Allgemeine Berichte | 12.10.2013, 13:42 Uhr

Kulturdenkmale im Blick

Jüdischer Friedhof, ehemalige Synagoge und Henks Mühle

Kultur- und Heimatverein Niederzissen hatte den Sinziger Denkmalverein zu Gast

Brunhilde Stürmer erläutert den Sinziger Gästen die bedeutenden Funde vom Speicher der Synagoge. HG
80

Sinzig/Niederzissen. Begegnung schafft Bindung und fruchtbaren Austausch, das konnten zwei an Kultur und Geschichte interessierte Zusammenschlüsse aufs Neue feststellen. 2012 hatte Museumsleiterin Agnes Menacher den Kultur- und Heimatverein Niederzissen ins Sinziger Schloss eingeladen und unterstützt vom Verein zur Förderung der Denkmalspflege und des Heimatmuseums in Sinzig durch das neugotische Kleinod und die Museumssammlungen geführt. Nun empfing der Niederzissener Verein als bestens vorbereiteter Gastgeber die Sinziger Besucher.

Mit Start bei der alten Schule am Marktplatz erläuterte der Vorsitzende Richard Keuler, wie dieser künftig durch Grünflächen, Bänke, Bühne und Abenteuerspielplatz lebendig gehalten werden soll. Dann galt das Augenmerk „drei Objekten, die der Heimatverein betreut“. Auf dem jüdischen Friedhof wurden einst nicht nur Juden aus Niederzissen, sondern aus der ganzen Umgebung beerdigt. Keuler und Vereinsmitglied Brunhilde Stürmer blickten auf die Entwicklung der zunächst im Wald nur geduldeten, aber 1820 durch eine Heckenumgrenzung offiziell gemachten Begräbnisstätte. Sie reichte ursprünglich bis zur Straße. Nach Besitzerwechseln und Flurbereinigung stehen auf halbierter Fläche 92 Grabsteine und zwei Gedenksteine. Sie sind Thema einer Publikation von Gerd Friedt und Stürmer. „Immer wieder kommen Nachfahren der Begrabenen zu Besuch“, betonte sie die Bedeutung von Dokumentation und Erhalt des Friedhofs.

Vollends ins Staunen über das Engagement des Vereins kamen die Sinziger angesichts der renovierten, seit 2009 in Gemeindebesitz befindlichen ehemaligen Synagoge. Sie sahen Fotos der nach der Schändung durch die Nazis als Schmiede genutzten völlig verrußten Räume. Auf Vereinsinitiative, mit enormer Eigenleistung und finanzieller Förderung seitens des Landes und der Denkmalpflege wurden nachträgliche Anbauten beseitigt und die Synagoge vollständig saniert. Sie präsentiert seit der Eröffnung als Erinnerungs- und Begegnungsstätte im März 2012 das wiederentdeckte rituelle Bad, dazu liturgische und andere kulturhistorisch wertvolle Speicherfunde. Der Verein übernimmt Führungen und lädt regelmäßig zu Kulturveranstaltungen ein.

Auch Henks Mühle, einzig noch erhaltene von vier Mühlen im Ort, stand den Gästen offen. Gerwig Käse, der seit 2007 mit Dieter Lukas, Beppo Fiorelli, Manfred Bell, Heinz Schröder und Albert Schäfer die mittels Wasserkraft angetriebene Getreidemühle am Brohlbach restauriert, leitete kenntnisreich über alle Ebenen. Ebendies entspricht der Vereinbarung mit Eigentümerin Anneliese Schiele: dass der Kultur- und Heimatverein zum Ausgleich für seinen Arbeitseinsatz den Betrieb öffentlich vorführen darf. Die ebenso spannenden wie kurzweiligen Geschichtsstunden endeten wie in Sinzig bei Kaffee, Kuchen und anregendem Gespräch. Denkmalvereinsvorsitzender Karl-Friedrich Amendt übergab Richard Keuler als Dank Wein und einen Hut voll Spenden für die vielfältigen Vorhaben des Niederzissener Vereins.

Brunhilde Stürmer erläutert den Sinziger Gästen die bedeutenden Funde vom Speicher der Synagoge. Foto: HG

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Rund um´s Haus
Daueranzeige
Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Anzeige Sonderpreis wie vereinbart
Innovatives aus der VG Weißenthurm
Innovatives aus Weißenthurm
Empfohlene Artikel
Kleine Mutboschaften für großartige Vorschulkinder
13

Waldorf. Mit Bewegung, Fantasie und viel Freude erlebten gleich zwei Vorschuljahrgänge des Kindergartens in Waldorf ein besonderes Yogaabenteuer. In regelmäßig stattfindenden Yogaeinheiten lernten sie, ihre Gefühle wahrzunehmen, ihren Körper zu entdecken und als Gemeinschaft zusammenzuwachsen. Möglich wurde diese Projektumsetzung aufgrund der finanziellen Förderung durch die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Rhein-Ahr.

Weiterlesen

Ein lebendiges Gemeindeleben zeigte sich auch wieder beim jüngsten Treffen der Helferinnen und Helfer aus Burgbrohl und Weiler.
8

Burgbrohl. Zum jüngsten Helfertreffen im Pfarrhaus Burgbrohl kamen 17 engagierte Gläubige aus Burgbrohl und Weiler, um über das Gemeindeleben im Pfarrbezirk Burgbrohl und Weiler zu sprechen und Informationen vom Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat zu erhalten.

Weiterlesen

Die Rundtour startet in der Ortsmitte von Schuld und führt zunächst hinauf zu den Schulder Türmchen.  Foto:Dominik Ketz
8

Schuld. Weite Blicke über die Eifelhöhen bis hin zum Siebengebirge, aussichtsreiche Wiesen und Wälder sowie spannende Zeugnisse aus Natur und Geschichte: Der örtliche Rundweg Nr. 6 rund um Schuld, Winnerath und Insul bietet eine abwechslungsreiche Panorama-Tour durch das mittlere Ahrtal. Dabei wechseln sich aussichtsreiche Höhenpassagen mit idyllischen Abschnitten entlang der Ahr ab.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die B267 in Altenahr.  Foto: ROB
2086

Die Sperrung bedeutet Einschränkungen im ÖPNV

Altenahr: Vollsperrung der B 267 ab 19. Oktober

Altenahr. Ab Montag, 19. Oktober 2026, muss die B 267 in Altenahr auf Höhe des Bahnübergangs an der Altenburger Straße voll gesperrt werden. Grund hierfür ist die Herstellung einer Außenanlage. Die Sperrung wird voraussichtlich bis einschließlich 6. November dauern. Die Umleitung erfolgt aus Fahrtrichtung Altenburg kommend über die B 257 und den Roßberg, aus Fahrtrichtung Altenahr kommend erfolgt die Umleitung entgegengesetzt, das heißt über den Roßberg und die B 257.

Weiterlesen