die Ehrenamtlichen sind die Elite unserer Gesellschaft“, stellte der hessische Innenminister Boris Rhein fest.

Vorsichtig wurden die Pontons zum Lückenschluss herangefahren. Die beiden linken Schwimmkörper sind die des Ortsverbandes Sinzig. Im Hintergrund der historische Frankfurter Dom, ganz auf der rechten Seite der Neubau der Europäischen Zentralbank.Foto: privat

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag 2026
Dienstleistungen
Imageanzeige - Dauerauftrag
Gläser
150 Jahre Zeitungsgeschichte
150 Jahre Zeitungsgeschichte
150 Jahre Zeitungsgeschichte
Titel
Empfohlene Artikel
2

(VZ-RLP / 17.07.2026) Die aktuellen Hitzewellen lassen die Nachfrage nach Kühlgeräten steigen – und damit auch die Zahl unseriöser Angebote im Internet. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt in diesem Zusammenhang vor irreführender Werbung für kleine, mobile Kühlgeräte. Viele der als „Mini-Klimaanlage“ beworbenen Geräte sind in Wahrheit lediglich Ventilatoren oder Luftkühler, die mit Wasser oder Eis Verdunstungskälte erzeugen.

Weiterlesen

Auf rund 240 Seiten erzählt Ayche offen von den prägenden Stationen ihres Lebens.  Foto: privat
5

Kreis Ahrweiler. Unter dem Titel „Einfach mal machen. Loslegen. Scheitern. Und wieder mutig sein.“ hat die Bruchsaler Sängerin Nadia Ayche ihre erste Autobiografie veröffentlicht. Das Buch ist am 18. Juni im Bonifatius Verlag in Paderborn erschienen. Begleitet wurde sie beim Schreibprozess vom Düsseldorfer Schriftsteller Leo G. Linder, der als Co-Autor mitwirkte.

Weiterlesen

Zerstörungen nach der Flut im Peter-Joerres-Gymnasium.  Foto: privat
6

Kreis Ahrweiler. Das Ahrtal erlebt im Juli 2026 den 5. Jahrestag nach der Flutkatastrophe. „Mit Sicherheit Ahrtal“ bietet auf 112 Seiten Einblicke in eine Region, die sich wieder aufstellt und dabei einen Wirtschaftsboom erlebt. Eveline Lemke, Herausgeberin und Autorin, sowie Verleger Sven Nieder von Eifelbildverlag übergaben anlässlich der Erscheinung von „Mit Sicherheit Ahrtal“ das erste Buch an...

Weiterlesen

Weitere Artikel
Foto: Adobe Stock
8423

Eine Woche lang hattet Ihr die Möglichkeit, Eure Lieblingseisdielen im BLICK aktuell-Land zu nominieren und das Ergebnis einfach gigantisch! Ihr habt insgesamt 42 Eisdielen nominiert. Jetzt seid Ihr gefragt: Stimmt in unserem großen Voting für Eure persönliche Lieblingseisdiele ab und unterstützt Euren Lieblingseismacher!

Weiterlesen

Symbolbild.
572

Köln. Nach einem schweren Verkehrsunfall auf der A555 am 9. Juli, bei dem ein 32-jähriger Lamborghini-Fahrer tödlich verletzt wurde, ist die Polizei weiterhin auf der Suche nach Zeugen. Der 33-jährige Beifahrer des Fahrzeugs befindet sich nach wie vor in medizinischer Behandlung im Krankenhaus.

Weiterlesen