Gemeinsame Aktion zum Gedenktag an die Novemberpogrome 1938
Junge Menschen halten die Erinnerung wach: Stolpersteine werden erneut gereinigt
aus Sinzig
Sinzig. Anlässlich des Gedenktages an die Novemberpogrome vom 9. November 1938 werden Schülerinnen und Schüler der drei weiterführenden Schulen in Sinzig auch in diesem Jahr die Stolpersteine im Stadtgebiet reinigen und polieren.
Die Aktion geht auf eine Initiative engagierter Sinziger Bürgerinnen und Bürger sowie einer Projektgruppe des Rhein-Gymnasiums zurück. Seit der Verlegung der Stolpersteine durch den Künstler Gunter Demnig im Mai 2022 ist die Pflege der Erinnerungszeichen zu einer festen Tradition der Sinziger Erinnerungskultur geworden. Jahr für Jahr machen sich Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften und ausgestattet mit Reinigungs- und Poliermaterial auf den Weg, um die Stolpersteine wieder zum Glänzen zu bringen und ihre Botschaft sichtbar zu halten.
Die diesjährige Aktion am 09..November vormittags in der Sinziger Innenstadt wird erneut von BILA Sinzig koordiniert und versteht sich als aktiver Beitrag zur Erinnerungs- und Gedenkkultur in der Barbarossastadt. Die Stolpersteine erinnern an 28 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Sinzig, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung und des Terrors wurden.
Ortsvorsteher Reiner Friedsam begrüßt das Engagement der Schulen ausdrücklich:
„Ich freue mich sehr, dass die Schülerinnen und Schüler der drei weiterführenden Schulen diese wichtige Tradition auch in diesem Jahr fortführen. Die Stolpersteine geben den Opfern ihre Namen und ihre Geschichte zurück. Sie erinnern uns daran, wohin Ausgrenzung, Hass und Menschenverachtung führen können. Gerade junge Menschen setzen mit ihrem Engagement ein starkes Zeichen gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerungskultur in unserer Stadt.“
Mit der Reinigung und Pflege der Stolpersteine werden die Namen und Schicksale der Opfer wieder in den Blick der Öffentlichkeit gerückt. Die Aktion verbindet historisches Erinnern mit gesellschaftlicher Verantwortung und zeigt, dass das Gedenken an die Verbrechen des Nationalsozialismus auch heute unverzichtbar bleibt.
Die Stolpersteine der Familie Wolff machen deutlich, dass hinter jedem Namen ein persönliches Schicksal steht. Durch die jährliche Reinigung und Pflege tragen Schülerinnen und Schüler dazu bei, dass die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus im Alltag sichtbar bleibt. Foto: Reiner Friedsam
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Mit Bürste, Wasser und Politur sorgen Schülerinnen und Schüler der Sinziger Schulen dafür, dass die Stolpersteine als sichtbare Zeichen der Erinnerung im Alltag erhalten bleiben. Foto: Reiner Friedsam