Lokalsport | 23.03.2015

SG Westum/Löhndorf

Kein Spiel für schwache Nerven

SG Westum/Löhndorf - SG Mendig/Bell II 4:3 (0:2)

Westum/Löhndorf. Gefühlschaos pur! Wer dachte, das Spiel in der letzten Woche beim Tabellenführer war schon Wahnsinn, der sollte in der Partie gegen Mendig/Bell II emotional eines Besseren belehrt werden. Eigentlich waren vor rund 100 Zuschauern die Rollen beim Match Zweiter gegen Zehnter klar verteilt. Überdies galt es für Westum/Löhndorf, den Druck auf die SG Hocheifel hoch zu halten. Insofern erwarteten viele Gäste einen eher einseitigen Spielverlauf. Doch anders als letzte Woche begann die Heimmannschaft zu unaufgeregt, zu unentschlossen und zu zerfahren. Insbesondere die Defensive war des Öfteren indisponiert. In der 12. Minute wurde diese Spielweise dann das erste Mal bestraft. Der Ball gelangte bei einem flachen Pass in die Schnittstelle der Abwehr zu einem Gästestürmer, der quer auflegte, so dass sein Mitspieler aus 11 Meternur noch zum 0:1 einzuschieben brauchte. Derek Ababio hätte in der 16. Minute seitlich aus 6 Meter nach Zuspiel von Tim Palm den Ausgleichstreffer markieren können, doch der Ball flog halbhoch an den Pfosten. Im weiteren Spielverlauf agierte die Schäfer-Elf blutleer und zerfahren. Hinten bekam man die Stürmer nicht in den Griff und vorne konnte man sich nicht durchsetzen. Insofern waren die sich häufenden Chancen auf Seiten der Vulkaneifeler nur logisch. Eine davon brachte in der 39. Minute in Anschluss an einen Freistoß die 0:2-Führung. Ein Stürmer der Gastmannschaft kam 14 Meter vor dem Schwaiger-Gebälk an den Ball, umkurvte den Torsteher und schob ungestört ein. Bei diesem Spielstand wurden die Seiten gewechselt.

Die neue Halbzeit war gerade mal sechs Minuten gespielt, da viel das 0:3. Vorausgegangen war ein schnelles Umschaltspiel nach einer abgefangenen Westum/Löhndorfer Ecke. Dabei wurde der Gästestürmer auf die Reise geschickt, der dann nicht mehr einzuholen war und aus 11 Metern unbedrängt vollenden konnte. Die Führung für die Gastmannschaft war bis dahin, wenn auch etwas zu hoch, verdient. In der 55. Minute endlich ein gelungener und zu Ende gespielter Angriff und es hieß 1:3. Tom Weber hatte auf Martin Münch gepasst, der seinen Gegenspieler austrickste und nach innen auf Tim Palm flankte. Dieser vollendete dann aus 4 Metern.

Westum/Löhndorf wacht auf

Jetzt kippte die Partie. Westum/Löhndorf erwachte und jetzt war es nur noch die Schäfer-Elf, die Akzente setzte. Jetzt waren die Konzentration und der Wille da, wo sie zu Beginn des Spieles hätten sein sollen. So zwischen der 60. und 75. Minute setzten sich die Gastgeber in der gegnerischen Hälfte fest, doch ein weiteres Tor wollte zunächst nicht fallen. Im Anschluss an eine undurchsichtige Situation konnte der gegnerische Torsteher gerade noch zur Ecke klären. Die Hereingabe von Martin Münch verwertete Sebastian Heinz am langen Pfosten lauernd, in der 78. Minute aus 5 Metern zum 2:3-Anschlusstreffer. Die Mendig/Beller Reserve musste dem jetzt hohen Tempo und dem Druck Tribut zollen und kam nicht mehr aussichtsreich in den heimischen Strafraum. Erschwerend kam hinzu, dass bei dem Team im weiteren Verlauf zwei Spieler des Feldes verwiesen wurden. In der 84. Minute wurde Tim Palm beim Torschussversuch im gegnerischen 16er regelwidrig von den Beinen geholt und es ertönte der fällige Elfmeterpfiff.

Der Gefoulte schoss selbst und verwandelte sicher zum 3:3. Der Rausch, die Raserei und die Erlösung dann eine Minute vor dem Abpfiff. Bei einem Sensationspass von Roderik Speich in der 89. Minute in Höhe der Mittellinie über die Abwehr auf Tim Palm kam dieser mit der Fußspitze aus 8 Metern eine Wenigkeit eher ans Leder, als der herausstürmende Torwart und es hieß 4:3. Im weiten Rund schüttelten die Zuschauer den Kopf und/oder griffen sich an die Brust. Ein derart dramatisches Spiel hatte man lange nicht erlebt.

SG Westum/Löhndorf spielte mit: Ralf Schwaiger, Sebastian Heinz, Marcel Diekmann, Tom Weber, Niklas Hoffmann, Roderik Speich, Christian Fuchs, Carsten Ritterrath, Martin Münch, Tim Palm, Derek Ababio, Jimmy Morales, Benedikt Geiben.

Fazit:

Gar kein Spiel für schwache Nerven. Das Niveau des Spiels war eher durchschnittlich und die ersten 55 Minuten aus Westum/Löhndorfer Sicht recht schwach. Doch was dann passierte, war einfach nur Ekstase und Euphorie. Einen Drei-Tore-Rückstand in einen Sieg umzuwandeln zeugt von einer tollen Moral und klasse Einstellung.

Vorschau:

Am Sonntag, 29. März um 14:30 Uhr ist man beim TUS Hausen zu Gast.

Die Mannschaft ist Tabellenletzter, hat nichts zu verlieren und genau das macht sie so gefährlich. Westum/Löhndorf ist zu empfehlen, die Partie nach dem jüngsten Ergebnis erst recht nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Trainer, Mannschaft und die beiden Vereinsvorstände würden sich über eine rege Zuschauerunterstützung wieder riesig freuen.

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