In der Sinziger Gudestraße wird demnächst gestaltet
Kleiner Park und Parkplätze
Mit 45.000 Euro werden die letzten Spuren des Simmobilia-Projekts getilgt
Sinzig. In seiner jüngsten Sitzung hat er Stadtrat Nägel mit Köpfen gemacht. Auf dem Grundstück der einstigen Simmobilia-Ruine werden ein kleiner Park und zehn Parkplätze entstehen. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 45.000 Euro.
Große Diskussionen gab es für die Planungen nicht, obwohl die Simmobilia-Ruine über Jahre hinweg die kommunalpolitischen Wogen hochschlagen ließ.
Die Abstimmung erfolgte einstimmig. Es gab allerdings vier Enthaltungen aus den Reihen der Sozialdemokraten. Damit dürfte eine unendliche kommunalpolitische Geschichte zu den Akten gelegt sein. Die Stadt Sinzig hofft übrigens für das Projekt noch auf Fördermittel. Ein entsprechendes förderrechtliches Verfahren mit der ADD läuft.
Im Januar 2012 waren die der Sinziger Gudestraße die Bagger angerückt, um die Bauruine in der Innenstadt schlechthin im Wortsinne dem Erdboden gleichzumachen. Kosten für die Abrissaktion: seinerzeit rund 120.000 Euro.
Ein Vierteljahrhundert lang hatte das Simmobilia-Projekt in der Gudestraße nicht nur für tristen Müllkippencharme gesorgt, sondern auch die politischen Wellen in Sinzig hochschlagen lassen.
Zur Vorgeschichte: Angeschoben wurde das Projekt Mitte bis Ende der achtziger Jahre von der Simmobilia GbR.
Ein bekannter Kölner Architekt und ein ebenso bekannter Sinziger Rechtanwalt legten dabei ein besonderes Finanzierungskonzept vor. Ohne großes Eigenkapital sollten Baufirmen und Handwerker eine Einkaufspassage zwischen Gudestraße und Koblenzer Straße errichten und dafür mit Anteilen an der Gesellschaft und deren erwarteten Mieteinnahmen beteiligt werden. Aus den hochfliegenden Plänen wurde aus den verschiedensten Gründen aber nichts.
Dafür wuchsen dann aber Stück für Stück die „halb fertigen Rohbauten“, an denen die Bautätigkeit dann im Lauf der Jahre endgültig zum Erliegen kam.
Bereits seit dem Jahr 2007 hatte es Verhandlungen zwischen der Stadt und der Eigentümergemeinschaft gegeben, in deren Besitz das Anwesen war. Den Eigentümerwechsel hin zur Stadt Sinzig gab es dann aber erst im Herbst 2009.
Im Zwangsversteigerungsverfahren erwarb die Stadt das rund 850 Quadratmeter große Areal. Kaufpreis seinerzeit rund 162.000 Euro. Dabei war die Stadt Sinzig einzige Bieterin.
Über den Kauf selbst, den Kaufpreis, aber auch die Alternativen der Nutzung wurde weiterhin im Rat kräftig gestritten. Dies sorgte ebenso für Verzögerungen wie die angespannte Haushaltslage der Stadt. Die nun vom Rat endgültig verabschiedete Variante mit kleinem Park und Parkplätzen war schon seit geraumer Zeit von der Verwaltung favorisiert worden.
