Jörg Meyrer, Pfarrer aus Ahrweiler, zieht Bilanz
Fünf Jahre nach der Flut: „Ich will mich nicht mit Jammern aufhalten!“
Fünf Jahre sind seit der Flut vergangen. BLICK aktuell sprach mit Jörg Meyrer, Pfarrer aus Ahrweiler, und fragte: Was ist in den vergangenen fünf Jahren gut gelaufen? Wo gibt es noch Nachholbedarf?
BLICK aktuell: Was waren für Sie die größten Meilensteine im Wiederaufbau? *
Jörg Meyrer: Ich habe in den letzten Monaten am meisten über die Wiedereröffnung der Bahnstrecke, über die Eröffnung von St. Laurentius und zuletzt der Rosenkranz-Kirche gestaunt: wie gut, dass es große Feste waren, - denn nach der langen Zeit haben wir allen Grund zum Feiern.
BLICK aktuell: Wo hätte es besser laufen können und was muss noch dringend erledigt werden?
Jörg Meyrer: Besser kann vieles laufen, aber ich will mich gar mit Jammern oder Beschweren aufhalten, das kostet nur Kraft, und die brauche ich.
Was noch ansteht: die Brücken, die Kindergärten und Schulen, die Straßen, - das wird noch eine Weile dauern und viel Geduld von uns abverlangen.
BLICK aktuell: Nach der Flut war der Zusammenhalt groß – spüren Sie diesen Zusammenhalt heute immer noch?
Jörg Meyrer: Der Zusammenhalt in den Monaten nach der Flut (sprichwörtlich geworden als SolidAHRität) ist uns verloren gegangen. Woran das liegen mag: Vielleicht als der Aufbau mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran ging? Vielleicht weil mit dem wiederkehrenden Alltag zwischen Beruf, Familie, Aufbau der Blick wieder stärker auf das eigene fokussierte? ROB
Pfarrer Jörg Meyrer. Foto: privat