Allgemeine Berichte | 05.02.2013, 15:50 Uhr

„Ich habe diese Arbeit unglaublich gerne gemacht“

Denkmalverein würdigt die Verdienste des scheidenden Vorsitzenden Dr. Günther Schell

„Ich habe diese Arbeit unglaublich gerne gemacht“
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Sinzig. Keine Höflichkeitsfloskeln, sondern aufrichtige Worte des Respekts, der Anerkennung und des Dankes fielen bei der Verabschiedung von Dr. Günther Schell im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins zur Förderung der Denkmalpflege und des Heimatmuseums in Sinzig. Er war, wie es Karl-Friedrich Amendt, der Neue an der Spitze, seit 2007 Vorstandsmitglied und bisher Vize, prägnant formulierte, „der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Platz“.

Fünf Jahre im Amt des Vorsitzenden

Fünf Jahre lang hat Schell das Amt des Vorsitzenden bekleidet. Dass er seinen Rücktritt erklärte, kam nicht überraschend. „Dr. Schell war und ist vielfältig engagiert und wollte deshalb den Verein von Anfang an nur eine begrenzte Zeit führen. Eigent­lich sollte schon die Jahresversammlung 2011 einen Nachfolger wählen, doch Dr. Schell erklärte sich bereit, weiterhin mit nach einem geeigneten Kandidaten zu suchen und diesen einzuarbeiten“, rief Amendt in Erinnerung. Als neuer Vorsitzender wies er darauf hin, er selbst habe den Posten angenommen, um einer drohende Vakanz in der Führung vorzubeugen. Am liebsten würde er jedoch dem Verein in der bewährten Weise dienen, das heißt durch intensive Recherchen zu historischen und denkmalrelevanten Themen. Daher bat Amendt die Mitglieder, auch künftig Ausschau nach einer geeigneten Person für den Vorsitz halten.

Guter Vorsitzender und Teamplayer

Der Denkmalverein entließ den scheidenden Vorsitzenden Schell nicht, ohne seine Verdienste gebührend zu beleuchten. Sein Vorgänger Friedrich Rick übernahm es, Schells Amtszeit Revue passieren zu lassen und jene Wesenszüge seiner Persönlichkeit zu skizzieren, die ihn für diese Aufgabe qualifizierten. „Sie waren ein guter Vorsitzender, ich kann das beurteilen. Sie übernahmen einen etablierten und soliden Verein mit einem treuen Mitgliederstamm, der ganz gut lief und schon einige Veränderungen hinter sich hatte.“ Und so war er angetreten: als ein langjähriger Sinziger Bürger, vertraut mit den Angelegenheiten der Stadt, umfassend ausgebildet als Geograf und Offizier und im Kreise Ahrweiler bestens vernetzt als Rotarier. „Dazu hat sich herausgestellt, dass Sie ein sehr guter „Teamplayer“ sind und es verstanden haben, mit ‚langem’ Zügel zu führen“, sagte Rick.

Entwicklung vorangetrieben

Zusammen mit dem Vorstand, „alles aktive, fleißige Heimatkundler“, habe er den Verein weiter entwickelt. Zur Denkmalpflege und Förderung des Heimatmuseums habe er als dritte Säule die Geschichte Sinzigs und Umgebung mit aufgenommen: „Sehr erfolgreich, wie die wachsende Zahl von Veranstaltungen zeigt“. Gemeint sind die beliebten Turmgespräche, mit Themen wie „Barbarossa“, „Juden und Christen in unserer Stadt“, die „Geschichte der evangelischen und katholischen Gemeinden in Sinzig“ sowie Exkursionen zu den Stadtteilen Sinzigs, zu Nachbarorten, Naturkundegebieten und großen Museen in Mannheim, Remagen und Mainz. In die Ära Schell, während der sich die Mitgliederzahl auf 120 erhöhte, fielen auch Projekte und gewürdigte Jubiläen wie „1250 Jahre - Erste urkundliche Erwähnung von Sinzig im Jahr 762“, „Beschreibung und Ausschilderung der Aachen-Frankfurter-Heerstraße in der Stadt“, „30 Jahre Museum“, „25 Jahre Museumsleiterin Agnes Menacher“, „Schlossgeschichten Teil 2“ und die große Ausstellung „Heiß gebrannt und unverwüstlich: 140 Jahre Fliesen am Sinzig“.

Unterstützt und gefördert

Natürlich gab es Hilfe durch den Vorstand, die Museumsleiterin und andere. „Aber Sie haben alle gewähren lassen, mit freundlichen Worten unterstützt und gefördert“, hob Rick hervor. Als Zeichen des Dankes überreichte er im Namen des Vereins einen Himmelsatlas, Reprint einer Ausgabe von 1660. Hinzu kam ein Bergkristall, eine symbolische Gabe, werden doch dem Stein besondere Heilkräfte zugeschrieben. Ehefrau Ute Schell erhielt für ihre Mitarbeit einen Blumenstrauß und beide wurden von den 30 Versammelten im Schloss mit herzlichem Applaus bedacht. Auch Agnes Menacher ließ es sich nicht nehmen, seitens des Museums für die Unterstützung zu danken, was sie ebenfalls durch ein Präsent bekräftigte.

Amendt macht es genauso gut

„Ich hatte fünf Jahre lang die Freude, den Verein zu führen und habe diese Arbeit, ob am Computer oder im Vorstand, unglaublich gerne gemacht“, erklärte der Geehrte. Er betonte: „Es war für mich die ideale Zusammenarbeit. Wir haben herrliche Gemeinschaften erlebt.“ Aber einmal sei es genug, denn, so Schells scherzhafte Begründung: „Ich möchte nicht selbst ein Fall für die Denkmalpflege werden.“ Außerdem sei er sich bewusst, dass der neue Vorsitzende Karl-Friedrich Amendt, „das genauso gut macht“. Als Agnes Menacher bekundete, sie hoffe, dass Dr. Günther Schell und seine Frau Ute dem Verein treu bleiben, lautete Schells spontane Antwort, „es ist ganz klar, unser Herz schlägt für den Verein!“

HG

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