bGelungene Abrundung des Kunstevents ArtAhr
Interessante Lesung von Christa Schyboll
Sinzig. In Wort und Musik erfuhr das gelungene Kunstevent ArtAhr in der alten Druckerei des Krupp-Verlags am Samstag mit der Lesung von Christa Schyboll eine gelungene Abrundung. Rund 60 Zuhörer waren zu einer recht ungewöhnlichen Veranstaltung gekommen. Dabei griff die Sinziger Autorin den Untertitel der Kunstausstellung „Parallelwelten“ auf. „Parallelwelt“ ist für Christa Schyboll ein Sammelbegriff, der nicht nur allein auf die Theorie der Multiversen anzuwenden, sondern der auch im Hier und Jetzt vielfältig von jedem Menschen erfahrbar ist, wenn er nur wachsam darauf achtet. Diese Welten können subjektiv und objektiv erfahren werden, können sich in politischen Zusammenhängen ebenso zeigen, wie in der Kunst oder im Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur. Christa Schyboll beleuchtete sowohl sachlich wie auch lyrisch kritisch die politische Dimension unserer globalen Ohnmacht gegenüber dem Kriegswüten in der Welt, das auch den über den ethischen Zustand der Spezies Mensch auf bittere Weise Auskunft gibt. Die Autorin nahm kein Blatt vor den Mund und legte mit ihrem offenen und klaren Wort die Finger in die Wunden der Zeit.
Im zweiten Teil des Abends wiederum lag der Schwerpunkt auf den Themen: Geist und menschliches Bewusstsein, seine Grenze und dem schmalen Grad zwischen Wahn und Wirklichkeit. Dies alles wird in ihrem nächsten Roman - einem Psychothriller - einen spannenden, gut recherchierten und breiten Raum einnehmen - der im nächsten Jahr aber noch eine eigene Lesung bekommt. Die lyrischen Gedanken zum Thema des Abends sind dem Werk „Zeitwände bersten“ entnommen, das ab Dezember als E-Book im Handel erhältlich ist.
Das Publikum schätzte in besonderer Weise auch die vielfältigen musikalischen Darbietungen von Ute und Ines Fischer aus Löhndorf, die beide gemeinsam ein feinfühliges Programm erarbeitet hatten, das die Zuhörer sehr berührte. Dabei kamen Gitarre, Klapper, Klangschalen, Trompete, Querflöte und weitere Klangwerkzeuge zum Einsatz, was mit großem Beifall vom Publikum belohnt wurde. Dieser gelungene Mix aus lauten und leisen Tönen und Klängen gab den intensiven Texten von Christa Schyboll eine starke Note.
