Politik | 21.09.2015, 15:31 Uhr

Klimaschutzkonzept für die Stadt Sinzig

Lebhafte Auftaktveranstaltung

Auftaktveranstaltung für das Klimaschutzkonzept im Sinziger Ratssaal. BL
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Sinzig. Lebhafte Gespräche, reichlich Ideen und auch ein wenig Aufbruchstimmung: Die Stadt Sinzig hatte am Montag Experten und Interessierte zur Auftaktveranstaltung „Klimaschutzkonzept Stadt Sinzig“ in den Ratssaal eingeladen. Es gab bei fast 30 Zuhörern zwar keinen Massenandrang, aber die Bürger, die gekommen waren, sind sozusagen über den Beruf, Engagement und Ehrenamt im Thema.

„Das Klimaschutzkonzept ist ein Projekt aller Sinziger“, hatte Sinzigs Bürgermeister Wolfgang Kroeger bei seiner Begrüßungsansprache betont und gleich eine kleine Liste der alternativen Energieerzeugung in Sinzig mitgeliefert. Die Biogasverwertung in der Kläranlage etwa, die Blockheizkraftwerke in der Grundschule und in der Kita Storchennest, die zahlreichen Fotovoltaikanlagen auf den Dächern von Schulen und Kindergärten sowie das seit 2007 betriebene Wasserkraftwerk der Stadtwerke. Die Fachfrauen des Abends Marion Gutberlet von der Grontmij GmbH in Koblenz sowie Kerstin Kriebs von der Transferstelle Bingen dachten in die gleiche Richtung. „Partizipative Konzepterstellung“ heißt das Zauberwort. Im Klartext: Bei der Erstellung des Konzepts werden die Sinziger Bürger, Vereine und Initiativen über Workshops mit ins Boot geholt. Seit Juni arbeiten die beiden Fachfrauen an der Datenerhebung und unterrichteten über den technischen Ablauf der Datensammlung. Eine Zahl, die verblüffte, konnte aber schon einmal genannt werden. In Sinzig werden jährlich rund 23 Millionen Euro für Strom und Gas bezahlt. Die Zahlen für den Heizölverbrauch liegen noch nicht vor. Und Bürgermeister Wolfgang Kroeger legte ebenfalls eine Information nach. Große Windräder auf öffentlichen Flächen sind in Sinzig nicht möglich. Über kleinere, etwa privat oder von Unternehmen genutzte Anlagen wurde eifrig diskutiert. Und schon wurde die Auftaktveranstaltung zu einem Wokshop mit Ideensammlung. Und die Zahl der Ideenzettel auf den Stellwänden wuchs schnell. Denn im Ratssaal war ja einiges an Fachkompetenz versammelt. Etwa Klaus Karpstein vom Solarverein oder Anna Jessenberger von der Energieagentur. Selbst eine Waldflurbereinigung kam auf die Ideenliste. Eher eine exotische Sache mit extrem langer Dauer. Aber einige Sinziger, die ihre Häuser mit Brennholz aus dem Stadtwald heizen, hatten angeführt, dass der kleingliedrige Sinziger Privatwald, dessen Grenzverläufe längst nicht mehr klar sind, sich dadurch eben nicht zu Brennholzverwertung eigne.

Allen Beteiligten machte es sichtlich Spaß, einfach einmal alle Ideen, ob exotisch oder utopisch, ins Gespräch zu bringen. Ein wenig Aufbruchstimmung also.

Als ganz wichtiger Faktor wurde zudem die Bildungsarbeit angesehen, also den Klimaschutz in die Schulen zu bringen. Im Ratssaal gab es übrigens auch in dieser Hinsicht Experten, die genau solche „Kurse“ anbieten.

Bis Mitte 2016 soll das Klimaschutzkonzept fertiggestellt sein. Bis dahin ist für die ausführenden Firmen, aber auch für die Sinziger viel Arbeit angesagt.

Zum Hinteergrund: Im Rahmen der nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums wird derzeit für die Stadt Sinzig ein Klimaschutzkonzept erstellt. Ziel ist es, den Ausstoß von CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen durch die Energieversorgung der Haushalte, des Gewerbes und der öffentlichen Infrastruktur sowie der Mobilität im Stadtgebiet zu reduzieren. Kontakt bei der Stadtverwaltung ist Norbert Stockhausen, Tel. (0 26 42) 40 01-63, E-Mail: bauamt@sinzig.de.

Auftaktveranstaltung für das Klimaschutzkonzept im Sinziger Ratssaal. Foto: BL

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